Ab wann Wasser für Babys? Wie viel + Welches? TABU: Tabellen?
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Ab wann dürfen oder sollten Babys Wasser trinken? Wie viel Wasser zur Beikost sollten sie trinken und welches Wasser ist am besten geeignet? Diese Fragen beantworte ich im Artikel und erkläre außerdem, warum Tabellen mit Trinkmengen in ml ungeeignet sind.
Inhaltsverzeichnis
Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?
Wasser trinken ab Beikoststart
Erst mit der Einführung der 3. Breimahlzeit im Rahmen der Beikosteinführung, sollte Ihr Baby laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ca. 200 ml Wasser trinken.
Damit das Wasser trinken mit Einführung des 3. Breis auch klappt, sollten Sie mit Beikoststart mit dem Üben beginnen. Es geht dabei wirklich nur ums Trinken üben, nicht darum, dass das Baby eine bestimmte Menge trinkt.
Vor der Einführung des 3. Breis brauchen Babys kein Wasser und sollten auch keines bekommen (sofern der Kinderarzt nicht in speziellen Situationen dazu rät). Die Flüssigkeit, die mit der Muttermilch oder der Pre-Milch aufgenommen wird, reicht vollkommen aus.
Auch an heißen Tagen oder wenn das Baby aus anderen Gründen schwitzt. In diesem Fall sollten Sie Ihr Baby einfach öfter stillen oder öfter Pre-Milch anbieten (nicht verdünnen!).
Ist es schlimm, wenn ein Baby zu viel Wasser trinkt?
Wenn Babys zu früh oder zu viel Wasser bekommen, kann das sogar negative Auswirkungen haben.
Der Grund dafür ist, dass die Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind und daher größere Mengen an Wasser nicht bewältigen können. Im schlimmsten Fall droht eine sogenannte Wasservergiftung (siehe auch Artikel Diätverbands e.V.).
Achten Sie auch darauf, Pre-Milch entsprechend der Dosierung lt. Packungsangabe anzumischen. Pre-Milch darf weder verdünnt noch „angedickt“ werden.
Auch die Wassermenge von ca. 200 ml mit der Einführung des 3. Breis, sollte aus diesem Grund nicht überschritten werden, sofern der Kinderarzt nicht dazu rät.
Wie viel Wasser sollten Babys trinken? Nein zu Trink-Tabellen mit ml-Angaben!
Wie bereits oben erwähnt, sollten Babys mit der Einführung der 3. Breimahlzeit im Rahmen der Beikosteinführung ca. 200 ml Wasser trinken. Diese Menge entspricht natürlich nicht dem täglichen Flüssigkeitsbedarf Ihres Babys. Die restliche Flüssigkeit, die Babys pro Tag benötigen wird weiterhin über Mutter- oder Pre-Milch aufgenommen. Bis zum ersten Geburtstag sollten Babys Mutter- oder Pre-Milch ganz nach Bedarf bekommen (siehe Regierungsnetzwerk gesund ins Leben).
Das Wasser sollte es am besten aus einem kleinen, gut gefüllten Becher geben z. B. Espressotasse oder Schnapsglas natürlich mit ausreichend dicken Rand, damit das Baby ihn auf keinen Fall zerbeißen kann.
Mit Übergang zum Familientisch und damit weiterer Reduzierung der Milchmahlzeiten, sollte laut BIÖG die Wassermenge pro Tag größer werden.
Wie viel Wasser Kinder ab 1 Jahr trinken sollten, ist laut DGE und Regierungsnetzwerk gesund ins Leben abhängig von
- seinem Körpergewicht
- seinen Aktivitäten (viel oder wenig Bewegung)
- den Temperaturen (Sommer oder Winter)
- der Menge an Salz und Zucker, die Ihr Kind isst (je höher die Menge, desto mehr Wasser wird benötigt, um überschüssiges Salz und Zucker wieder auszuscheiden)
- der Menge an Flüssigkeit, die über die Nahrung aufgenommen werden (z. B. Brot wenig Wasser, Suppe viel Wasser). Laut DGE wird ein Drittel des benötigten Wassers über die Nahrung aufgenommen.
- der Menge an Mutter- und Pre-Milch, die Ihr Kind vielleicht noch trinkt.
Selbstverständlich kann sich der Flüssigkeitsbedarf deutlich erhöhen, wenn Ihr Kind krank ist z. B. Fieber oder Durchfall hat oder sich übergibt. In diesem Fall sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen.
Da es so viele Einflussgrößen gibt, können zwei Babys, die gleich alt sind sehr unterschiedlich viel Wasser benötigen.
Da der Flüssigkeitsbedarf so individuell ist, ist es nicht sinnvoll, sich an einer der vielen im Internet kursierenden Trink-Tabellen mit ml-Angaben zu orientieren. Außerdem enthalten die Angaben in den Tabellen in der Regel die Flüssigkeit, die über die Nahrung aufgenommen wird. Da Sie die genaue Menge aber nicht wissen können, ist es schwer sich an den Tabellen zu orientieren.
Daher ist es viel einfacher und sinnvoller statt die getrunkene ml-Menge an Wasser zu überwachen, die Menge, die als Pipi in der Windel landet zu beobachten. Menschen scheiden nur dann viel Wasser aus, wenn sie genug trinken. Trinken Kinder zu wenig, erkennt man das am besten an der Pipi-Menge (Details siehe nachfolgende Abschnitte.)
