Ab wann können Babys feste Nahrung essen? Was ist noch nicht erlaubt?
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In der Beikostzeit fragen sich viele Eltern irgendwann, wie es jetzt mit der Ernährung Ihres Babys eigentlich weiter geht. Wann kann das Baby statt Brei feste Nahrung bekommen? Wann kann es beim Familienessen mitessen? Im Artikel erfahren Sie, wie es nach der Beikost weiter geht und wann Sie feste Nahrung einführen können.
Zunächst möchte ich kurz festhalten, dass ich in diesem Artikel unter fester Nahrung stückige Lebensmittel verstehe bzw. das Familienessen meine. Teilweise wird aber auch Brei als feste Nahrung bezeichnet, da er im Gegensatz zu Milchmahlzeiten nicht flüssig ist.
Wenn Sie nach Informationen zu Brei suchen, können Sie in meinem Artikel Beikost ab dem 4. Monat? Was essen Babys mit 4, 5 und 6 Monaten? weiterlesen.
Inhaltsverzeichnis
Ab wann sind Babys bereit für feste Nahrung und Familienessen?
Leider werden Ernährungsempfehlungen noch immer häufig an Altersangaben gekoppelt. Das ist aber nicht sinnvoll, weil sich Kinder sehr unterschiedlich entwickeln.
Manche Babys kommen schon sehr früh, auch ohne oder mit wenig Zähnen mit stückigen Lebensmitteln (Fingerfood) zurecht. Manche schon in der Beikostzeit. Andere brauchen dafür deutlich länger. Sie kommen erst gegen Ende des ersten Lebensjahres mit stückigem Essen klar.
Die meisten Kinder können laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) feste Nahrung irgendwann zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats essen. In diesem Zeitraum können Sie von der Beikost zu fester Nahrung – also zum Familienessen – übergehen. Aus 3 Breimahlzeiten pro Tag werden 3 Hauptmahlzeiten und vormittags und nachmittags eine Zwischenmahlzeit.
Wann genau der beste Zeitpunkt für die Umstellung auf feste Nahrung ist, hängt davon ab, wann Ihr Baby Interesse daran zeigt, was der Rest der Familie isst und wie gut es mit stückigem Essen zurechtkommt.
Manche Kinder verweigern irgendwann sogar regelrecht den Brei, obwohl sie noch nicht gut mit der Familienkost klar kommen. Meistens trinken sie in dieser Zeit dann wieder mehr Milch und oft kommt das Interesse am Babybrei nach einiger Zeit wieder zurück…. oder es klappt irgendwann besser mit dem stückigen Essen.
Spätestens jetzt wollen viele Kinder selbst essen und nicht mehr gefüttert werden. Jaaaa, das ist eine riesige Sauerei! Aber es gehört einfach dazu. Gegessen wird natürlich mit den Händen, das Essen mit Besteck kommt erst viel später. Sorry, wenn ich Sie da vielleicht grade enttäuschen muss :-).
Einige Kinder verschmähen aber auch lange Zeit sowohl Brei als auch Fingerfood und wollen ausschließlich gestillt werden oder die Flasche bekommen. Ein Teil sogar noch nach dem 1. Geburtstag. Die Flasche sollten Sie laut Bundesverband der Kinderzahnärzte (BUKIZ) ab dem 1. Geburtstag abgewöhnen, um Karies und Zahnfehlstellungen zu vermeiden. Stillen können Sie solange Sie und Ihr Baby es möchten.
Bevorzugt Ihr Baby Milchmahlzeiten ist das völlig in Ordnung, denn Babys sind bis zum 1. Geburtstag Säuglinge und sollten Milchmahlzeiten ganz nach ihrem Bedarf bekommen, auch neben Beikost und Familienkost (siehe auch Regierungsnetzwerk gesund ins Leben).
Welche festen Lebensmittel dürfen Babys und Kleinkinder noch nicht essen?
