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Beikost: Babybrei selber kochen oder Gläschen kaufen?

Babybrei kochen ist Aufwand, leichter ist es Gläschen mit Babynahrung zu kaufen. Aber ist Fertigbrei genauso gut für Ihr Baby?

Inhaltsverzeichnis

Vergleich Babybrei selber kochen und Gläschen

Ge­schmack

Ich halte regelmäßig „Breikochkurse“. In diesen Kursen koche ich zusammen mit werdenden und frisch gebackenen Müttern Babybrei.

Die Mütter lernen alles, was sie für die Beikosteinführung wissen müssen und bereiten gemeinsam die Breie zu. Ich bestehe im Kurs auch darauf, dass alle Breie von den Müttern probiert werden. Ich finde es wichtig, dass Mamas wissen, was sie ihren Babys zu essen anbieten.

Viele sind überrascht, weil sie das selbst gekochte Babyessen geschmacklich gar nicht so schlecht finden. Häufig kommen Kommentare wie „noch ein bisschen Salz rein, dann schmeckt es wirklich super“.

Das machen wir natürlich nicht, Babys brauchen keine Gewürze im Brei, aber Sie wissen, was ich damit sagen will. Der Geschmack von selbst gekochtem Brei ist deutlich besser als von Babygläschen.

Wenn Sie unsicher sind, ob sie selber kochen sollen oder nicht, kaufen Sie sich doch mal ein Gläschen Brei und probieren Sie, vergessen Sie nicht ihn vorher leicht zu erwärmen.

Dann machen Sie sich mal einen selbst und vergleichen den Geschmack. Wählen Sie für diesen Test aber einen der Mittagsbreie, nicht Obst- oder Milchbrei, da hier der geschmackliche Unterschied besonders groß ist.

Zu­taten

Bei Babygläschen haben Sie weder Einfluss auf die Auswahl der Zutaten noch auf das Verhältnis oder die Anzahl unterschiedlicher Zutaten. Sie können also keine saisonalen oder regionalen Zutaten wählen. Stellen Sie die Babynahrung selbst her, sind Sie hier wesentlich flexibler.

Leider bestimmt bei Fertigbrei oft der Preis einzelner Zutaten, wie viel davon im Brei enthalten ist. Es steht nicht das für Ihr Baby optimale Verhältnis im Vordergrund.

Damit Ihr Baby sich langsam an den Geschmack der Beikost gewöhnen kann, sollte außerdem immer nur eine Gemüse-, Obst-, Getreide- und Fleischsorte im Brei enthalten sein. Die meisten Mittagsbreie enthalten aber bereits mindestens 2 Gemüsesorten und bei Obstbrei findet man nicht selten bis zu 4 verschiedene Obstsorten. Werden zu viele Zutaten gemischt, kann Ihr Baby den Geschmack der einzelnen Zutaten nicht mehr erkennen.

Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei

Bei Mittagsbrei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 40 % Gemüse
  • ca. 20 % Kartoffeln
  • ca. 12 % Fleisch
  • ca. 4 % Saft
  • ca. 4 % Öl
  • Rest ist Wasser

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Kartoffel-Gemüse mit Rind
Zutaten: Kartoffeln 38 %, Karotten 27 %, Wasser, Rindfleisch 8,2 %, Rapsöl 1,6 %, Stärke. 
 
Wie Sie sehen, ist hier mehr Kartoffel, weniger Gemüse, weniger Fleisch, weniger Öl und gar kein Saft enthalten. In diesem Brei ist Rapsöl enthalten, wie es empfohlen wird, aber auch dies ist nicht immer der Fall. Häufig wird stattdessen Sonnenblumenöl verwendet.
 
Warum Rapsöl? Weil es im Gegensatz zum Sonnenblumenöl oder auch Olivenöl wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält.
 
Warum Saft im Brei? Der Saft ist wichtig, um die Eisenaufnahme zu verbessern.
 
In der vegetarischen Variante sollten statt Fleisch bzw. Fisch Haferflocken enthalten sein. Diese fehlen jedoch oft in vegetarischen Babynahrung.
 
Bei Babybrei mit Nudeln, sollten es Vollkornnudeln sein, auch das ist in vielen Fertigbreien nicht der Fall.
 
Mittagsbrei sollte zur besseren Eisenaufnahme auch milchfrei sein. Man findet hier aber durchaus Milchpulver oder Käse in der Zutatenliste.

Getreide-Obst-Brei

Bei Getreide-Obst-Brei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 30 % Obst
  • ca. 6 % Getreide
  • ca. 1,5 % Öl
  • Rest ist Wasser

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Früchtebrei mit Getreide
Zutaten: Früchte 74% (Äpfel, Mangos, Bananen, Pfirsiche), Wasser, Vollkornweizenflocken vermahlen 4%, Zitronensaft, Vollkornhaferflocken vermahlen 1%, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure. 
 
