Familienessen, Familie
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Was ist besser? Brei oder Fingerfood?

Es gibt jede Menge unterschiedlicher Empfehlungen zur Art der Beikost. Worum handelt es sich bei den verschiedenen Formen eigentlich, woher kommen die Empfehlungen und welche ist die Beste?

Inhaltsverzeichnis

Was be­deu­tet das ei­gent­lich? Brei, brei­frei, Fin­ger­food, Baby-led Wea­ning

Beschäftigen Sie sich etwas mit dem Thema Beikost, recherchieren im Internet oder suchen passende Bücher werden sie sehr schnell mit diesen Begriffen konfrontiert. Doch was bedeuten sie eigentlich genau?

Bei­kost mit Brei

Bei der Beikosteinführung mit Brei wird frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats begonnen. Sobald das Baby die entsprechenden Reifezeichen zeigt, werden Schritt für Schritt 3 Milchmahlzeiten pro Tag durch Brei ersetzt. Alle Lebensmittel werden dem Baby in pürierter oder zerdrückter Form angeboten. Das Baby wird mit dem Brei gefüttert. Der Brei wird entweder selbst gekocht oder fertig gekauft.

Brei­freie Bei­kost, Fin­ger­food, Baby-led Wea­ning

Mal liest man den einen, dann wieder den anderen Begriff, aber im Prinzip ist immer das Gleiche gemeint. Dem Baby werden, sobald es die Reifezeichen zeigt Lebensmittel in stückiger Form angeboten. Meist sind sie gedämpft oder gedünstet, da sie roh viel zu hart und für das Baby nicht geeignet sind. Das Baby wird nicht oder nur sehr wenig gefüttert. Es nimmt sich selbst vom Familienessen, was es essen möchte. Bei dieser Form wird immer selbst gekocht.

Ver­gleich der Bei­kost mit und ohne Brei

mit Brei

  • Beginn: frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, wenn die Reifezeichen gezeigt werden
  • Konsistenz: pürierte oder zerdrückte Lebensmittel
  • Selbstbestimmtheit: geringer, da Baby gefüttert wird und die Lebensmittel nicht selbst einzeln aussuchen kann. Auch hier gilt aber „nach Bedarf“, Hunger- und Sättigungsgefühl ist zu beachten
  • Aufwand: höher, wenn der Brei selbst gekocht wird, da er separat für das Baby zubereitet wird und geringer, wenn Fertigbrei verwendet wird.

brei­frei

  • Beginn: wenn die Reifezeichen gezeigt werden, in der Regel wird aber länger voll gestillt oder Säuglingsmilchnahrung gefüttert, da die meisten Babys erst später in der Lage sind eine relevante Menge fester Lebensmittel zu essen
  • Konsistenz: fest Lebensmittel in stückiger Form
  • Selbstbestimmtheit: höher, da Baby nicht gefüttert wird und aus dem Familienessen angebotene Lebensmittel selbst wählen kann, Baby isst entsprechend seines Hunger- und Sättigungsgefühl 
  • Aufwand: geringer, da einzelne Komponenten aus dem Familienessen angeboten werden, hierbei müssen die Rezepte aber so gewählt werden, dass die dem Baby angebotenen Lebensmittel noch ungewürzt sind

Wo­her kom­men die un­ter­schied­li­chen Empfeh­lun­gen?

Die Empfehlungen zur Beikost mit Brei kommen aus einer Handlungsempfehlung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Zur breifreien Beikost findet man sehr viele unterschiedliche „Empfehler“, die sich aber meist auf das Konzept der Engländerin Gill Rapley berufen. Sie war mehr als 20 Jahre als Mütterpflegerin, Hebamme und Stillberaterin tätig.

Kön­nen Brei und brei­freie Bei­kost auch kom­bi­niert wer­den?

Auch hier unterscheiden sich die Meinungen. Entsprechend der Empfehlung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist es möglich, zusätzlich zum Brei ab und zu geeignetes Fingerfood anzubieten.

