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Familienessen, Familie

Ihr Baby will keinen Brei (mehr)? 15 Gründe + Lösungen

Manche Babys sind von Anfang an wenig begeistert vom Brei, andere verlieren mit der Zeit das Interesse an der Beikost. Woran das liegen kann und was Sie tun können, wenn Ihr Baby keinen Brei (mehr) möchte? Mögliche Antworten und Lösungsvorschläge finden Sie in diesem Artikel. Einer der häufigsten Gründe wird dabei aus meiner Sicht oft übersehen!

Inhaltsverzeichnis

1. Ihr Baby will kei­nen Brei, weil es noch nicht be­reit für die Bei­kost ist

Mit der Beikosteinführung kann frühestens ab Beginn des 5. Monats begonnen werden. Die Betonung liegt auf „kann frühestens“. Manche Säuglinge sind in diesem Alter bereit für Brei, andere erst später.

Prüfen Sie zunächst, ob Ihr Kind die Beikostreifezeichen erfüllt. Schiebt Ihr Kind Löffel und Brei noch sehr stark mit der Zunge wieder aus dem Mund (Zungenstreckreflex), ist das ein Zeichen dafür, dass es noch nicht in der Lage ist den Brei zu schlucken. Gleiches gilt, wenn das Baby den Brei von Löffel einsaugt.

Doch auch, wenn alle Reifezeichen erfüllt sind, ist nicht jedes Kind wirklich bereit für Brei. Das kann sich aber innerhalb weniger Tage ändern. Versuchen Sie es einfach eine Woche lang und wenn es nicht klappt, machen Sie eine Woche Pause und versuchen es dann nochmal.

Erst ab Beginn des 7. Monats wäre es zur Vorbeugung von Allergien wichtig, dass Ihr Baby etwas Beikost bekommt. Kleine Mengen reichen für diesen Zweck aber völlig aus.

Sind Sie gerade am Beginn der Beikosteinführung? Dann tragen Sie sich gerne in die Warteliste für meinen Mini-Onlinekurs In 3 Schritten mit der Beikost starten ein. Der Kurs steht Ihnen 3 – 4mal pro Jahr für 0 € zur Verfügung. Sie werden per Mail informiert, wenn er wieder startet. Im Kurs zeige ich Ihnen die ersten Schritte der Beikosteinführung.

2. Der neue Ge­schmack ist ge­wöh­nungs­be­dür­ftig für Ihr Baby

Nur, weil Ihr Baby das Gesicht verzieht, wenn es Brei gibt, heißt das nicht unbedingt, dass es keinen Brei mag. Die Beikosteinführung ist eine große Veränderung für Ihr Baby. Versetzen Sie sich in seine Situation: Bisher hat Ihr Baby ausschließlich Milch bekommen… jeden Tag (und auch nachts)… immer der gleiche Geschmack.

Mutter- oder auch Säuglingsmilch schmeckt im Vergleich zum Brei ziemlich fad und immer gleich. Auch, wenn sich der Geschmack von Muttermilch, abhängig von dem was die Mutter isst, leicht verändert, ist der Geschmacksunterschied nur sehr gering.

Gemüsebrei ist im Vergleich dazu eine echte Geschmacksexplosion. Manche Babys macht das neugierig, andere zeigen zunächst keine so große Begeisterung.

Mutter- und Säuglingsmilch hat außerdem einen leicht süßlichen Geschmack, während Gemüsebrei eher herb schmeckt. Selbst wenn das Startgemüse wie Karotte für uns Erwachsene im Vergleich zu anderen Gemüsesorten eher süßlich schmeckt.

Viele Babys reagieren daher nicht gleich ganz entzückt, sondern müssen sich erst an den neuen Geschmack gewöhnen. Diese Gewöhnung dauert. Einige Kinder müssen ein einziges Lebensmittel bis zu 10mal im Abstand von wenigen Tagen probieren, bevor sie es akzeptieren. Daher ist es wichtig anfangs nicht ständig die Gemüsesorte zu wechseln. Auf diese Weise kann die Einführung des ersten Breis schnell Wochen oder sogar Monate dauern.

Was Sie tun können?

Gaaaaanz viel Geduld haben und nicht aufhören, den Brei immer wieder anzubieten – ohne Druck. Wenn Ihr Baby keinen Brei essen will, müssen Sie das akzeptieren.

Selbst gekochter Brei schmeckt übrigens deutlich besser als gekaufter. Wenn Sie passende Breirezepte brauchen, können Sie sich meinen Beikost-Guide für 0 € als PDF herunterladen

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3. Ih­re Er­war­tun­gen sind zu groß

Oft ist es gar nicht so, dass die Beikosteinführung tatsächlich nicht gut klappt oder das Baby schlecht isst. Der Verlauf entspricht nur einfach nicht den Erwartungen der Eltern.

