Familienessen, Familie

Beikost: Babybrei selber kochen oder Gläschen kaufen?

Babybrei kochen ist Aufwand, leichter ist es Gläschen mit Babynahrung zu kaufen. Aber ist Fertigbrei genauso gut für Ihr Baby?

Inhaltsverzeichnis

Über­blick Ver­gleich Baby­brei sel­ber ko­chen und fer­tig kau­fen

Babybrei selbst gekocht

  • besserer Geschmack
  • Zutaten können selbst gewählt werden – regional, saisonal
  • Verhältnis und Anzahl der Zutaten selbst bestimmen
  • keine Zusätze wie Salz, Zucker, Aromen
  • kostet weniger
  • weniger Verpackungsmüll

Gläschen fertig gekauft

  • weniger Zeit- und Arbeitsaufwand
  • gleichbleibende Qualität und Hygiene

Das sind die Vor- und Nachteile auf einen Blick. Die Details lesen Sie in den anderen Abschnitten des Artikels.

Ge­schmacks­test: Selbst ge­koch­ter Baby­brei schmeckt besser!

Ich halte regelmäßig „Breikochkurse“. In diesen Kursen koche ich zusammen mit werdenden und frisch gebackenen Müttern Babybrei.

Die Mütter lernen alles, was sie für die Beikosteinführung wissen müssen und bereiten gemeinsam die Breie zu. Ich bestehe im Kurs auch darauf, dass alle Breie von den Müttern probiert werden. Ich finde es wichtig, dass Mamas wissen, was sie ihren Babys zu essen anbieten.

Viele sind überrascht, weil sie das selbst gekochte Babyessen geschmacklich gar nicht so schlecht finden. Häufig kommen Kommentare wie „noch ein bisschen Salz rein, dann schmeckt es wirklich super“.

Das machen wir natürlich nicht, Babys brauchen kein Salz im Brei, aber Sie wissen, was ich damit sagen will. Der Geschmack von selbst gekochtem Brei ist deutlich besser als von Babygläschen.

Wenn Sie unsicher sind, ob sie selber kochen sollen oder nicht, kaufen Sie sich doch mal ein Gläschen Brei und probieren Sie, vergessen Sie nicht ihn vorher leicht zu erwärmen.

Dann kochen Sie selbst Brei und vergleichen den Geschmack. Wählen Sie für diesen Test aber einen der Mittagsbreie, nicht Obst- oder Milchbrei, da hier der geschmackliche Unterschied besonders groß ist.

Beikost-Guide

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Zu­ta­ten-Check: Das ent­hal­ten ge­kauf­te Baby­gläs­chen

Bei Babygläschen haben Sie weder Einfluss auf die Auswahl der Zutaten noch auf das Verhältnis oder die Anzahl unterschiedlicher Zutaten. Sie können also keine saisonalen oder regionalen Zutaten wählen. Stellen Sie die Babynahrung selbst her, sind Sie hier wesentlich flexibler.

Leider bestimmt bei Fertigbrei oft der Preis einzelner Zutaten, wie viel davon im Brei enthalten ist. Es steht nicht das für Ihr Baby optimale Verhältnis im Vordergrund.

Damit Ihr Baby sich langsam an den Geschmack der Beikost gewöhnen kann, sollte außerdem immer nur eine Gemüse-, Obst-, Getreide- und Fleischsorte im Brei enthalten sein. Die meisten Mittagsbreie enthalten aber bereits mindestens 2 Gemüsesorten und bei Obstbrei findet man nicht selten bis zu 4 verschiedene Obstsorten. Werden zu viele Zutaten gemischt, kann Ihr Baby den Geschmack der einzelnen Zutaten nicht mehr erkennen. Auch das Regierungsnetzwerk gesund ins Leben bestätigt: Weniger Zutaten ist besser.
 
Häufig wird mir an dieser Stelle die Frage gestellt: Sind in Babygläschen noch Vitamine?

Hier lautet die Antwort: Ja, auch in Babygläschen sind noch Vitamine enthalten, der Brei wird sehr schonend zubereitet. Trotzdem ist selbstgekochter Brei aus meiner Sicht besser für Babys.

Gläs­chen-Check: Kar­tof­fel-Ge­mü­se-Fleisch-Brei

Bei Mittagsbrei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 40 % Gemüse
  • ca. 20 % Kartoffeln
  • ca. 12 % Fleisch
  • ca. 4 % Saft
  • ca. 4 % Öl
  • Rest ist Wasser

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Kartoffel-Gemüse mit Rind
Zutaten: Kartoffeln 38 %, Karotten 27 %, Wasser, Rindfleisch 8,2 %, Rapsöl 1,6 %, Stärke. 
 
