Welches Obst ab wann für Babys? Als Mus, roh, gerieben oder am Stück?
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Im Rahmen der Beikosteinführung stellt sich meist recht schnell die Frage, wann ein Baby Obst bekommen darf, welche Sorten geeignet sind und in welcher Form es am besten angeboten werden sollte. Diese Fragen beantworte ich im Artikel.
Hinweis: Dieser Blogartikel beinhaltet lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Er ersetzt auf keinen Fall eine individuelle Beratung durch einen Kinderarzt.
Inhaltsverzeichnis
Ab wann dürfen Babys Obst essen?
Im Rahmen der Beikosteinführung können Babys frühestens ab Beginn des 5. und spätestens ab Beginn des 7. Monats kleine Mengen Obst zusammen mit dem Mittagsbrei bekommen – natürlich nur, wenn sie die Beikostreifezeichen erfüllen.
Entsprechend der in 2026 aktualisierten AWMF S3-Leitlinie zum Thema Stillen, sollten Babys bis zum Ende des 6. Monats ausschließlich gestillt werden. Nur, wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt, sollten Sie laut AWMF S3-Leitlinie zur Allergieprävention ggf. früher mit Brei beginnen.
Die Beikosteinführung sollte mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (Mittagsbrei) begonnen werden (siehe auch Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)), der kleine Mengen Obst in Form von Saft enthält.
Der Grund dafür, dass die Beikost mit dem Mittagsbrei beginnt und nicht mit dem Getreide-Obst-Brei ist: Der Mittagsbrei enthält mehr unterschiedliche Lebensmittel und damit auch mehr unterschiedliche Nährstoffe (insbesondere Eisen). Außerdem ist es oft schwierig Babys herb schmeckendes Gemüse schmackhaft zu machen, wenn sie zu früh oder zu viel süßes Obst bekommen.
Wenn der Mittagsbrei mit allen Zutaten ca. 1 Monat lang gegessen wurde, kann Ihr Baby frühestens mit Beginn des 6. Monats größere Mengen Obst im Rahmen der Einführung des Getreide-Obst-Breis bekommen.
Bestimmte Obstsorten sollten Sie aber nur in Maßen und ab und zu anbieten, da sie sehr süß und/oder schwer verdaulich sind. Die Details dazu finden sie in den nächsten Abschnitten dieses Artikels.
In welcher Form dürfen Babys Obst essen?
Die meisten Babys bekommen Obst als Zutat des Getreide-Obst-Brei. Das Obst kann als zerdrücktes, geriebenes oder püriertes frisches Obst oder als Obstmus aus dem Fertiggläschen angeboten werden.
Manche Babys sind aber auch gleich zu Beginn der Beikosteinführung in der Lage geeignetes Obst als Fingerfood zu essen, andere auch erst gegen Ende des ersten Lebensjahres.
Ich habe schon einige Babys in der Zeit der Beikosteinführung begleitet und gesehen wie unterschiedlich sie mit stückige Lebensmitteln umgehen. Die einen lutschen mit 7 Monaten begeistert am Fingerfood und bekommen es irgendwie zerdrückt und gegessen. Andere gucken mit 11 Monaten völlig entsetzt, wenn der Brei mal ein kleinstes Klümpchen enthält und buxieren das auf dem schnellsten Weg wieder aus dem Mund.
Quetschies sind aus meiner Sicht nicht empfehlenswert. Sie sind meistens sehr süß und enthalten sehr viel Fruchtzucker, der beim Saugen auch noch die Zähne umspült. Sie sollten daher nur selten verwendet werden. Das bestätigt auch das Regierungsnetzwerk gesund ins Leben.
Auch in einem Obstsauger bzw. Obstschnuller sollte Obst nicht angeboten werden. Die Gründe dafür finden Sie in meinem Artikel FAQ Fruchtsauger für Babys: Ab wann sinnvoll oder besser meiden?.
Trockenobst wie Rosinen oder Datteln sollten Babys unter 1jährige noch nicht bekommen, weil es Fruchtzucker in sehr konzentrierter Form enthält. Babys sollten Fruchtzucker aber nur in Form von frischem Obst bekommen. Und auch ab einem Jahr, sollten Sie Trockenobst genauso sparsam verwenden wie normalen Haushaltszucker.