Einige Breifrei-Befürworter raten davon ab, weil sie der Meinung sind, dass der Wechsel zwischen festen Lebensmitteln und Brei Ihr Baby überfordert. Andere empfehlen das Baby keinesfalls zu füttern, damit es selbstbestimmt essen kann. Was Brei natürlich ausschließt, da er von Ihrem Baby nicht selbständig gegessen werden kann.

Meine persönliche Meinung hierzu ist: Meines Wissens haben unsere Vorfahren alles, was das Baby selbst essen konnte, in die Hand gegeben und den Rest vorgekaut. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass man Brei und Fingerfood kombinieren kann.

Wel­che Form der Bei­kost ist bes­ser?

Bei der Beikost mit Brei kann Ihr Baby früher relevante Mengen essen und auch Lebensmittel, die am Stück noch nicht gegessen werden können, weil sie schwer zu kauen sind wie z. B. Rindfleisch. Dieser frühere Zeitpunkt ist zusammen mit dem Stillen wichtig für die Vorbeugung von Allergien.

Viele Befürworter der breifreien Beikost betonen, dass das Baby nur dann selbstbestimmt essen kann, wenn es sich die Lebensmittel selbst aussuchen kann. Das ist natürlich richtig, weil Ihr Baby aus einem Kartoffel-Karotten-Fleisch-Brei nicht nur die Kartoffeln oder die Karotten aussuchen kann. 

Außerdem wird bei breifreier Beikost meist betont, dass Ihr Baby nur entsprechend seines Hunger- und Sättigungsgefühl essen kann, wenn es nicht gefüttert wird. Aus meiner Sicht kann und sollte man aber auch beim Füttern auf das Hunger- und Sättigungsgefühl achten. Wie beim Stillen und auch beim Flasche geben, sollte nach dem Bedarf des Babys gefüttert werden. Das Baby bestimmt also aus meiner Sicht in beiden Fällen, ob es etwas isst und die Menge. Manche breifrei kochenden Mütter berichten übrigens sogar, dass Ihr Baby phasenweise darauf besteht gefüttert zu werden und es ihm zu anstrengend ist selbst zu essen.

Bleibt noch die Einschätzung des Arbeitsaufwands. Brei muss natürlich separat zubereitet werden und ist, sofern Sie keinen Fertigbrei kaufen, mehr Aufwand. Allerdings entsteht natürlich auch, wenn das Baby am Familienessen teilnimmt, ein gewisser Mehraufwand.

  • Sie müssen Rezepte auswählen, die sich auch für Ihr Baby eignen. Beispielsweise Steak mit Salat eignet sich hier nicht.
  • Sie müssen alle Komponenten zunächst ungewürzt zubereiten und dann am Tisch für sich selbst nachwürzen. Wenn Sie das schon mal ausprobiert haben, wissen Sie, dass nachwürzen nicht so gut schmeckt, wie wenn beim Kochen gewürzt wird.
  • Der Babyhunger fällt nicht immer auf den Zeitpunkt, zu dem das Familienessen stattfindet. In diesem Fall müssen Sie für Ihr Baby entweder früher kochen oder etwas aufbewahren.

Fazit

Meiner Meinung nach ist die Beikost mit Brei empfehlenswerter. Einerseits, weil nur so relevante zusätzliche Mengen von Energie und Nährstoffen aufgenommen werden können. Andererseits, da die etwas frühere Einführung bei gleichzeitigem weiter stillen das Allergierisiko senkt. Gleichzeitig finde ich es aber auch wichtig, dass das Baby baldmöglichst Erfahrungen mit festen Lebensmitteln und selbstbestimmtem Essen macht. Ich würde daher, sobald das Baby soweit ist, auch immer mal wieder Fingerfood anbieten, also Brei und Fingerfood kombinieren.

Mehr Information zur Beikosteinführung und Rezepte finden Sie in meinem kostenlosen Beikost-Guide, den Sie sich als PDF herunterladen können.

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