Wie Sie sehen, ist hier mehr Kartoffel, weniger Gemüse, weniger Fleisch, weniger Öl und gar kein Saft enthalten. In diesem Brei ist Rapsöl enthalten, wie es empfohlen wird, aber auch dies ist nicht immer der Fall. Häufig wird stattdessen Sonnenblumenöl verwendet.
 
Warum Rapsöl? Weil es im Gegensatz zum Sonnenblumenöl oder auch Olivenöl wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält.
 
Warum Saft im Brei? Der Saft ist wichtig, um die Eisenaufnahme zu verbessern.
 
In der vegetarischen Variante sollten statt Fleisch bzw. Fisch Haferflocken enthalten sein. Diese fehlen jedoch oft in vegetarischer Babynahrung.
 
Bei Babybrei mit Nudeln sollten es Vollkornnudeln sein, auch das ist in vielen Fertigbreien nicht der Fall.
 
Mittagsbrei sollte zur besseren Eisenaufnahme auch milchfrei sein. Man findet hier aber durchaus Milchpulver oder Käse in der Zutatenliste.

Gläs­chen-Check: Ge­trei­de-Obst-Brei

Bei Getreide-Obst-Brei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 30 % Obst
  • ca. 6 % Getreide
  • ca. 1,5 % Öl
  • Rest ist Wasser

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Früchtebrei mit Getreide
Zutaten: Früchte 74% (Äpfel, Mangos, Bananen, Pfirsiche), Wasser, Vollkornweizenflocken vermahlen 4%, Zitronensaft, Vollkornhaferflocken vermahlen 1%, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure. 
 
Der Obstanteil ist deutlich höher. Es sind statt einer vier unterschiedliche Obstsorten enthalten. Davon drei mit einem hohen Fruchtzuckergehalt, was den Brei deutlich süßer macht, als es beim selbst gekochten der Fall ist. Statt einer sind zwei Getreidesorten enthalten und Öl fehlt vollständig.

Gläs­chen-Check: Milch-Ge­trei­de-Brei

Bei Milch-Getreide-Brei sollte das Verhältnis nach Gewicht so aussehen

  • ca. 83 % Milch
  • ca. 9 % Getreide
  • ca. 9 % Obst

So sieht das Beispiel einer Zutatenliste aus:

Milch-Getreide-Brei
Zutaten: Getreide (37,2%) (Weizen (32,2%), Reis (1,5%), Roggen(0,7%), Hafer (0,7%), Dinkel (0,7%), Hirse (0,7%), Buchweizen (0,7%)), Magermilchpulver (26%), demineralisiertes Molkenpulver (aus Milch) (17%), pflanzliche Öle (Palm-, Raps-, Kokosnuss-, Sonnenblumenöl, Emulgator: Sojalecithin), Apfelpulver (5%), Bananenflocken (2%), Birnenflocken (1%), Orangenpulver (0,3%), Mineralstoffmischung (Calciumcarbonat, Eisen-III-diphosphat, Kaliumjodid), Vitaminmischung (Vitamin C, Vitamin B1, Vitamin A, Vitamin D). Vollkorngetreide 34,4%. 
 
Ein buntes Sammelsurium an unterschiedlichen Getreide-, Obst- und auch noch Öl-Sorten. Wenn man unterstellt, dass 26 % Milchpulver pro 100 g ungefähr 260 ml Milch entsprechen, ist in einer Breiportion von 50 g Breipulver 130 ml Milch enthalten. Bei selbst gekochtem Brei sind 200 ml enthalten. Außerdem sollte es nicht Magermilch sein, sondern Vollmilch.

Zu­sätze: Manch­mal ent­halt­en Gläs­chen so­gar Zucker

In Babybrei sollten keine Aromen, Salz oder Zucker enthalten sein. In den gekauften Produkten findet man aber häufig schon Kakao und sogar Zucker oder Schokolade. Für selbst gekochten Brei gilt: Was Sie nicht verwenden, ist nicht drin! Auch das Regierungsnetzwerk gesund ins Leben warnt vor ungeeigneten Zusätzen in gekauften Gläschen.

Außerdem werden in Obstgläschen vorwiegend besonders süße Obstsorten verwendet und der Getreideanteil ist deutlich geringer als im selbst gekochten Getreide-Obst-Brei. Dadurch schmeckt gekaufter Obstbrei viel süßer als selbst gekochter und Ihr Baby gewöhnt sich an den süßen Geschmack.

Preis: Im Kosten-Ver­gleich ist kau­fen teu­rer als sel­ber ma­chen

Für die Zeit- und Arbeitsersparnis bei Fertigbrei bezahlen Sie natürlich. Der Preis kann hier sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welche Marke Sie kaufen und ob Sie Gläschen mit Bio-Lebensmitteln, mit oder ohne Fleisch oder Fisch wählen. Babybrei kaufen kann daher von etwas teurer bis doppelt so teuer wie selber kochen sein.

Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten

Die aktuellen Empfehlungen und vor allem viele Praxistipps, weil die beste Theorie nur hilft, wenn man auch weiß, wie man sie im Alltag umsetzen kann.

Zeit­auf­wand und Allt­ags­taug­lich­keit: Wie viel Ar­beit macht sel­ber ko­chen?

Kaufen geht natürlich schneller und macht weniger Arbeit als selber machen.

Aber gerade die Zubereitung des Getreide-Obst-Breis und des Milch-Getreide-Breis ist wirklich fast genauso schnell gemacht, wie das Erwärmen oder Anrühren der Fertigprodukte. Probieren Sie es doch mal aus und entscheiden Sie dann.

Und auch das Kochen des Mittagsbrei ist in der Regel deutlich weniger Aufwand als Sie es erwarten würden. Sie brauchen für die Breizubereitung lediglich 3 Rezepte, keine Kochbücher mit hunderten von Breirezepten. Mehr Information hierzu finden Sie in meinem Artikel Warum 3 Rezepte für die Beikostzeit reichen und Kochbücher überflüssig sind.

Nach­haltig­keit, Qua­lität und Hy­gie­ne: Baby­brei kau­fen hat Vor- und Nach­tei­le

Babynahrung fertig kaufen produziert deutlich mehr Verpackungsmüll als selbst kochen.

Wird Brei industriell hergestellt ist gleichbleibende Qualität und Hygiene besser gewährleistet, als wenn Sie selbst kochen.

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Fazit

Es spricht also Einiges für selbst gemachten Brei. Was hält Sie ab? Wahrscheinlich der Aufwand. Dieser wird aber häufig überschätzt. Besonders bei Getreide-Obst- und Milch-Getreide-Brei ist der Aufwand wirklich gering. Laden Sie sich meinen Beikost-Guide im PDF-Format mit den Brei-Rezepten herunter und probieren Sie es aus!

Sie wollen trotzdem lieber Fertigbrei kaufen? Dann empfehle ich Gemüse, Obst und Fleisch pur zu kaufen und den Brei selbst entsprechend dem in den Rezepten angegebenen Verhältnis zu mischen. Die Auswahl purer Obst-, Gemüse, Fleisch- und Fischgläschen ist jedoch sehr eingeschränkt und Kartoffel gibt es pur leider gar nicht zu kaufen.

Welche Breigläschen am Besten geeignet sind? Die Antwort finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie als eBook im PDF-Format herunterladen können.

Häu­fig gestellte Fra­gen

Gegen Gläschen spricht, dass sie teurer sind, teilweise Zusatzstoffe, Aromen, Zucker oder Salz enthalten und nicht so gut schmecken, wie selbst gekochter Brei. Außerdem entsteht beim Kauf von Gläschen mehr Verpackungsmüll.

Brei selbst kochen ist günstiger als Gläschen zu kaufen. Außerdem schmeckt selbst gekochter Brei besser und enthält keine Zusatzstoffe, Aromen, Zucker oder Salz.

Industriell hergestellte Babynahrung unterliegt strengen gesetzlichen Schadstoff- und Hygiene-Kontrollen. Sie wird auch schonend zubereitet, so dass genügend Vitamine erhalten bleiben. Der Nachteil von Fertigbrei ist, dass die Zutaten nicht immer im richtigen Verhältnis und manchmal unerwünschte Zusätze enthalten sind.

3 Gründe, warum Ihr Baby Gläschen lieber mag

  1. Der selbstgekochte Brei ist evtl. nicht so fein püriert wie der im Gläschen oder unterscheidet sich anderweitig in der Konsistenz. Ist der Brei flüssiger? Oder fester?
  2. Die Temperatur ist unterschiedlich. Ist der Brei wärmer oder kälter?
  3. Das Gemüse im Gläschen schmeckt süßer. Auch z. B. Karotten schmecken unterschiedlich je nach Sorte, die verwendet wird. Saftkarotten sind z. B. deutlich süßer als andere Sorten. So kann Karottenbrei sehr unterschiedlich schmecken, auch wenn ausschließlich Karotten enthalten sind.

Probieren Sie den selbstgekochten Brei und den gekauften doch mal selbst und vergleichen Sie Konsistenz und Geschmack, vielleicht können Sie erkennen was genau den Unterschied macht.

Parallel können Sie versuchen, die Gläschen mit selbstgekochten Brei zu mischen und dann den Anteil des Fertigbreis ganz langsam immer mehr zu reduzieren, damit sich Ihr Baby an den Geschmack des selbstgekochten Brei gewöhnt.

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Hallo, ich bin Barbara Eder.

Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.

Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.

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