Nachmittagsbrei: Wie selber machen? Wann einführen? + Rezept
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Nachmittagsbrei ist ganz einfach zubereitet – auch unterwegs. Außerdem erhalten Sie einen Geheimtipp, wie er schneller auf die gewünschte Temperatur abkühlt.
Inhaltsverzeichnis
Ab wann dürfen Babys Nachmittagsbrei bekommen?
Babys dürfen frühestens ab Beginn des 6. Monats Nachmittagsbrei bekommen. Selbstverständlich nur, wenn Ihr Kind in diesem Alter bereits die Beikostreifezeichen zeigt.
Aus meiner Sicht ist eine weitere Voraussetzung, dass das Essen des Mittagsbreis – dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei – bereits gut klappt. Der Mittagsbrei sollte vor dem Nachmittagsbrei eingeführt werden. Siehe auch Regierungsnetzwerk gesund ins Leben.
Die aktuelle AWMF S3-Leitlinie zum Thema Stillen empfiehlt bis zum Ende des 6. Monats ausschließlich zu stillen und nur dann ggf. früher mit der Beikost zu beginnen, wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt. Wenn Sie mit Beginn des 7. Monats mit dem Gemüse-Kartoffel-Brei starten, könnten Sie mit Beginn des 8. Monats den Nachmittagsbrei einführen.
Ist Nachmittagsbrei für Babys nötig?
Grundsätzlich ist der Nachmittagsbrei nötig, weil er eine von drei Breimahlzeiten, die im Rahmen der Beikosteinführung eingeführt wird ist und dabei helfen soll den Nährstoffbedarf Ihres Babys zu decken und die Geschmacksentwicklung zu fördern. Mit diesem Brei werden verschiedene Obstsorten eingeführt. Wenn Sie Ihr Baby bereits in der Beikostzeit an Obst gewöhnen, wird es das auch wenn es älter wird gerne essen und sich gesünder ernähren.
Meiner Erfahrung nach zielt die Frage jedoch oft nicht auf die Notwendigkeit des Breis an sich ab, sondern darauf, ob ein Baby nachmittags eine Breimahlzeit braucht.
Kann man Nachmittagsbrei auch am Morgen geben?
Wenn Ihr Baby nachmittags keinen Brei essen möchte oder Sie es unpraktisch finden nachmittags Brei zu füttern, können Sie den Nachmittagsbrei auch am Morgen geben. Allerdings sollten Sie darauf achten in der Beikostzeit nur 3 Breimahlzeiten pro Tag füttern. Ihr Baby ist bis zum 1. Geburtstag ein Säugling und sollte insbesondere in der Beikostzeit noch überwiegend Mutter- oder Pre-Mich bekommen.
Welche Uhrzeit für den Nachmittagsbrei?
In Abhängigkeit davon, wann das Baby die letzte Mahlzeit bekommen hat, kann der Nachmittagsbrei am früheren oder auch am späteren Nachmittag gefüttert werden. Oft bekommen Babys den Nachmittagsbrei zwischen 14 und 16 Uhr.
Welcher Brei als Nachmittagsbrei?
Als Nachmittagsbrei kann sowohl der Getreide-Obst-Brei als auch der Milch-Getreide-Brei gegeben werden. Ich persönlich empfehle den Getreide-Obst-Brei am Nachmittag zu füttern. Das Rezept finden Sie im Artikel.
Warum den Nachmittagsbrei als letzten Brei einführen?
Ich persönlich empfehle den Nachmittagsbrei als dritten Brei einzuführen, also erst nach der Einführung des Milch-Getreide-Breis. Der Grund dafür ist, dass Getreide-Obst-Brei süßer ist als die anderen Breie und die Gefahr besteht, dass Ihrem Baby die anderen Breie nicht so gut schmecken, wenn es schon süßes Obst bekommen hat.
Mehr Informationen zur Beikosteinführung und die Rezepte für alle Breie finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich gerne für 0 € herunterladen können.
Was ist der Unterschied zwischen Nachmittags- und Abendbrei?
Der Unterschied zwischen den beiden Breien ist, dass der Nachmittagsbrei ein Getreide-Obst-Brei ohne Milch und der Abendbrei ein Milch-Getreide-Brei ist.
Warum enthält der Nachmittagsbrei keine Milch?
Der Nachmittagsbrei und auch der Mittagsbrei enthalten keine Milch, da Milch die Eisenaufnahme behindert. Das ist der Grund dafür, dass von den drei Brei-Rezepten für die Beikosteinführung nur der Abendbrei Milch enthält.
Die Rezepte finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich für 0 € herunterladen können.
Überblick über den Ablauf der Beikosteinführung inklusive Breirezepte für 0 € als PDF herunterladen.
Welches Getreide für den Nachmittagsbrei verwenden?
Ich empfehle Ihnen überwiegend Weizen-, Dinkel- oder Haferflocken für den Nachmittagsbrei zu verwenden, da diese mehr Nährstoffe enthalten. Zur Geschmacksbildung sollten Sie aber ab und zu auch Reis- und Hirseflocken verwenden.
Verwenden Sie nur Baby-Hirse (bei der Babynahrung zu finden), da normale Hirseflocken lt. Deutscher Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zu viele Gerbstoffe enthalten, die die Aufnahme mancher Nährstoffe behindern können. Auch bei Reisflocken sollten Sie Produkte aus dem Babyregal verwenden, weil hier die Höchstmengen an Arsen, die natürlicherweise im Reis enthalten sind, stärker gesetzlich begrenzt sind siehe auch FAQ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Welche Flocken für den Nachmittagsbrei verwenden?