Insbesondere beim ersten Kind haben viele Eltern eine Vorstellung von der Beikosteinführung, die einfach nicht der Realität entspricht. Mehr dazu finden Sie in meinem Artikel zum Thema Fehler bei der Beikosteinführung.

Baby mag keinen Brei

4. Ihr Baby mag ein­fach kei­nen Brei

Es gibt Babys, die keine pürierten Lebensmittel mögen. Sie können damit einfach nichts anfangen. Viele dieser Babys mögen aber Fingerfood. Schon mal ausprobiert?

Einfach etwas Gemüse in fingerdicke Streifen schneiden, so dass sie Ihr Baby gut in die Hand nehmen kann. Das geht im Topf oder auch mit wenig Wasser in der Mikrowelle.

Das Gemüse abkühlen lassen und dem Baby in die Hand geben, wenn es sich das Gemüse nicht selbst vom Teller nimmt.

Die umgekehrte Variante gibt es übrigens auch: Es gibt viele Babys, die alles, was nicht vollständig püriert ist, komplett verweigern.

Im Alter von ca. 9 – 12 Monaten steigt das Interesse am normalen Familienessen. Auch in dieser Zeit wird Brei oft verweigert und das gefordert, was alle anderen essen. Sogar dann, wenn das Baby dieses Essen noch gar nicht richtig zu sich nehmen kann.

In diesem Fall einfach weiche, ungewürzte Bestandteile des Familienessens zum Probieren auch gerne parallel zum Brei anbieten. Oft kommt das Interesse am Brei nach einiger Zeit zurück… oder Ihr Baby kommt mit der Zeit gut mit dem Familienessen zurecht.

Babys und Kleinkinder dürfen vieles schon Essen, aber manches ist noch nicht für sie geeignet. Was Babys und Kleinkinder noch nicht essen dürfen erfahren Sie in meinem Lebensmittel-Check für Kleinkinder, den Sie sich für 0 € herunterladen können.

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5. Kei­ne Zeit für Brei

Im Beikostalter werden Kinder immer aktiver und entdecken überall neues. Es kann daher vorkommen, dass alles spannender ist, als das Brei löffeln.

Verlegen Sie die Mahlzeit an einen Ort mit wenig Ablenkung. Manchmal ist es sogar notwendig, dass keine anderen Menschen anwesend sind.

Spielzeug und andere Gegenstände sollten außer Sicht- und Reichweite des Babys gebracht werden und auch Fernsehgerät oder Radio sollten in diesem Fall abgeschaltet werden.

Das Problem besteht oft nicht nur beim Brei essen, sondern auch beim Stillen oder Flasche geben. Manche Babys trinken einige Zeit nur ruhig und entspannt, wenn der Raum abgedunkelt wird. Es kommt sogar vor, das Babys tagsüber kaum Mich trinken und dafür nachts alle paar Stunden danach verlangen.

Ist das über einen längeren Zeitraum der Fall, kann sich Ihr Baby angewöhnen, seine Mahlzeiten überwiegend in der Nacht zu sich zu nehmen. Tagsüber hat es dann nur wenig oder keinen Hunger, was die Beikosteinführung sehr erschwert.

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6. Brei ist zu lang­wei­lig

Einige Babys essen zunächst ganz gut Brei und verlieren dann das Interesse an der Beikost. Das kann daran liegen, dass der Brei zunächst neu und spannend war mit der Zeit aber längst nicht mehr so interessant ist.

In diesem Fall können Sie es mit Fingerfood versuchen, vielleicht ist das eine Zeit lang wieder spannend genug. Ab Beginn des 10. Monat können Sie auch geeignete und ungewürzte Komponenten aus dem Familienessen anbieten.

Mehr Informationen finden Sie in meinem Artikel Und nach der Beikost? Das dürfen Babys mit 9, 10 und 11 Monaten essen

7. Zu viel Brei auf ein­mal

Manche Säuglinge kommen mit zu viel Brei auf einmal im Mund nicht zurecht. Verwenden Sie einen kleinen, schmalen Löffel und machen Sie ihn nur halb voll.

Der nächste Löffel sollte erst kommen, wenn die vorherige Portion geschluckt wurde. Machen sie auch eine kleine Pause zwischen den Löffeln, Ihr Kind ist vielleicht im Schlucken noch nicht so geübt und braucht eine kurze Verschnaufpause.