Bei einem gesunden Baby (bei Krankheit kann es anders sein) sorgt das natürliche Durstgefühl dafür, dass es normalerweise ganz automatisch genug trinkt, sofern ihm regelmäßig Wasser angeboten wird bzw. Wasser so zur Verfügung steht, dass es sich jederzeit selbst bedienen kann.
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Anzeichen: Trinkt mein Kind genug Wasser?
Hinweise, dass ein Kind genug Flüssigkeit aufnimmt
- 4 – 5 nasse Windel in 24 Stunden.
- Fast farbloser Urin, der nicht stark riecht.
- Lebhaftes und aufmerksames Verhalten.
Trinkt mein Kind zu wenig Wasser? Wassermangel erkennen
Hinweise, dass ein Kind zu wenig Flüssigkeit aufnimmt
- Urinmenge sehr gering.
- Gelb gefärbter Urin, der intensiv riecht.
- Trockene Lippen und trockener Mund
- Verstopfung kann ein Anzeichen für Flüssigkeitsmangel sein, muss aber nicht.
- Das Kind wirkt müde und antriebslos.
- Kind weint, aber es kommen keine Tränen.
Kinder, die zu wenig getrunken haben, sind auch oft weinerlich, unruhig, schlecht gelaunt. Dieses Verhalten kann aber natürlich auch andere Gründe haben.
Mehr Infos finden Sie bei der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Im Zweifel sollten Sie immer mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt sprechen.
Welches Wasser für Babys?
Pures Wasser ohne Zucker oder anderen Geschmack ist für Babys am besten geeignet, weil sie sich dann nicht daran gewöhnen, dass Getränke „Geschmack“ haben müssen.
Dürfen Babys Leitungswasser trinken?
Grundsätzlich dürfen Babys in Deutschland Leitungswasser trinken (siehe auch Artikel der Verbraucherzentrale), aber erst ab Einführung der 3. Beikostmahlzeit wie in den vorherigen Abschnitten erläutert.
Nur bei Kupferrohren oder, wenn Sie in einem Haus mit alten Leitungen wohnen, sollten Sie abklären, ob das Wasser aus diesen Leitungen für Babys geeignet ist. Die Wasserqualität kann bei den Wasserwerken oder der Gemeinde erfragt werden, wie es mit den Leitungen im Haus aussieht beim Besitzer/Vermieter.
Lassen Sie das Leitungswasser laufen, bis es kalt ist, damit Sie Ihrem Baby frisches und kein abgestandenes Wasser geben.
Verwenden Sie keine Wasserfilter, in diesen können sich Keime sehr schnell vermehren, daher damit gefiltertes Wasser für Babys nicht geeignet.
Bis wann muss man Wasser für Babys abkochen?
Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte das Wasser abgekocht werden. Als Getränk neben der Beikost muss es normalerweise nicht abgekocht werden, wenn Sie sich sicherer fühlen, wenn Sie es abkochen, ist das aber auch kein Problem 😊.
Sobald Ihr Baby viel Zeit auf dem Boden verbringt, ist es aber auf keinen Fall mehr notwendig in Deutschland Leitungswasser abzukochen. Es kommt auf dem Boden mit deutlich mehr Bakterien und Keimen in Kontakt, als im Wasser enthalten sind.
Welches gekaufte Wasser ist für Babys geeignet?
Ist Ihr Leitungswasser nicht geeignet oder auch im Ausland, sollten Sie abgepacktes, stilles Wasser kaufen. Abgepacktes Wasser muss mit „zur Zubereitung für Säuglingsnahrung“ geeignet gekennzeichnet sein. Fehlt diese Kennzeichnung, ist es nicht für Babys geeignet. Siehe auch Artikel von Ökotest.de.
Lagern Sie geöffnete Flaschen abgepackten Wassers im Kühlschrank, verwenden Sie geöffnete Flaschen nur kurze Zeit und kochen Sie das Wasser aus angebrochenen Flaschen ab. Die Verdauung Ihres Babys reagiert noch deutlich empfindlicher auf Bakterien und Keime, als die eines Erwachsenen.
Tee und Fencheltee für Babys: Warum Sie ihn vermeiden sollten
Tee kann laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) generell gesundheitlich bedenkliche Stoffe und auch für Babys nicht geeignete ätherische Öle enthalten. Insbesondere Fencheltee sollten Kinder unter 4 Jahren nicht bekommen. Mehr Infos dazu finden Sie im Artikel zu Fencheltee der Kinderärzte im Netz.
Fazit
In den ersten Monaten sollte Ihr Baby so oft und so viel Muttermilch oder Pre-Milch trinken, wie es möchte und noch kein Wasser bekommen (sofern nicht in speziellen Fällen vom Kinderarzt empfohlen).
Der Grund dafür ist, dass die Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind und daher größere Mengen an Wasser nicht bewältigen können. Im schlimmsten Fall droht eine sogenannte Wasservergiftung.
Ab dem Beikoststart können Sie das Wasser trinken üben, aber erst mit der Einführung des 3. Breis sollte Ihr Baby ca. 200 ml Wasser pro Tag trinken. Neben den Breimahlzeiten sollte Ihr Baby bis zum 1. Geburtstag Muttermilch oder Pre-Milch nach Bedarf bekommen.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.