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Familienessen, Familie
Baby schreit abends

Warum viele Babys immer abends unruhig werden und scheinbar grundlos schreien

Jeden Abend um die in etwa die gleiche Uhrzeit geht es los… Ihr Baby fängt lauthals an zu schreien und Sie wissen nicht warum? In diesem Artikel erfahren Sie welche Ursachen häufig vermutet werden und was die wahren Gründe dafür sind, dass viele Babys abends weinen.

Inhaltsverzeichnis

Wann be­gin­nen Babys abends zu schrei­en?

Die stundenlangen Schreiphasen am Abend verlaufen normalerweise so

  • Es beginnt oft mit ca. 2 Wochen
  • erreicht seinen Höhepunkt mit ca. 6 Wochen
  • und endet spätestens mit 3 – 4 Monaten meist plötzlich.

Der Grund dafür, dass das Schreien erst nach ca. 2 Wochen beginnt ist, dass Säuglinge in dieser Zeit noch sehr viel schlafen und nicht viel von ihrer Umgebung mitbekommen. Sind sie dann länger wach , überfordern sie die äußeren Reize schnell, so dass sie überreizt sind.

Ab 6 Wochen lernt das Baby langsam sich selbst zu beruhigen bzw. Beruhigungshilfen schneller anzunehmen. Mit 3 – 4 Monaten klappt das dann schon recht gut, daher hört das Schreien ab diesem Zeitpunkt teilweise sehr plötzlich auf.

Wie lan­ge dau­ert das Schrei­en je­den Abend?

Die meisten Babys haben ihre „Schreistunde“ zwischen 17 und 23 Uhr und schreien für 2 – 3 Stunden – sehr häufig immer zu gleichen Zeit. Viele Neugeborene lassen sich den ganzen Abend nicht ablegen und schlafen, wenn das Schreien endlich endet, erschöpft ein. Sie schreien sich also in den Schlaf.

Werden sie jedoch wieder wach, beginnt es von vorne. Das kann wirklich nervenaufreibend sein. Einige Eltern sprechen davon, dass Ihr Baby unruhig ist, andere von „Schreien wie am Spieß“ oder „hysterischem Schreien“, das teilweise sehr plötzlich wieder endet.

So oder ähnlich sieht es aus, wenn man das abendliche Schreien in einem Protokoll erfasst:

Manche Eltern hegen sogar den Verdacht, dass ihr Baby schreit, weil es ins Bett muss und nicht möchte. Zu solchen Gedanken sind kleine Babys aber noch gar nicht in der Lage. Sie sind erst viel später in der Lage, ganz gezielt zu schreien, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen z. B. einen Gegenstand oder eine Süßigkeit zu bekommen.

Mir haben betroffene Eltern einmal gesagt, dass sie einen echt entspannten Abend hatten, weil sie gemeinsam am Tisch gegessen haben, während ich mit dem lauthals schreienden Baby auf dem Arm um eben diesen Tisch herumgelaufen bin… so können sich die Relationen verschieben.

Es gibt auch Babys, die schon sehr viel früher anfangen zu quengeln und zu schreien und bei denen sich die Schreiphase sehr viel länger hinzieht. Mehr Informationen finden Sie in meinem Artikel Ihr Baby schreit nur, wenn es wach ist und lässt sich nicht beruhigen?

Warum schreien Babys abends

Wa­rum schrei­en Babys abends – was oft ver­mu­tet wird

Häufig wird vermutet, dass für die abendliche Unruhe eine der folgenden Ursachen verantwortlich ist. Ich bin jedoch der Meinung, dass das nicht die wahren Gründe dafür sind, dass Babys abends schreien.

Warum?

Die Schreiphase ist bei den meisten Säuglingen immer zur selben Zeit zwischen ca. 17 und 23 Uhr. Die nachfolgenden Ursachen, treten aber nicht immer zur gleichen Zeit auf. Selbstverständlich verstärken die genannten Gründe aber die abendliche Unzufriedenheit.