8. Der Brei ist zu warm oder zu kalt

Die optimale Temperatur kann für jedes Baby eine andere sein. Natürlich darf der Brei nicht zu heiß sein, Ihr Baby soll sich schließlich nicht verbrennen. Aber es gibt Babys, die Brei nur essen, wenn er ausreichend warm ist, kalten Brei mögen sie nicht.

Möglicherweise mag Ihr Baby den Brei aber auch nur, wenn er eher kühl oder sogar kalt ist. Auch das gibt es. Variieren Sie doch mal mit der Temperatur. Es gibt sogar Kinder, die den Brei erst mögen, wenn er wirklich kühl ist, also leicht gekühlt aus dem Kühlschrank kommt.

Baby isst nicht mehr zahnen

9. Ihr Baby fühlt sich un­wohl

Viele Babys bestehen auf ihre Milch und wollen keinen Brei, wenn sie sich nicht wohl fühlen.

Die Gründe für das Unwohlsein können folgende sein

  • Ihr Baby kränkelt
  • es leidet an leichten Impfnebenwirkungen
  • es zahnt

Machen Sie in einem solchen Fall am besten eine Breipause und starten Sie einige Zeit nachdem es Ihrem Kind besser geht wieder mit Brei, als wenn nichts gewesen wäre.

Wenn Ihr Baby zwar Schmerzen beim Essen durch das Zahnen hat, aber den Brei nicht verweigert, können Sie kurz vor dem Brei einen gekühlten Beißring anbieten, um die Schmerzen beim Essen etwas zu lindern. 

Der Brei sollte dann aber etwas weniger warm gefüttert werden, da er im vom Beißring gekühlten Mund des Babys wärmer erscheint.

Sie können auch versuchen, den Brei mit Zimmertemperatur oder sogar leicht gekühlt aus dem Kühlschrank zu füttern. Das ist für zahnende Babys angenehmer im Mund als warmer Brei. Aber nicht alle Kinder essen kalten Brei.

Auch größere Veränderungen im Tagesablauf können Babys verunsichern. Beispielsweise die Eingewöhnung in der Kita oder ein Umzug. Eine Breipause, bis sich das Baby an die neue Situation gewöhnt hat, kann hier ebenfalls helfen.

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10. Ihr Baby hat schlech­te Er­fah­run­gen beim Es­sen ge­macht

Wenn Babys beim Brei essen schlechte Erfahrungen machen, wollen sie manchmal ganz plötzlich keinen Brei mehr, obwohl sie ihn vorher gerne und problemlos gegessen haben.

Solche negativen Erfahrungen können sein

  • sich erschrecken oder verschlucken
  • ein unerwarteter, ungewöhnlicher Vorfall beim Essen
  • ein Streitgespräch beim Essen

Oft hilft es in diesem Fall eine Woche Breipause zu machen und anschließend weiter zu machen, als wenn nichts gewesen wäre.

Achten Sie darauf beim Neustart auf keinen Fall besorgt oder skeptisch zu gucken! Ihr Baby wird ein unentspannter Gesichtsausdruck sofort in Alarmbereitschaft versetzen.

11. Zu mü­de für den (Abend)Brei

Müde Babys essen meistens schlecht. Das Löffeln und Brei schlucken strengt sie mehr an als das Saugen an der Brust oder der Flasche und viele haben auch einfach keinen Nerv für Brei, wenn sie müde sind.

Dazu kommt, dass viele Babys am späten Nachmittag oder abends von den vielen Eindrücken des Tages überreizt sind und einfach keine weiteren Reize mehr verarbeiten können.

Gerade der Abendbrei ist deshalb für manche Babys besonders schwierig. Sie essen ihn zwar, aber quengeln oder weinen gleichzeitig, weil ihnen alles zu viel ist.

Legen Sie die Mahlzeit in diesem Fall zeitlich nach vorne. Sollte auch das nicht klappen, wählen Sie eine völlig andere Uhrzeit für den Brei.

Wer sagt, dass Ihr Baby den Mittagsbrei nicht um 10 Uhr, den Nachmittagsbrei um 13:30 Uhr und den Abendbrei um 16:00 bekommen kann, wenn es zu diesen Zeiten besser isst, weil es nicht müde ist?

Wenn Sie Zweifel haben, ob Ihr Baby den Abendbrei nicht möchte, weil es zu müde ist oder ob ihm der Brei vielleicht einfach nicht schmeckt: Füttern Sie den Abendbrei doch mal mittags und den Mittagsbrei abends. So wissen Sie es genauer.