Gerade am Anfang eignen sich Instant- oder Schmelzflocken am besten, weil Babys sie besser essen können, weil sie feiner sind als normale Getreideflocken.
Später können Sie auch normale z. B. Haferflocken (anfangs Feinblatt) für Babybrei verwenden, wenn Ihr Baby schon etwas geübt im Breiessen ist. Normalen Getreideflocken ist jedoch kein Vitamin B1 zugesetzt. Bei Getreide-Produkten aus dem Babyregal ist der Zusatz von Vitamin B1 laut EU-Verordnung gesetzlich vorgeschrieben (siehe auch Artikel des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Warum Öl im Nachmittagsbrei?
Babys sollten pro Tag ca. 1,5 EL Öl bekommen. 1 EL ist im Mittagsbrei (Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei) enthalten, der halbe Esslöffel bzw. ein Teelöffel kommt in den Nachmittagsbrei. Der Grund dafür ist einerseits, dass 1,5 EL im Mittagsbrei doch recht viel auf einmal wäre. Außerdem können bestimmte Vitamine (fettlösliche) nur in Kombination mit Fett aufgenommen werden.
Welches Obst für Nachmittagsbrei?
Sie können Obst wie Äpfel Birnen, Pfirsiche, Nektarinen oder Bananen für den Nachmittagsbrei verwenden. Je nachdem für welche Sorte Sie sich entscheiden sollten Sie es zerdrücken, reiben oder pürieren.
Kann man den Nachmittagsbrei kalt geben?
Gekauften Nachmittagsbrei im Gläschen kann man auch kalt geben. Selbst gemachter Nachmittagsbrei wird meiner Erfahrung nach, wenn er kalt wird ziemlich fest. Diesen festen Brei finden nicht alle Babys gut. Generell sollten Sie den fertigen Getreidebrei auch nicht zu lange aufbewahren, sondern besser frisch füttern.
Wenn Sie eine Lösung für unterwegs suchen, finden Sie meine Tipps im nächsten Abschnitt.
Meine Geheimtipps: Brei schneller abkühlen und unterwegs zubereiten
Tipp 1
Wenn Sie das Obst, das Sie verwenden möchten, im Kühlschrank lagern (sofern es sich dafür eignet), gekühlt reiben und zeitnah in den Getreidebrei einrühren, hat der Brei viel schneller die richtige Temperatur zum Füttern (er sollte sich an Ihrem Handgelenk lauwarm anfühlen).
Tipp 2
Dieser Brei lässt sich auch gut unterwegs zubereiten. Wiegen Sie dafür die passende Menge Instantflocken ab und nehmen Sie ein Obstgläschen und heißes Wasser in einer Thermoskanne mit. So können Sie den Brei auch unterwegs ganz einfach frisch zubereiten. Achtung: Funktioniert nur mit Instantflocken siehe Anleitung im Rezept.
Sie wünschen sich mehr Infos und die Grundrezepte zur Beikosteinführung? Dann laden Sie sich gerne meinen Beikost-Guide, für 0 € herunter.
Grundrezept: Nachmittagsbrei für Babys selber machen (ab 6. Monat)
Zutaten
- 200 ml Wasser
- 20 g Getreideflocken - Instantflocken, Schmelzflocken oder Grieß sind geeignet
- 100 g geriebenes, zerdrücktes oder püriertes Obst - z. B. Birne, Apfel, Pfirsich, Nektarine, Banane
- 1 TL Rapsöl
Zubereitung
Zubereitung mit Instantflocken (einfachste Variante)
- Instant-Getreideflocken in eine Brei-Schüssel geben.
- Wasser aufkochen und unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen über die Instantflocken gießen. Gießen Sie das Wasser relativ zügig über die Flocken, sonst entstehen mehr Klümpchen.
- Nun das Obst und das Öl unterrühren.
- Temperatur des Breis vor dem Füttern an der Handgelenk-Innenseite prüfen (sollte sich lauwarm anfühlen).
Zubereitung mit Schmelzflocken
- Das Wasser in einen Topf geben und die Flocken in das kalte Wasser einrühren.
- Dann kurz unter ständigem Rühren aufkochen. Die Kochzeit kann sich unterscheiden, bitte hier die Packungsanleitung auf den Flocken beachten.
- Den Brei in eine Schüssel oder einen Teller füllen, das Obst und das Öl unterrühren.
- Temperatur des Breis vor dem Füttern an der Handgelenk-Innenseite prüfen (sollte sich lauwarm anfühlen).
- Hinweis: Ich persönlich mag diese Variante nicht gerne. Die Schmelzflocken werden sehr „schleimig“, weshalb sie sich aus meiner Sicht schlecht füttern lassen und ich würde den Brei deshalb auch selbst nicht gerne essen wollen, obwohl ich die anderen Varianten als Grießbrei-Fan gerne mag.
Zubereitung mit Grieß
- Das Wasser in einen Topf geben und den Grieß in das kalte Wasser einrühren.
- Dann unter ständigem Rühren aufkochen und bei kleiner Hitze quellen lassen. Rühren Sie fleißig weiter und passen Sie genau auf, der Brei kann sehr schnell anbrennen :-). Die Quellzeit kann sich je nach Grießsorte unterscheiden, bitte die Packungsanleitung auf dem Grieß beachten.
- Den Brei in eine Schüssel oder einen Teller füllen, das Obst und das Öl unterrühren.
- Temperatur des Breis vor dem Füttern an der Handgelenk-Innenseite prüfen (sollte sich lauwarm anfühlen).
Wenn Sie wissen möchten, welche Obstsorten Ihr Baby ab welchem Monat essen darf, sollten Sie einen Blick auf mein Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten werfen.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.