Auch gefriergetrocknetes Obst schmeckt süßer als frisches und kann außerdem in größeren Mengen als frisches Obst gegessen werden. Außerdem kann es sich an den Gaumen kleben. Daher würde ich Babys noch keine gefriergetrocknetes Obst geben und es auch älteren Kindern nur gelegentlich in kleinen Mengen anbieten.
Ab wann dürfen Babys Obst roh essen und welches?
Mit der Einführung des Getreide-Obst-Breis sollten Babys jedes für sie geeignete frische Obst am besten roh bekommen, weil das Obst so die meisten Vitamine enthält.
Tiefgekühlte Beeren müssen für Babys aber durchgekocht werden, weil sich darin Viren befinden können. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Vorsorglich würde ich auch anderes TK-Obst durchkochen.
Welches Obst eignet sich für Babys?
In diesem Abschnitt gebe ich Ihnen ein Überblick über geeignete Obstsorten. Detailinformationen zu den Sorten finden Sie weiter unten im Artikel. Sie können auch auf die Obstsorte klicken, um direkt zu den Detailinformationen zu gelangen.
Leicht verdauliche Obstsorten für den Beikoststart
Schwerer verdauliche Obstsorten für geübtere Beikostesser
Beispiele
Diese Obstsorten führen bei manchen Babys (nicht bei allen) anfangs zu Durchfall oder einem wunden Po. Wann Ihr Baby auch schwerer verdauliches Obst verträgt, hängt von seiner individuellen Entwicklung ab nicht – wie von vielen Eltern vermutet – vom genauen Alter. Die Entwicklung verläuft auch in diesem Bereich sehr unterschiedlich.
Ab wann dürfen Babys Mango und Banane essen?
Sehr süße Obstsorten wie Banane oder Mango würde ich erst später und nur in kleinen Mengen anbieten, damit sich Ihr Baby nicht zu schnell an den besonders süßen Geschmack gewöhnt.
Einerseits sollte Ihr Baby viele unterschiedliche Obstsorten bekommen, andererseits soll aber natürlich seine Verdauung nicht überfordert werden. In meinem Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten erkläre ich genau, in welcher Reihenfolge, Geschwindigkeit und Menge ich unterschiedliche Lebensmittel – auch Obst – einführen würde, so dass erst leichter und mit der Zeit auch schwerer verdauliche Lebensmittel schrittweise dazukommen.
Im Workbook finden Sie auch meine persönliche Liste an Lebensmitteln, die für Babys in der Beikostzeit geeignet sind. Ich erkläre außerdem, welche Lebensmittel (auch welche schwerer verdaulichen Obstsorten) ich für ungeeignet halte und warum, damit Sie für sich entscheiden können, ob Sie es genauso sehen oder anders handhaben möchten.
Ab wann kann man Babys Obst am Stück als Fingerfood in die Hand geben?
Manche Babys können schon mit Beikostreife – also zwischen dem Beginn des 5. und 7. Monats – kindgerechtes Obst-Fingerfood essen, andere erst gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Entwicklung verläuft bei jedem Baby unterschiedlich, daher müssen Sie vorsichtig ausprobieren, wann Ihr Baby für Fingerfood bereit ist.
In der S3-Leitlinie zum Thema Stillen wird empfohlen bis zum Ende des 6. Monats ausschließlich zu stillen, das heißt Ihr Baby sollte auch Fingerfood erst mit Beginn des 7. Monats bekommen. Laut Leitlinie sollten Sie nur dann ggf. früher mit Beikost beginnen, wenn Ihr Baby ein erhöhtes Allergierisiko hat.
Welches Obst eignet sich als Fingerfood? Wie am besten schneiden?
Größere Stücke weicher Obstsorten wie reifer Pfirsich können geschält als Fingerfood angeboten werden. Kleine Obststücke sind erst dann für Babys geeignet, wenn sie den Pinzettengriff (Dinge zwischen Zeigefinger und Daumen aufnehmen) beherrschen.
Kleines, rundes Obst wie kernlose Weintrauben muss auch für Kinder, die den Pinzettengriff beherrschen, der Länge nach geviertelt werden, weil die Gefahr des Verschluckens ansonsten zu groß ist.
Hartes Obst sollte entweder geschält und gedünstet oder gerieben werden, da sich Babys und kleine Kinder daran verschlucken können (Aspirationsgefahr).