Baby mag keinen Abendbrei

Sie können auch mal eine andere Marke Getreideflocken ausprobieren. Die Breie unterscheiden sich teilweise ganz erheblich in ihrer Konsistenz. Manche Flocken ergeben eher einen Schleim als einen Brei, davor ekelt es sogar mich und ich esse sowas echt gerne :-).

Falls Sie den Brei bisher fertig gekauft haben, versuchen Sie es doch mal mit selbst gekochtem Milch-Getreide-Brei. Das geht super schnell und extrem einfach. Das Rezept für den Brei finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.

Isst Ihr Kind gerne Gemüsebrei oder Obstbrei? In diesem Fall können Sie diesen unter den Abendbrei mischen und dann langsam reduzieren, um Ihr Baby an den normalen Abendbrei zu gewöhnen. Klappt nicht immer, aber einen Versuch ist es wert.

Für Kinder, die lieber Fingerfood als Brei essen, kann es alternativ Grießschnitten geben. Hierfür 200 ml Kuhmilch mit ca. 35 – 40 g Grieß unter rühren aufkochen. Die Masse auf einen Teller streichen und abkühlen bzw. fest werden lassen. Dann in handgerechte Stücke schneiden. Dazu etwas Obstmus geben oder das Obstmus oder 2 El Orangensaft nach dem Aufkochen in die Grießmasse rühren.

Bitte verwenden Sie auf keinen Fall Breimahlzeiten, die man in der Flasche füttern kann. Das ist schlecht für die Zähne und es verhindert das Löffeln lernen. Brei gehört auf den Löffel, nicht in eine Flasche.

Isst Ihr Baby abends keinen Brei, stillen Sie oder geben die Flasche wie gewohnt.

12. Ihr Baby möch­te lie­ber Milch

Viele Babys möchten lange Zeit einfach nur Milch. An anderen Lebensmitteln haben sie nur wenig oder kein Interesse. Insbesondere bei gestillten Kindern, ist das nicht so selten.

Sie können versuchen, Ihr Baby von einer anderen Person mit Brei füttern zu lassen, während Sie selbst außer Sicht- und Hörweite sind.

Beikost-Guide

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13. Der Hun­ger ist zu groß

Wenn Babys schon sehr großen Hunger haben, haben sie oft keine Geduld für Brei. Es dauert ihnen einfach zu lange, bis das Hungergefühl schwächer wird.

Wenn möglich, versuchen Sie die ersten Löffel etwas schneller zu füttern oder legen Sie die Breimahlzeit etwas nach vorne, so dass Ihr Baby zwar schon Hunger hat, aber dieser noch nicht so groß ist.

14. Wird oft über­se­hen: Ihr Baby hat kei­nen Hun­ger

Das ist aus meiner Sicht der Grund, der sehr oft ins Schwarze trifft, aber von vielen Eltern übersehen wird.

Babys essen nichts, wenn sie keinen Hunger haben – im Gegensatz zu älteren Kindern und Erwachsenen, die häufig aus Gelüsten oder Langeweile essen, nicht nur, wenn sie Hunger haben.

Oft wird empfohlen, dem Baby vor der Beikost Milch zu geben, weil es dann entspannter und offener für Neues ist. Das ist auch nicht grundsätzlich falsch. Babys, die schon großen Hunger haben, haben oft keine Geduld Brei zu löffeln.

Erhält das Baby aber vor dem Brei eine volle Milchmahlzeit, ist es satt und isst daher keinen Brei mehr.

Die Milchmahlzeit vor der Beikost sollte nur eine kleine Vorspeise sein. Das funktioniert aber nicht bei jedem Baby. Einmal die Brustwarze oder Flasche im Mund reagieren sie sehr ungehalten, wenn die Mahlzeit plötzlich unterbrochen wird.

In diesem Fall ist es besser, vor dem Brei keine Milch zu geben, sondern besser rechtzeitig mit dem Brei füttern zu beginnen, so dass der Hunger noch nicht so groß ist und noch etwas mehr Geduld zum Löffeln vorhanden ist.

Manchmal liegt es auch einfach am Zeitpunkt der Breimahlzeit. Da bei der Beikosteinführung mit dem Mittagsbrei begonnen wird, sind viele Eltern der Meinung, dass dieser auch mittags gefüttert werden soll. Sie legen einen Zeitraum für das Mittagessen fest z. B. zwischen 12 und 13 Uhr und füttern dann den Brei.

Das klappt aber nicht, wenn Ihr Baby nicht zufällig in diesem Zeitraum auch Hunger hat. Viele Babys haben aber zwischen 11 – 12 Uhr oder 13 und 14 Uhr Hunger und nicht zwischen 12 – 13 Uhr.