Babys können schon viel von dem essen, was auch der Rest der Familie isst. Unter 1jährige sollten aber max. 200 ml Kuhmilch pro Tag und z. B. noch keinen Honig, keinen zugesetzten Zucker und kein zugesetztes Salz bekommen. Außerdem dürfen sie – genau wie kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) – laut BfR z. B. noch keine der folgenden Lebensmittel essen
- rohe tierische Lebensmittel
- andere rohe Lebensmittel, die Krankheitserreger enthalten könnten
- Lebensmittel, bei denen die Gefahr des Verschluckens bzw. die Aspirationsgefahr zu groß ist z. B. kleine, harte Lebensmittel
- Lebensmittel mit für kleine Kinder ungünstigen oder sogar gesundheitsschädlichen Stoffen z. B. zu viel von bestimmten Gewürzen, Lebensmittel mit zu hohem Solanin-Gehalt, zu viel Gemüse mit hohem Nitratgehalt (Nitratempfindlichkeit nimmt ab 1 Jahr ab)
- Lebensmittel mit erhöhtem Schadstoffgehalt
- unsachgemäß gelagerte oder zubereitete Lebensmittel
- stark verarbeitete Lebensmittel
Beispiele und Details finden Sie in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
Was kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen für 0 € als PDF herunterladen.
Wie können Sie feste Nahrung am besten einführen?
Sie können den Übergang zu fester Nahrung ganz flexibel gestalten. Je nach Tagesform oder auch Mahlzeit können Sie zwischen Milch, Beikost und Familienessen wechseln.
Hier ein Beispiel:
- Frühstück = Milchmahlzeit
- Vormittags-Zwischenmahlzeit = Fingerfood
- Mittagessen = Nudeln mit Gemüsesoße
- Nachmittags-Zwischenmahlzeit = Milchmahlzeit
- Abendessen = Abendbrei (Milch-Getreide-Brei)
Kochen Sie ein Gericht, das für Ihr Baby noch nicht geeignet ist, kann es stattdessen jederzeit Milch oder Babybrei bekommen. Gleiches gilt, wenn Ihr Baby an manchen Tagen oder zu manchen Uhrzeiten kein Interesse an fester Nahrung hat. Das ist oft der Fall, wenn Babys schon müde sind, kränkeln oder zahnen.
Statt direkt zur Familienkost überzugehen können Sie im ersten Schritt auch einfach den Brei weniger fein pürieren. Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt allerdings Kinder die das üüüüberhaupt nicht leiden können. Brei MUSS in ihrer Welt fein püriert sein, alles andere ist eine echte Zumutung. Sie kommen mit Fingerfood meistens besser zurecht, weil hier von vornherein klar ist, dass das wohl stückig sein wird.
In der Grafik sehen Sie beispielhaft verschiedene Varianten für den Übergang zur Familienkost. Sie können die Umstellung aber völlig individuell gestalten.
Wenn Sie sich ganz konkrete und alltagstaugliche Praxistipps für die Umstellung von der Beikost aufs Familienessen wünschen, finden Sie jede Menge in meinem Praxis-Workbook:
Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, wie mach ich das?
Alltagstauglich von der Beikost aufs Familienessen umstellen. Ab Beginn des 10. Monats.
Fazit
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats kann auf feste Nahrung – also auf das Familienessen – umgestellt werden. In der Übergangszeit können Sie sehr flexibel zwischen Brei, Milch und Familienessen wechseln.
Babys können schon viel von dem essen, was auch der Rest der Familie isst. Babys mit 9, 10 oder 11 Monaten sollten aber max. 200 ml Kuhmilch pro Tag und z. B. noch keinen Honig, keinen zugesetzten Zucker und kein zugesetztes Salz bekommen.
Weitere Beispiele und Details was kleine Kinder noch nicht essen dürfen finden Sie in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Für Kinder, die besonders an den Milchmahlzeiten hängen, sind diese häufig zu einer geliebten Gewohnheit geworden. Gewohnheiten kann man ändern, aber nur mit viel Geduld und Schritt für Schritt.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
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Häufig gestellte Fragen
Wenn Sie und Ihr Baby es möchten können Sie bereits bei Beikoseinführung, parallel oder statt Brei mit Fingerfood beginnen. Wenn Sie oder Ihr Baby das noch nicht möchten, können Sie aber auch erst mit der Umstellung auf das Familienessen mit fester Nahrung starten. Mit der Umstellung auf das Familienessen können Sie zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats beginnen.
Vielleicht (ich bin mir aber sehr sicher 😊) ist Ihnen schon aufgefallen, dass Babys ziemlich viel Speichel produzieren und sabbern. Mit diesen Unmengen an Speichel weichen sie feste Nahrung auf und zerdrücken sie parallel zwischen den Kauleisten und mit der Zunge am Gaumen. Das erfordert natürlich Übung und klappt nicht gleich reibungslos beim ersten Versuch.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.