Mehr Infos dazu, was Sie bei den unterschiedlichen Obstsorten beachten sollten, wenn Sie sie als Fingerfood anbieten wollen, finden Sie im Abschnitt Beikost-Check: Was ist bei unterschiedlichen Obstsorten zu beachten? 10 Beispiele
Wenn Sie wissen möchten, welche Lebensmittel Sie als Fingerfood ausprobieren können und wie Sie die einzelnen Lebensmittel (natürlich auch Obst) in Bezug auf Größe, Form und Konsistenz am besten zubereiten, werfen Sie gerne einen Blick auf mein Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten. Im Workbook finden Sie ganz konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Welche anderen Lebensmittel Babys und kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen, habe ich in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder (0 Euro) für Sie zusammengestellt, den Sie sich gerne herunterladen können.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
Was kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen für 0 € als PDF herunterladen.
Wie viel Obst am Tag dürfen Babys essen?
Babys sollten in der Beikostzeit ca. 100 g Obst pro Tag im Getreide-Obst-Brei bekommen (siehe auch Regierungsnetzwerk gesund ins Leben). Schwerer verdauliche Sorten sollten Sie anfangs nur in kleinen Mengen anbieten, also ggf. mit leichter verdaulichen Sorten mischen.
Achten Sie darauf nicht zu oft das gleiche Obst zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass Babys abwechslungsreich – also viele unterschiedliche Obstsorten – essen sollten.
Beikost-Check: Was ist bei unterschiedlichen Obstsorten zu beachten? 10 Beispiele
Auch wenn Obst grundsätzlich mit Beikoststart eingeführt werden kann, gibt es je Obstsorte Besonderheiten, so dass manche Sorten sich besser für geübtere Beikostesser eignen und andere besonders für Beikost-Anfänger. Ich habe Ihnen die Besonderheiten für 10 Obstsorten, nach denen ich oft gefragt werde, zusammengefasst.
Was zu grundsätzlich zu beachten ist, wenn Sie Obst als Fingerfood anbieten möchten, finden Sie im Abschnitt Welches Obst eignet sich als Fingerfood? Wie am besten schneiden? Weitere Details finden Sie bei der jeweiligen Obstsorte (nachfolgende Abschnitte).
Hinweis: Dieser Blogartikel beinhaltet lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Er ersetzt auf keinen Fall eine individuelle Beratung durch einen Kinderarzt.
Ananas
Grundsätzlich können Sie Ananas frisch oder aus der Dose anbieten. Frische Ananas sollten reif, aber nicht überreif sein und enthalten mehr Vitamine als Dosenobst. Bei Obstkonserven sollten Sie darauf achten, dass sie ungezuckert sind.
In Maßen sind Ananas gesund für Babys. Sie enthalten Vitamin C und A sowie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und sekundäre Pflanzenstoffe. Außerdem enthalten sie das Enzym Bromelain, dem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird.
Reife Ananas sind aber auch sehr süß, da sie sehr viel Fruchtzucker enthalten und sind ziemlich schwer verdaulich. Daher sollten Sie sie Ihrem Baby nicht zu oft und anfangs nicht in zu großen Mengen geben. Außerdem wird empfohlen zunächst mit heimischen Obstsorten zu beginnen.
Durch den hohen Fruchtzuckergehalt, können Ananas bei Babys Durchfall und einen wunden Po auslösen, daher sollten Sie zunächst nur kleine Mengen – als Zutat im Getreide-Obst-Brei – ausprobieren.
Ananas ist sehr fasrig, daher würde ich sie Kindern am Stück erst anbieten, wenn sie alle Backenzähne haben, um sie gut kauen zu können. Babys würde ich Ananas nur püriert und in kleinen Mengen anbieten.
Apfel
Apfel eignet sich sehr gut, wenn Sie gerade erst mit der Einführung von Obst beginnen. Äpfel sind gesund für Babys, weil sie verdauungsregulierend wirken, ballaststoffreich sind und B-Vitamine, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphat, Kalium enthalten.
Ihr Baby sollte Apfel am besten roh bekommen, weil so die meisten Vitamine enthalten sind. Sie können ihn reiben (anfangs ohne, später mit Schale, sofern sie nicht gewachst ist) und als Zutat des Getreide-Obst-Breis anbieten.
Wenn Sie Ihrem Kind Apfel am Stück geben wollen, sollten Sie ihn weich dünsten. Weich gedünstete Apfelstücke sollten für Babys, die den Pinzettengriff (Dinge zwischen Zeigefinger und Daumen aufnehmen) noch nicht beherrschen, in nicht zu kleine Stücke geschnitten werden. Babys, die keine Zähne haben, zerdrücken weich gedünsteten Apfel am Gaumen und zwischen den Kauleisten, sofern sie schon mit Fingerfood zurechtkommen, was bei manchen Babys schon mit Beikostreife, bei anderen aber erst gegen Ende des ersten Lebensjahres der Fall ist.