Schmer­zen durch die ersten Zäh­ne

Bei manchen Baby kommen die ersten Zähne schon mit 2 Monaten bei anderen erst sehr viel später. Einige Babys haben überhaupt keine Schmerzen oder Beschwerden beim Zahnen, andere leiden an geschwollenem Zahnfleisch, Durchfall oder haben erhöhte Temperatur.

Natürlich ist das unangenehm und wirkt sich auch auf die abendliche Befindlichkeit aus. Babys zahnen aber den ganzen Tag… nicht nur abends, daher kann das nicht der Hauptgrund dafür sein, dass Ihr Baby jeden Abend weint.

Blä­hun­gen und Bauch­schmer­zen quä­len das Baby

Viele Neugeborene leiden an Blähungen. Die Verdauung muss sich erst an die Milch gewöhnen. Babys, die viel schreien, schlucken außerdem viel Luft und bekommen davon Blähungen. Mehr Informationen finden Sie in meinem Artikel Was tun, wenn Babys Blähungen haben?.

Aber auch Blähungen treten nicht jeden Tag ausschließlich zur gleichen Uhrzeit auf, daher muss es andere Gründe für das abendliche Schreien geben.

Wachs­tums- und Ent­wicklungs­schü­be

Während dieser Schübe wollen Babys nachmittags und abends häufiger trinken, um die Milchbildung zu fördern, so dass genügend Milch produziert wird und sie mehr fettreiche Muttermilch bekommen. So erhalten sie in diesen Phasen mehr Milch. Werden sie nicht entsprechend mehr gestillt oder bekommen die Flasche, kann das natürlich der Grund für das Schreien sein.

Viele Säuglinge schreien aber abends auch dann, wenn sie jederzeit Milch bekommen und wollen manchmal auch gar nicht trinken, so dass das auch nicht die eigentliche Ursache sein kann. Außerdem dauern diese Schübe nur einige Tage, während die tägliche Schreistunde wochenlang anhält

Die wah­ren Grün­de für die abend­li­chen Schrei­stun­den

Zu we­nig Tag­schlaf - Übe­mü­dung

Babys unter 3 Monaten brauchen tagsüber noch sehr viel Schlaf… oft mehr als ihre Eltern vermuten würden. Aber auch, wenn Babys tagsüber ausreichend viel schlafen entsteht bis zum Abend ein Schlafdefizit. Das ist ganz normal und auch bei Erwachsenen so. Anders wären wir abends nicht müde genug, um die ganze Nach zu schlafen.

Das Schlafdefizit wird also größer, je später der Tag. Das Baby wird immer müder und je müder das Kind desto schwerer fällt es ihm sich zu beruhigen und zu schlafen. Das klingt zwar eigenartig, aber es ist tatsächlich so, dass ein (zu) müdes Baby schlechter einschläft. Daher schreien viele Baby, wenn sie müde sind und bevor sie einschlafen.

Hat Ihr Baby sich dann erst in Rage geschrien wird das Einschlafen noch schwieriger. Am leichtesten fällt Babys das Schlafen und sich Beruhigen am Vormittag. Das letzte Schläfchen am Nachmittag funktioniert bei vielen Babys daher nur in der Trage, auf dem Arm oder im Kinderwagen.

Babys schlafen in den ersten Monaten außerdem nicht tief und fest. Sie befinden sich anfangs die meiste Zeit in sogenannten Leichtschlafphasen und nur sehr wenig in Tiefschlafphasen, so dass sie sehr leicht wieder aufwachen insbesondere in den ersten 20 Minuten nachdem sie eingeschlafen sind. Die Schläfchen fallen also zu kurz aus und dadurch bekommen Babys dann schnell zu wenig Schlaf und sind abends übermüdet. Haben sie vor dem Einschlafen geschrien, schreien sie normalerweise weiter, wenn sie nach kurzem Schlaf wieder aufwachen.

Zu vie­le Ein­drü­cke – Über­rei­zung

Tagsüber ist das Baby vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ausgesetzt. Diese Eindrücke müssen Babys am Ende des Tages und auch in der Nacht verarbeiteten und viele sind davon überfordert. In Kombination mit der Müdigkeit, die am Ende des Tages immer größer wird, führt das dann zu scheinbar grundlosem Geschrei. Das Baby hat keine andere Möglichkeit sich auszudrücken, leider kann es seinen Eltern nicht einfach von den Erlebnissen des Tages erzählen :-).

