Ab wann Babys frühstücken können, aber nicht müssen! (inkl. 3 Rezepte)
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Oft wird bereits in der Beikostzeit das Frühstück eingeführt. Warum das zu früh ist und Babys im ersten Lebensjahr zwar ab einem gewissen Alter frühstücken können, aber nicht müssen, erkläre ich im Artikel.
Inhaltsverzeichnis
Ab wann können Babys ein Frühstück bekommen?
Bei vielen Eltern entsteht der Eindruck, dass sie nach der Einführung des Mittags-, Nachmittags- und Abendbreis auch ein Frühstück einführen sollten. Das ist aber ein Missverständnis. In der Beikostzeit werden nur 3 Milchmahlzeiten durch Beikost ergänzt.
Selbstverständlich können Sie einen dieser Breie auch morgens, statt nachmittags oder abends füttern, wenn es Ihnen oder Ihrem Baby lieber ist. Neben den 3 Breimahlzeiten sollte Ihr Baby aber weiterhin Mutter- oder Säuglingsmilch bekommen. Laut der aktualisierten S3-Leitlinie zum Stillen, sollten Babys bis mindestens zum 1. Geburtstag gestillt werden.
Erst zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats können Sie auf das Familienessen umstellen, wenn Ihr Baby schon bereit dafür ist. Mit dieser Umstellung kommt dann auch das Frühstück dazu.
Es ist aber auch völlig in Ordnung, wenn Ihr Baby zum Frühstück weiter Mutter- oder Pre-Milch trinkt. Es gibt viele Babys, die noch nicht so gerne Brei oder auch stückige Lebensmittel essen und lieber Milch trinken. Bis zum 1. Geburtstag sind Babys Säuglinge und können Milchmahlzeiten ganz nach Bedarf bekommen (siehe auch Regierungsnetzwerk gesund ins Leben).
Meine langjährigen Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Familien, die ich begleitet habe, hat gezeigt, dass Babys genau wie Erwachsene ein bisschen morgenmuffelig sein können. Diese Babys haben oft lange kein Interesse an einem normalen Frühstück und das ist völlig in Ordnung.
Was können Babys frühstücken?
Wie im ersten Absatz erklärt, können Babys weiterhin Mutter- oder Pre-Milch zum Frühstück bekommen. Leider gibt es für Babys noch einige Einschränkungen, die es nicht ganz leicht machen, wenn Ihr Baby lieber etwas anderes frühstücken möchte.
Wie kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) sollten Babys laut BfR z. B. noch keine der folgenden Lebensmittel essen
- rohe tierische Lebensmittel
- andere rohe Lebensmittel, die Krankheitserreger enthalten könnten
- Lebensmittel, bei denen die Gefahr des Verschluckens bzw. die Aspirationsgefahr zu groß ist z. B. kleine, harte Lebensmittel
- Lebensmittel mit für kleine Kinder ungünstigen oder sogar gesundheitsschädlichen Stoffen z. B. zu viel von bestimmten Gewürzen, Lebensmittel mit zu hohem Solanin-Gehalt, zu viel Gemüse mit hohem Nitratgehalt (Nitratempfindlichkeit nimmt ab 1 Jahr ab)
- Lebensmittel mit erhöhtem Schadstoffgehalt
- unsachgemäß gelagerte oder zubereitete Lebensmittel
- stark verarbeitete Lebensmittel
Beispiele und Details finden Sie in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Außerdem sollten Babys unter 1 Jahr z. B. noch keinen Honig, kein zugesetztes Salz, keinen Zucker und nur max. 200 ml Kuhmilch pro Tag bekommen. Dieses Kuhmilchmenge ist normalerweise bereits im Milch-Getreide-Brei, der meistens als Abendbrei gefüttert wird, enthalten. Das Frühstück sollte in diesem Fall kuhmilchfrei sein.
Grund für diese zusätzlichen Einschränkungen ist, dass die im Honig enthaltenen Bakterien den noch empfindlichen Darm Ihres Kindes besiedeln können. Im Fall von Salz und Eiweiß wird der Bedarf von Babys schnell überschritten, wenn sie mehr als 200 ml Kuhmilch pro Tag oder zugesetztes Salz bekommen. Die Nieren müssten das überschüssige Eiweiß oder Salz wieder ausscheiden, was sie belasten würde.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
Was kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen für 0 € als PDF herunterladen.
Wenn keine Milch, kein Salz und kein Zucker enthalten sein soll, fallen viele Frühstücksideen weg.
Die folgenden Lebensmittel eignen sich leider NICHT als Frühstück für Babys.
- Brot, Brötchen, Toast und anderes Gebäck vom Bäcker
- Marmelade, anderes süße Aufstriche
- gekaufte Brotaufstriche
- Wurst, Schinken
- Milch, Joghurt, Quark, Käse, Butter
Auch Eier sollten Babys max. 1 – 2 pro Woche inklusive der verarbeiteten Eier in Gebäck bekommen, so dass sie sich auch nicht für das tägliche Frühstück eignen.