Rohe Apfelstücke sind erst für Ihr Kind geeignet, wenn es alle Backenzähne und ausreichend Übung im Kauen hat (das ist ca. ab dem 6. Geburtstag der Fall).
Grundsätzlich können Sie jede Apfelsorte verwenden. Am besten wählen Sie eine Sorte, die aus der Region kommt. Wenn Sie etwas vorsichtiger sein möchten, können Sie eine mild schmeckende Sorte mit wenig Säure verwenden.
Für Babys gut geeignete eher mild schmeckende Apfelsorten mit weniger Säure sind
- Gala
- Golden Delicious
- Golster
- Jonagold
- Pinky Lady
- Pinova
Apfelsorten mit viel Säure sind
- Boskoop
- Braeburn
- Granny Smith
Äpfel wirken verdauungsregulierend, das heißt sie helfen sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall. Geriebener roher Apfel mit Schale wirkt stuhlfestigend. Apfelmus (gekocht) aus geschälten Äpfeln wirkt stuhlauflockernd. Diese Varianten wirken aber nicht bei jedem Baby gleich. Bei manchen Babys wirken sie, bei anderen merkt man keinen Unterschied.
Avocado
Wenn Sie Avocado verwenden, können Sie das normalerweise im Getreide-Obst-Brei enthaltene Öl weglassen, weil Avocados viel Fett enthalten. Rohe Avocado enthält mehr Vitamine als gekochte, daher sollten Babys sie besser roh bekommen. Wenn direkt nach dem Aufschneiden im Inneren der Avocado bereits braune Stellen/Flecken zu sehen sind, würde ich sie Babys nicht mehr anbieten.
In Maßen sind Avocados gesund für Babys, weil sie leicht verdaulich sind und Folsäure, Vitamin K und E sowie Kalium, Kalzium, Omgea-3-Fettsäuren und viele Ballaststoffe enthalten.
Avocados wird eine stuhlauflockernde Wirkung zugeschrieben, aber sie wirken nicht bei jedem Baby gleich. Bei manchen Babys wirken sie stuhlauflockernd, bei anderen merkt man keinen Unterschied. Unreife Avocado kann bei Babys zu Bauchschmerzen führen.
Ich würde Avocado nicht als erstes Fingerfood anbieten, da sie sehr glitschig sein kann. Bei sehr glitschiger Avocado besteht die Gefahr, dass Ihrem Baby ein zu großes Stück in den Mund flutscht und es sich verschluckt. Ich würde Babys daher zunächst mit weniger glitschigem Fingerfood üben lassen.
Teilweise wird dazu geraten größere Avocado-Stücke in gemahlenen Nüssen oder Kokosflocken zu wälzen, damit sie weniger glitschig sind. Davon würde ich aber abraten, weil Babys, die noch wenig Übung mit Fingerfood haben, trockene Krümel (von Nüssen oder Kokosflocken) versehentlich einatmen und sich daran verschlucken können.
Banane
Für Babys eignen sich am besten reife Bananen, weil sie leichter verdaulich sind als eher unreife Bananen. Probieren Sie die Banane, wenn sie sehr reif ist. Wenn sie noch gut schmeckt, können Sie sie Ihrem Baby geben, wenn nicht, bieten Sie sie nicht mehr an. Grundsätzlich sind reife Bananen leichter verdaulich als eher unreife, sie enthalten reif aber auch mehr Fruchtzucker.
In Maßen sind Bananen gesund für Babys, weil sie leicht verdaulich sind und Kalium, Jod, Eisen, Magnesium, Zink sowie Vitamin A, B, C und E enthalten. Banane sind aber auch sehr süß und außerdem sollten Babys viele unterschiedliche Obstsorten essen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Ihr Baby keine weniger süßen Obstsorten mehr essen möchte. Daher sollten Sie sie Ihrem Baby nicht zu oft geben. Grundsätzlich wird auch empfohlen zunächst mit heimischen Obstsorten zu beginnen.
Manche Experten raten dazu Banane zu dünsten, weil gekochtes Obst verträglicher ist als rohes. Es wird jedoch empfohlen Babys frisches Obst roh anzubieten, weil es roh mehr Vitamine enthält.