Der Obstanteil ist deutlich höher. Es sind statt einer vier unterschiedliche Obstsorten enthalten. Davon drei mit einem hohen Fruchtzuckergehalt, was den Brei deutlich süßer macht, als es beim selbst gekochten der Fall ist. Statt einer sind zwei Getreidesorten enthalten und Öl fehlt vollständig.

Milch-Getreide-Brei

Bei Milch-Getreide-Brei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 83 % Milch
  • ca. 9 % Getreide
  • ca. 9 % Obst

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Milch-Getreide-Brei
Zutaten: Getreide (37,2%) (Weizen (32,2%), Reis (1,5%), Roggen(0,7%), Hafer (0,7%), Dinkel (0,7%), Hirse (0,7%), Buchweizen (0,7%)), Magermilchpulver (26%), demineralisiertes Molkenpulver (aus Milch) (17%), pflanzliche Öle (Palm-, Raps-, Kokosnuss-, Sonnenblumenöl, Emulgator: Sojalecithin), Apfelpulver (5%), Bananenflocken (2%), Birnenflocken (1%), Orangenpulver (0,3%), Mineralstoffmischung (Calciumcarbonat, Eisen-III-diphosphat, Kaliumjodid), Vitaminmischung (Vitamin C, Vitamin B1, Vitamin A, Vitamin D). Vollkorngetreide 34,4%. 
 
Ein buntes Sammelsurium an unterschiedlichen Getreide-, Obst- und auch noch Öl-Sorten. Wenn man unterstellt, dass 26 % Milchpulver pro 100 g ungefähr 260 ml Milch entsprechen, ist in einer Breiportion von 50 g Breipulver 130 ml Milch enthalten. Bei selbst gekochtem Brei sind 200 ml enthalten. Außerdem sollte es nicht Magermilch sein, sondern Vollmilch.

Zu­sätze

In Babybrei sollten keine Gewürze und Aromen enthalten sein. In den gekauften Produkten findet man aber häufig schon Kräuter, Kakao, Vanille, Zimt und sogar Zucker oder Schokolade. Für selbst gekochten Brei gilt: Was Sie nicht verwenden, ist nicht drin!

Preis

Für die Zeit- und Arbeitsersparnis bei Fertigbrei bezahlen Sie natürlich. Der Preis kann hier sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welche Marke Sie kaufen und ob Sie Gläschen mit Bio-Lebensmitteln, mit oder ohne Fleisch oder Fisch wählen. Babybrei kaufen kann daher von etwas teurer bis doppelt so teuer wie selber kochen sein.

Ver­packungs­müll

Babynahrung fertig kaufen produziert deutlich mehr Verpackungsmüll als selbst kochen.

Zeit- und Ar­beits­auf­wand

Kaufen geht natürlich schneller und macht weniger Arbeit als selber machen.

Aber gerade die Zubereitung des Getreide-Obst-Breis und des Milch-Getreide-Breis ist wirklich fast genauso schnell gemacht, wie das Erwärmen oder Anrühren der Fertigprodukte. Probieren Sie es doch mal aus und entscheiden Sie dann.

Und auch das Kochen des Mittagsbrei ist in der Regel deutlich weniger Aufwand als Sie es erwarten würden. Sie brauchen für die Breizubereitung lediglich 3 Rezepte, keine Kochbücher mit hunderten von Breirezepten. Mehr Information hierzu finden Sie in meinem Artikel Warum 3 Rezepte für die Beikostzeit reichen und Kochbücher überflüssig sind.

Qua­lität und Hy­gie­ne

Wird Brei industriell hergestellt ist gleichbleibende Qualität und Hygiene besser gewährleistet, als wenn Sie selbst kochen.

Fazit: Was spricht für Baby­brei selbst ko­chen, was für fer­tig kau­fen

selbst gekocht

  • besserer Geschmack
  • Zutaten können selbst gewählt werden – regional, saisonal
  • Verhältnis und Anzahl der Zutaten selbst bestimmen
  • keine Zusätze wie Salz, Zucker, Gewürze
  • kostet weniger
  • weniger Verpackungsmüll

fertig gekauft

  • weniger Zeit- und Arbeitsaufwand
  • gleichbleibende Qualität und Hygiene

Es spricht also Einiges für selbst gemachten Brei. Was hält Sie ab? Wahrscheinlich der Aufwand. Dieser wird aber häufig überschätzt. Besonders bei Getreide-Obst- und Milch-Getreide-Brei ist der Aufwand wirklich gering. Laden Sie sich meinen Beikost-Guide im PDF-Format mit den Brei-Rezepten herunter und probieren Sie es aus!

Sie wollen trotzdem lieber Fertigbrei kaufen? Dann empfehle ich Gemüse, Obst und Fleisch pur zu kaufen und den Brei selbst entsprechend dem in den Rezepten angegebenen Verhältnis zu mischen. Die Auswahl purer Obst-, Gemüse, Fleisch- und Fischgläschen ist jedoch sehr eingeschränkt und Kartoffel gibt es pur leider gar nicht zu kaufen.

Welche Breigläschen am Besten geeignet sind? Die Antwort finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie als eBook im PDF-Format herunterladen können.

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