El­tern er­ken­nen die Be­dürf­nisse nicht auf An­hieb

Hier ein typisches Beispiel: Ein kleines Baby weint, weil es müde ist. Die Eltern versuchen zunächst es mit Spielen ablenken, bieten dann Milch an und wechseln als nächstes die Windel. Dann wird getragen, nochmal Milch geben und so weiter. In sehr kurzer Zeit werden verschiedene Maßnahmen ergriffen…. Das Baby aber regt sich immer weiter auf, weil es eigentlich schlafen möchte.

Jede neue Maßnahme zur Beruhigung ist ein neuer äußerer Reiz für das Baby, dass die Überreizung noch steigert. Es ist daher wichtig möglichst gleich zu erkennen, dass das Baby müde ist und bei einer geeigneten Beruhigungsmethode zu bleiben. Babys brauchen oft etwas länger, bis sie auf eine Beruhigungsmethode reagieren, insbesondere wenn sie bereits lauthals schreien. Weniger ist mehr und nicht zu schnell aufgeben!

Un­rei­fe des Babys

Babys kommen unreif zur Welt, das heißt, sie können sich noch nicht so gut selbst beruhigen. Am Vormittag, wenn das Schlafdefizit noch nicht so groß ist, klappt es besser, aber am späten Nachmittag und abends sind die meisten Babys auf die Hilfe der Eltern angewiesen.

Besonders unreife Babys können sich sogar überhaupt noch nicht selbst beruhigen. Sie weinen oder quengeln daher auch oft bereits am Vormittag sehr viel, einige sogar gefühlt den ganzen Tag. Mehr Informationen finden Sie in meinem Artikel Ihr Baby schreit nur, wenn es wach ist und lässt sich nicht beruhigen?

Baby schreit abends

Was hilft ge­gen das abend­li­che Schrei­en?

Generell sollte natürlich immer geprüft werden, ob das Baby eventuell krank ist und ob alle Grundbedürfnisse des Babys erfüllt sind: Ist es satt, frisch gewickelt, ist es nicht zu warm und nicht zu kalt. Ist soweit alles in Ordnung und Ihr Kind schreit trotzdem, können Sie die folgenden Tipps ausprobieren.

So kön­nen Sie dem abend­li­chen Schrei­en vor­beu­gen

  • Sofort reagieren, wenn das Baby schreit
  • Tragen Sie Ihr Baby tagsüber viel
  • Nutzen Sie ruhige Wachphasen zum Spielen und Massagen und beenden sie das Spiel, wenn das Baby den Blick abwendet
  • Gehen Sie viel an die frische Luft
  • Vermeiden Sie zu viel Anregung und äußere Reize
  • Versuchen Sie einen immer gleichbleibenden Tagesablauf einzuhalten
  • Achten Sie auf Müdigkeitsanzeichen und helfen Sie möglichst zeitnah beim Einschlafen

Babys be­ruhigt alles, was die Welt dem Ge­fühl im Bauch der Mut­ter ähn­li­cher macht

Die Welt nach der Geburt ist für Babys ein wirres Durcheinander aus Licht, Dunkelheit, Farben, Beschaffenheiten und Temperaturen… spätestens beim Wickeln :-). Es herrscht oft extreme Stille im Vergleich zu den relativ lauten Geräuschen im Mutterleib und statt dem bisherigen Rundumservice über die Nabelschnur muss die Nahrung jetzt getrunken und verdaut werden.