Bananen – insbesondere eher unreifen – wird eine stuhlfestigende Wirkung zugeschrieben, aber sie wirken nicht bei jedem Baby gleich. Bei manchen Babys wirken sie stuhlfestigend, bei anderen merkt man keinen Unterschied.
Teilweise wird geraten, einen Teil der Schale an der Banane zu lassen, weil sie dann weniger rutschig ist. Davon würde ich aber dringend abraten, weil sich auf der Schale Pestizide und andere Düngemittel (auch bei Bio-Bananen) sowie Krankheitserreger befinden können. Daher beim Schälen das Bananeninnere möglichst nicht berühren und nach dem Schälen gut die Hände waschen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Artikel der Verbraucherzentrale NRW e. V.
Erdbeeren und Himbeeren
Erdbeeren enthalten viel Vitamin C und außerdem Folsäure, Vitamin B1, Vitamin K, Zink, Kupfer und Mangan. Himbeeren enthalten viel Vitamin C und viele B-Vitamine außerdem Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und viele Ballaststoffe. Wenn Sie möchten, können Sie die Beeren auch durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.
In Maßen sind Erdbeeren und Himbeeren gesund für Babys. Sowohl Erdbeeren als auch Himbeeren können bei Babys aber durch den hohen Fruchtsäuregehalt Bauchweh, Durchfall, einen wunden Po oder Hautausschläge auslösen.
Manche Experten raten aus diesem Grund von diesen Beeren für Babys ab. Meine Meinung dazu ist: Statt sie vollständig vom Speiseplan zu streichen, sollten Sie sie einfach erst dann ausprobieren, wenn Ihr Baby schon etwas Übung mit leichter verdaulichen Obstsorten hat und zunächst nur kleine Mengen anbieten.
Andere Experten sind der Meinung, dass Babys im ersten Lebensjahr oder zumindest bevor sie 9 Monate alt sind noch keine Erdbeeren oder Himbeeren bekommen sollten, weil sie eine allergische Reaktion auslösen können. Inzwischen lautet die Empfehlung zur Allergievorbeugung aber, dass Allergene nicht gemieden, sondern im Rahmen der Beikosteinführung angeboten werden sollten, am besten während weiter gestillt wird. Sollte in Ihrer Familie Allergien bekannt sein, sollten Sie vorher natürlich mit Ihrem Kinderarzt Rücksprache halten. Das gilt aber nicht nur für Beeren, sondern für viele andere Lebensmittel mit allergenem Potential.
Eine Erdbeer- oder Himbeerallergie macht sich meisten durch eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerkbar
- Jucken oder Kribbeln im Mund
- gerötete Haut und stark juckende Quaddeln
- Kopfschmerzen, was bei Babys natürlich schwer festzustellen ist
- Schwellung der Lippen, des Gesichts, der Zunge oder des Rachens
- Durchfall
- in schweren Fällen Atemnot
Wenn Babys und Kleinkinder von Beeren Hautausschläge, Durchfall oder einen wunden Po bekommen, handelt es sich häufig um eine sogenannte Pseudoallergie (ohne Beteiligung des Immunsystems). Die Ursache dafür ist der hohe Fruchtsäuregehalt, der zu einer übermäßigen Histaminausschüttung führen kann und keine Allergie (mit Beteiligung des Immunsystems). Sollte Ihr Baby eine Reaktion auf Beeren zeigen, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen, bevor Sie sie für immer vom Speiseplan streichen.
Mehr Infos zu Lebensmittelallergien finden Sie im Artikel Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Babys sollten frische Erdbeeren oder Himbeeren am besten roh bekommen. TK-Beeren dürfen Babys nur durchgekocht essen, weil sich darin Viren befinden können. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Auch gefriergetrocknete Beeren sind grundsätzlich für Babys geeignet. Babys können aber deutlich größere Mengen gefriergetrocknete Beeren essen, als es frisch der Fall wäre und sie schmecken auch süßer. Daher sollte es gefriergetrocknete Beeren nur ab und zu geben und frische Erdbeeren oder Himbeeren bevorzugt werden. Außerdem können gefriergetrocknete Beeren am Gaumen kleben bleiben und den Würgereflex auslösen.
Da Erdbeeren meistens nicht sehr groß und Himbeeren sehr klein sind, würde ich Babys frühestens dann Erdbeerstücke geben, wenn sie den Pinzettengriff (Dinge mit Daumen und Zeigefinger aufnehmen) beherrschen.