Grundsätzlich sollte ein Frühstück laut der Grafik des Regierungsnetzwerkes gesund ins Leben eine Portion Getreide, eine Portion Milchprodukte und eine Portion Obst oder Gemüse enthalten.
Wenn Sie Ihrem Baby eine Brotmahlzeit zum Frühstück geben möchten, kann ich Folgendes empfehlen
- Selbst gebackenes Brot ohne Salz, da es salzfreies Brot nicht zu kaufen gibt
- zuckerfreies Obstmus als Aufstrich
- Selbst gemachter, salzfreier Gemüseaufstrich
- Gemüsebrei(-Reste) als Aufstrich
- Nussmus als Aufstrich
- weiches, geschnittenes Obst als Fingerfood
- weiches, gegartes Gemüse als Fingerfood
In meinem Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, wie mach ich das? finden Sie ein super-einfaches Rezept für salzfreies Brot (einfacher als Rührkuchen und ohne Hefe) und viele alltagstaugliche Ideen für den Belag.
Eine Alternative wäre ein kuhmilchfreies Müsli oder ein Porridge. Beides ist schnell gemacht und eignet sich auch für Babys, die noch nicht so gut mit stückigen Lebensmitteln zurechtkommen.
Hier finden Sie ein paar Beispiel-Rezepte.
Sie können Porridge auch mit Muttermilch oder Säuglingsmilch zubereiten. Das Rezept dafür entspricht dem des Abendbreis:
Noch mehr Ideen für Frühstück, Zwischenmahlzeiten und Abendessen für unter 1jährige und jede Menge Praxistipps zur Umstellung von der Beikost aufs Familienessen finden Sie in meinem Workbook:
Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, was gibt es jetzt?
Alles rund um Frühstück, Zwischenmahlzeiten und Abendessen | kalte Mahlzeiten. Ab Beginn des 10. Monats.
Fazit
Babys müssen im ersten Lebensjahr noch kein Frühstück bekommen, sie können auch weiter Mutter- oder Pre-Milch bekommen. Wenn sie mit frühstücken möchten, sollte das Frühstück milch-, salz- und zuckerfrei sein. Auch z. B. Honig sollten unter 1jährige noch nicht bekommen.
Bei einer Brotmahlzeit müssen Sie daher selbst backen und ggf. auch Brotaufstriche selbst machen.
Schnell zubereitet sind Baby-Müsli, Baby-Porridge oder Milch-Getreide-Brei mit Muttermilch oder Säuglingsmilch als Frühstück für Babys.
Genau wie kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag), dürfen Babys noch nicht alle Lebensmittel essen. Beispiele und Details finden Sie in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
Was kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen für 0 € als PDF herunterladen.
Häufig gestellte Fragen
Unter 1jährige Babys können in der Beikostzeit einen kuhmilchfreien Frühstücksbrei bekommen oder ab Beginn des 10. Monats am Frühstück der Familie teilnehmen. Sie können aber auch problemlos weiterhin Mutter- oder Pre-Milch zum Frühstück bekommen.
Babys sollten vor dem 1. Geburtstag max. 200 ml Kuhmilch oder eine verhältnismäßig kleinere Menge Joghurt pro Tag und keine anderen Milchprodukte bekommen. Diese Kuhmilchmenge ist normalerweise bereits im Milch-Getreide-Brei, der meist als Abendbrei gefüttert wird, enthalten.
Weitere Lebensmittel, die Babys noch nicht bekommen dürfen, finden Sie im Artikel.
Ein Baby darf ab dem 1. Geburtstag kleinere Mengen Salz essen. Im ersten Lebensjahr sollten Babys noch kein Salz bekommen, da ihr Salzbedarf sonst sehr schnell überschritten werden würde. Die Nieren müssten das überschüssige Salz wieder ausscheiden, was sie belasten würde. Da „normales“ Brot ebenfalls sehr viel Salz enthält, sollten Babys es noch nicht bekommen. Gleiches gilt für Milchprodukte wie Käse, die Salz enthalten.
Vor dem 1. Geburtstag sollten Babys generell nur max. 200 ml Kuhmilch oder eine verhältnismäßig kleinere Menge Joghurt pro Tag und keine anderen Milchprodukte bekommen. Diese Kuhmilchmenge ist normalerweise bereits im Milch-Getreide-Brei enthaltend, den Babys meistens als Abendbrei bekommen.
Der Grund für die Begrenzung der Kuhmilchmenge ist, dass der Eiweißbedarf Ihres Babys schnell überschritten werden würde, wenn Sie mehr Milchprodukte geben. Das führt dazu, dass die Nieren überschüssiges Eiweiß ausscheiden müssten, was sie belasten würde.
Geeignete Alternativen finden Sie im Artikel.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.