Das Körpergefühl ist durch die Schwerkraft völlig anders. Plötzliche, starke und bisher unbekannte Gefühle wie Hunger, Durst und Blähungen sind überwältigend. Einige Babys werden vom Moro-Reflex (Klammerreflex) regelrecht gebeutelt.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Babys alles beruhigt, was sie aus dem Bauch kennen

  • Pucken, Tragetuch, Tragehilfe simulieren die Enge im Bauch der Mutter
  • Weißes Rauschen gleicht den Geräuschen im Mutterleib
  • Wippen, wiegen, tragen ist ähnlich wie das ständige Schaukeln während der Schwangerschaft
  • Saugen am Schnuller, beim Stillen oder Flasche trinken ist wie das Saugen an den eigenen Händen, was im Mutterleib jederzeit möglich war, aber nach der Geburt motorisch noch nicht möglich ist

So ver­hal­ten Sie sich rich­tig, wenn Ihr Baby schreit

  • Bleiben Sie ruhig
  • Versuchen Sie Ihr Neugeborenes mit Körperkontakt, Stillen, Tragen, Schaukeln, Massage zu beruhigen
  • Gehen Sie mit dem Baby an die frische Luft
  • Wechseln Sie sich beim Beruhigen des Babys mit Ihrem Partner ab
  • Legen Sie das Baby in sein Bett und verlassen Sie den Raum, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie es nicht mehr aushalten
  • Schütteln Sie Ihr Baby auf gar keinen Fall
  • Rufen Sie Freunde und Verwandte zu Hilfe
  • Wenden Sie sich an eine Schreiambulanz, wenn Sie persönliche Hilfe benötigen
Baby schreit jeden Abend und nichts hilft

Was tun, wenn die­se Tipps Ih­nen nicht wei­ter hel­fen?

Wenn Ihr Baby zu den „leicht bis etwas schwerer zu beruhigenden“ Babys gehört, werden Sie mit oben genannten Tipps eine Verbesserung erreichen. Wenn Ihr Baby aber zu den „eher schwer zu beruhigenden“ gehört, werden Sie damit höchstwahrscheinlich nicht weiter kommen.

Das liegt daran, dass die Tipps für schwer zu beruhigende Babys zu pauschal und oberflächlich sind. Bei diesen Babys ist es notwendig, dass Sie sich umfangreicheres Grundwissen zu den Themen „Babyschlaf“ und „Babys beruhigen“ aneignen und Ihr Baby mit Hilfe dieses Wissens sehr, sehr genau beobachten. Es ist wichtig, dass Sie mit den RICHTIGEN Beruhigungsmethoden beginnen BEVOR Ihr Baby schreit, damit eine Wirkung erzielt wird.

Brauchen Sie dringend eine Lösung oder haben Sie noch ausreichend Nerven, um weiter herum zu probieren? Wenn Sie dringend eine Lösung brauchen, werfen Sie einen Blick auf meinen Onlinekurs Entspannter Alltag mit Babys 0 – 4/5 Monate. In diesem Kurs lernen Sie das Grundwissen, dass Sie brauchen und müssen es „nur“ noch um die individuellen Beobachtungen, die Sie bei Ihrem Baby machen, erweitern und umsetzen.

Fazit

Abendliches Schreien beginn häufig mit ca. 2 Wochen und endet oft zum Ende des 3. Monats. Zahnen, Blähungen und Wachstums- und Entwicklungsschübe, verstärken das Problem, sind aber selten die Ursache.

Die eigentlichen Gründe sind meistens Übermüdung, Überreizung und die Unreife des Babys, so dass es sich nur schwer und vor allem nicht selbst beruhigen kann. Zusätzlich reagieren Babys gestresst, wenn ihre Bedürfnisse nicht gleich korrekt erkannt werden.

Bei „leicht zu beruhigenden“ Baby helfen die im Artikel genannten pauschalen Tipps. Bei „schwer zu beruhigenden Babys“ leider oft nicht.

Trotzdem können Sie Ihre Situation auch mit einem „schwer zu beruhigenden“ Baby verbessern, aber dafür müssen Sie sich intensiver mit den Themen „Babyschlaf“ und „Babys beruhigen“ individuell auf Ihr Baby bezogen beschäftigen.

Wenn Sie dabei Hilfe brauchen, ist mein Onlinekurs Entspannter Alltag mit Babys 0 – 4/5 Monate genau das Richtige für Sie. In diesem Kurs lernen Sie das Grundwissen, dass Sie brauchen und müssen es „nur“ noch um die individuellen Beobachtungen, die Sie bei Ihrem Baby machen, erweitern und umsetzen.

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