Heidelbeeren
In Maßen sind Heidelbeeren gesund für Babys. Sie enthalten viel Vitamin C und Folsäure und außerdem Eisen, Zink und Kalium.
Heidelbeeren können bei manchen Babys aber zu Durchfall führen. Daher sollten Sie sie Ihrem Baby nicht zu oft und anfangs nicht in zu großen Mengen geben.
Größeren Mengen frischer Heidelbeeren wird eine stuhllockernde Wirkung zugesprochen, getrockneten eine stuhlfestigende Wirkung. Generell wirkt Obst nicht bei allen Babys gleich. Außerdem kann der Stuhl dunkler werden, wenn größere Mengen Blaubeeren gegessen wurden.
TK-Heidelbeeren müssen laut BfR für Babys durchgekocht werden, weil sich darin Viren befinden können. Babys sollten aber sowieso besser frische Heidelbeeren roh bekommen.
Heidelbeeren sollten für Babys am besten püriert und für Kleinkinder der Länge nach geviertelt werden, da sie durch ihre prallelastische, runde Form und ihre glatte Oberfläche leicht verschluckt werden und den Zugang zur Luftröhre verschließen können. Geviertelte Heidelbeeren sind für Babys zu klein, daher würde ich sie für Babys nur püriert anbieten.
Dies gilt übrigens nicht nur für Heidelbeeren bzw. anderes Obst, sondern für alle Lebensmittel mit ähnlicher Form. In meinem Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten zeige ich Ihnen, welche Lebensmittel in welcher Form, Größe und Konsistenz für Babys geeignet sind.
Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten
Die aktuellen Empfehlungen und vor allem viele Praxistipps, weil die beste Theorie nur hilft, wenn man auch weiß, wie man sie im Alltag umsetzen kann.
Kiwi
Kiwi enthalten viel Vitamin C und Folsäure außerdem Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium.
In Maßen sind Kiwi gesund für Babys, sie können bei Babys aber Bauchweh, Durchfall, einen wunden Po oder Hautausschläge auslösen.
Manche Experten raten aus diesem Grund von Kiwi für Babys ab. Meine Meinung dazu ist: Statt Kiwi vollständig vom Speiseplan zu streichen, sollten Sie sie einfach erst dann ausprobieren, wenn Ihr Baby schon etwas Übung mit leichter verdaulichen Obstsorten hat und zunächst nur kleine Mengen anbieten.
Manchmal kursiert auch noch die alte Empfehlung, dass Babys im ersten Lebensjahr noch keine Kiwis bekommen sollten, weil es zu einer allergischen Reaktion kommen könnte. Die neue Empfehlung lautet aber, dass Allergene nicht gemieden, sondern im Rahmen der Beikosteinführung angeboten werden sollten, am besten während weiter gestillt wird. Halten Sie Rücksprache mit dem Kinderarzt bevor Sie mit Kiwi starten, wenn in Ihrer Familie Allergien bekannt sind.
Wie sich eine allergische Reaktion auf Kiwi bemerkbar macht, können Sie bei Erdbeeren und Himbeeren nachlesen.
Einige Experten sind der Meinung, dass Kiwi als Fingerfood bereits ab Beikostreife geeignet ist. Sofern der weiße Mittelteil sehr weich ist, können Babys Kiwi aus meiner Sicht als Fingerfood bekommen.
Oft ist der weiße Mittelteil jedoch ziemlich fest, so dass er entfernt werden muss. In diesem Fall sind die Kiwistücke ziemlich klein, so dass ich sie Babys frühestens dann anbieten würde, wenn sie den Pinzettengriff (Dinge mit Daumen und Zeigefinger aufnehmen) beherrschen.
Häufig wird auch empfohlen einen Teil der Schale an der Kiwi zu lassen, weil sie dann weniger rutschig ist. Davon würde ich aber abraten, weil sich auf der Schale Schmutz und Schadstoffe befinden können und man sie, da sie sehr pelzig ist, nur schlecht waschen kann.
Mango
Mangos für Babys sollten reif, aber nicht überreif sein. Sie enthalten Vitamin C und E sowie Kalium, Magnesium und Kalzium und außerdem viele Ballaststoffe.
In Maßen sind Mangos gesund für Babys. Mangos sind aber auch sehr süß, da sie ziemlich viel Fruchtzucker enthalten. Daher sollten Sie sie Ihrem Baby nicht zu oft und anfangs nicht in zu großen Mengen geben.
Durch den enthaltenen Fruchtzucker und die Ballaststoffe, können Mangos die Verdauung fördern. Die Wirkung ist aber nicht bei jedem Baby gleich. Bei manchen Babys wirken sie stuhlauflockernd, bei anderen merkt man keinen Unterschied. Zu große Mengen Mango können bei manchen Babys Durchfall und einen wunden Po auslösen.
Teilweise wird geraten Mango zu dünsten, weil gekochtes Obst verträglicher ist als rohes. Es wird jedoch empfohlen Babys frisches Obst roh anzubieten, weil es roh mehr Vitamine enthält. Tiefgekühlte Mango würde ich, wie vom BfR für TK-Beeren empfohlen, für Babys vorsorglich durchkochen.
Alternativ können Sie Mango natürlich auch als Fingerfood anbieten, wenn Ihr Baby schon bereit dafür ist. Mango kann allerdings sehr fasrig und glitschig sein. Fasrige Mango würde ich Babys nur püriert geben. Bei sehr glitschiger Mango besteht die Gefahr, dass Ihrem Baby ein zu großes Stück in den Mund flutscht und es sich verschluckt.
Teilweise wird dazu geraten Mango-Stücke in gemahlenen Nüssen oder Kokosflocken zu wälzen, damit sie weniger glitschig sind. Davon würde ich aber abraten, weil Babys, die noch wenig Übung mit Fingerfood haben, trockene Krümel (von Nüssen oder Kokosflocken) versehentlich einatmen und sich daran verschlucken können.
Melone
Melone enthält Vitamin A und C sowie verschiedene B-Vitamine und Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium.
In Maßen ist Melone gesund für Babys. Melonen sind aber auch sehr süß, da sie ziemlich viel Fruchtzucker enthalten. Daher sollten Sie sie Ihrem Baby nicht zu oft und anfangs nicht in zu großen Mengen geben. Außerdem wird empfohlen zunächst mit heimischen Obstsorten zu beginnen.
Durch den hohen Fruchtzuckergehalt, können Melonen bei Babys Durchfall und einen wunden Po auslösen, daher sollten Sie zunächst nur kleine Mengen ausprobieren.
Für Babys eignen sich z. B. folgende Melonensorten (sofern kernlos)
- Wassermelone
- Honigmelone
- Galia-Melone
- Cantaloupe-Melone
Als Fingerfood eignet sich besonders gut kernlose Wassermelone ohne Schale. Für Brei ist sie aufgrund des hohen Wassergehalts dagegen eher ungeeignet.
Bitte bieten Sie Wassermelone nicht im Fruchtsauger an. Wenn Ihr Baby noch nicht bereit für Beikost ist, sollte es nur Mutter- oder Pre-Milch und keine festen Lebensmittel bekommen – auch nicht im Fruchtsauger. Ist Ihr Baby bereit für Beikost, sollte Lebensmittel als Brei oder am Stück im Rahmen der Mahlzeiten bekommen, nicht im Fruchtsauger. Mehr Infos finden Sie in meine Artikel FAQ Fruchtsauger für Babys: Ab wann sinnvoll oder besser meiden?.
Ich würde Melone, auch wenn Babys sie grundsätzlich schon ab Beikostreife essen können, erst später anbieten. In meinem Praxis-Workbook erkläre ich warum. Außerdem erkläre ich, welche Lebensmittel aus meiner Sicht für Essanfänger (Beikostzeit) geeignet sind und in welcher Reihenfolge und Menge ich sie einführen würde. Ich finde es einerseits wichtig, dass Ihr Baby viele unterschiedliche Lebensmittel bekommt, damit es optimal mit Nährstoffen versorgt ist. Andererseits sollte seine Verdauung aber nicht überfordert werden. Auf der Workbook-Seite beantworte ich auch die Frage, welche Lebensmittel ab welchem Monat für Babys geeignet sind:
Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten
Die aktuellen Empfehlungen und vor allem viele Praxistipps, weil die beste Theorie nur hilft, wenn man auch weiß, wie man sie im Alltag umsetzen kann.
Fazit
Grundsätzlich können Babys zwischen dem Beginn des 5. und 7. Lebensmonats – sofern die Beikostreifezeichen erfüllt sind – im Rahmen der Beikosteinführung viele Obstsorten am besten roh bekommen (Ausnahme: TK-Obst sollte durchgekocht werden).
Es gibt aber schwerer verdauliche Obstsorten, die nicht jedes Baby von Anfang an gut verträgt. Daher sollten Sie mit leicht verdaulichen Obstsorten starten und schwerer verdauliche in kleinen Schritten einführen.
Manche Babys kommen bereits in der Beikostzeit mit weichem, geschälten Obst-Fingerfood zurecht, andere erst gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Entwicklung verläuft auch hier sehr unterschiedlich, so dass Sie vorsichtig ausprobieren müssen, wann Ihr Baby bereit dafür ist.
Häufig gestellte Fragen
Kleine Mengen Obst (meist als Vitamin-C-reicher Saft im Mittagsbrei oder Obstmus als Nachtisch) dürfen Babys im Rahmen der Beikosteinführung frühestens ab Beginn des 5. Monats bekommen, sofern sie alle Beikostreifezeichen erfüllen. Die S3-Leitlinie zum Thema Stillen empfiehlt jedoch bis zum Ende des 6. Monats ausschließlich zu stillen und nur dann ggf. früher zu beginnen, wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt.
Größere Mengen Obst sollte Ihr Baby als Getreide-Obst-Brei bzw. als Obstgläschen ca. 1 Monat nach Einführung des ersten Breis (Mittagsbrei: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei) bzw. frühestens ab Beginn des 6. Monats bekommen.
Ich rate davon ab, die Beikosteinführung mit süßem Obstbrei statt herzhaftem Gemüse zu beginnen. Der Mittagsbrei enthält mehr unterschiedliche Zutaten als der Getreide-Obst-Brei und somit auch mehr unterschiedliche Nährstoffe insbesondere auch Eisen. Außerdem bekomme ich in meinen Ernährungssprechstunden immer wieder Fragen von Eltern, die sehr früh mit Obst begonnen haben und Probleme damit haben, ihren Babys das Gemüse schmackhaft zu machen. Ich empfehle daher den Getreide-Obst-Brei als letzten der drei empfohlenen Breie einzuführen.
Für Beikost-Anfänger eignen sich am besten milde, leicht verdauliche Obstsorten wie Apfel, Birne, Pfirsich, Nektarine oder Pflaume. Sehr süße Sorten (wie Banane oder Mango) oder schwerer verdauliche Früchte (wie Kiwi, Ananas und Zitrusfrüchte) sollten auch bei geübteren Babys zunächst in kleinen Mengen ausprobiert werden. Welches Obst Babys essen können richtet sich nicht nach dem Alter, sondern nach der individuellen Entwicklung.
Die empfohlene Tagesmenge im Getreide-Obst-Brei liegt bei ca. 100 g Obst bzw. Obstmus. Wenn Ihr Baby noch nicht so viel Brei isst, kann es aber auch weniger sein. Isst Ihr Baby schon geübt im Breiessen kann es auch mehr sein. Wichtig ist dabei, dass das Obstmus immer im gleichen Verhältnis zu den anderen Zutaten im Getreide-Obst-Brei enthalten ist, damit die Ernährung ausgewogen bleibt.
Sie sollten Ihrem Baby Obst roh (püriert oder gerieben als Zutat im Getreide-Obst-Brei) geben, da es roh am meisten Vitamine enthält. Ausnahme: TK-Beeren müssen laut BfR durchgekocht werden, weil sie Viren enthalten können. Vorsorglich würde ich auch anderes TK-Obst durchkochen.
Manche Säuglinge können weiches, geschältes Obst-Fingerfood bereits ab Beikostbeginn ganz ohne Zähne mit den Kauleisten am Gaumen zerdrücken. Andere sind erst gegen Ende des ersten Lebensjahres bereit dafür. Die Entwicklung verläuft bei jedem Baby unterschiedlich, daher müssen Sie vorsichtig ausprobieren, wann Ihr Baby für Fingerfood bereit ist.
Als Fingerfood für Babys eignen sich am besten größere Stücke von geschältem, weichen rohen Obsts wie reifer Pfirsich oder geschältem, gedünsteten Obsts wie Apfel.
Kleine Obststücke sind erst dann für Babys geeignet, wenn sie den Pinzettengriff (Dinge zwischen Zeigefinger und Daumen aufnehmen) beherrschen. Kleines, rundes Obst wie kernlose Weintrauben muss auch für Kinder, die den Pinzettengriff beherrschen, der Länge nach geviertelt werden, weil die Gefahr des Verschluckens ansonsten zu groß ist.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.