Normalerweise haben Babys eine Milchmahlzeiten-Rhythmus, der immer eine Weile ähnlich isst und sich dann wieder ändert. Ihr Baby sollte dann Brei bekommen, wenn es sich wegen Hunger meldet und normalerweise eine Milchmahlzeit bekommt, egal zu welcher Uhrzeit das genau ist.

Baby will keinen Brei

In meinen Beratungen bekomme ich oft von Müttern aufgezählt, wann Ihr Baby tagsüber Brei bekommt und wie wenig es davon isst. Ich sehe dann das Baby an und es sieht gut entwickelt und keinesfalls besonders leichtgewichtig aus.

Ich frage mich dann, wie das bei diesen geringen Essmengen möglich ist und stelle folgende Frage: Und nachts?

In den meisten Fällen wird mir nun geschildert, dass das Baby nachts ca. alle 2 Stunden aufwacht und gestillt wird oder die Flasche bekommt.

Nächtliche Mahlzeiten sind nicht irrelevant, nur weil sie nicht tagsüber stattfinden! Sie zählen ebenfalls zur Gesamtnahrungsaufnahme!

Es gibt einige Babys, die das was andere tagsüber essen, nachts zu sich nehmen und umgekehrt. Das heißt sie essen tagsüber so viel, wie andere Babys nachts.

Woher das kommt?

Mit ca. 4 – 6 Monaten stellt sich der Babyschlaf um. Er wird dem Schlaf eines Erwachsenen ähnlicher. Dazu gehört, dass Babys nach jeder Schlafphase bzw. jedem Schlafzyklus erwachen… also so ungefähr alle 1 – 2 Stunden.

Sie müssen erst lernen, bei diesem Zwischenerwachen selbständig weiterzuschlafen. Bis sie das gelernt haben, rufen Sie die Eltern beim Erwachen zu Hilfe.

Viele Eltern wissen nicht, warum ihr Baby auf einmal nachts wieder öfter aufwacht. Sie gehen davon aus, dass es Hunger hat, weil das bisher immer der Fall war und stillen oder geben die Flasche.

Über die Zeit hinweg gewöhnt sich das Baby daran, dass es bei jedem nächtlichen Erwachen Milch gibt und trinkt nachts immer mehr, so dass es tagsüber immer weniger Hunger hat. Diese Babys essen tagsüber nicht nur wenig Brei, sie trinken tagsüber auch wenig Milch.

Das erschwert natürlich die Beikosteinführung, weil Ihr Baby tagsüber keinen Hunger hat und Sie vermutlich keine Lust, nachts Brei zuzubereiten und zu füttern… würde sich auch negativ auf den Schlaf auswirken :-).

Wenn Sie daran etwas ändern möchten, müssen Sie eine andere Weiterschlafhilfe beim nächtlichen Erwachen finden, so dass die Milchmahlzeiten nachts reduziert werden und Ihr Baby tagsüber wieder mehr Hunger hat.

Die Änderung von Gewohnheiten ist aber nicht ganz einfach und muss in kleinen Schritten erfolgen. Wenn Sie dafür gerne eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hätten, werfen Sie mal einen Blick auf meinen Onlinekurs Mit weniger Hilfe ein- und durchschlafen.

15. Kein Grund kann auch ein Grund sein

Nicht immer gibt es einen Grund dafür, weshalb Babys Brei eine Weile verweigern… zumindest keinen den wir Erwachsene erkennen können. Manche sprechen von „einer Phase“ andere von einem „Schub“.

Auch, wenn der Brei vermeintlich grundlos verweigert wird, müssen Sie das akzeptieren. Auch in diesem Fall würde ich Ihnen raten eine Woche Breipause zu machen und dann wieder mit dem Brei zu starten, als wenn nichts gewesen wäre.

Manchmal hilft einfach nur eine Weile abzuwarten und es dann nochmal zu versuchen.

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Häu­fig gestellte Fra­gen

Ihr Baby verweigert den Brei möglicherweise aus folgenden Gründen

  • Es ist noch nicht bereit für die Beikost.
  • Es muss sich erst an den Geschmack der neuen Lebensmittel gewöhnen.
  • Ihren Erwartungen sind zu hoch.
  • Es mag die Konsistenz von Brei nicht.
  • Es ist zu abgelenkt zum Essen.
  • Es findet Brei langweilig.
  • Es bekommt zu viel Brei auf einmal.
  • Der Brei ist zu warm oder zu kalt.
  • Es fühlt sich nicht wohl.
  • Es hat schlechte Erfahrungen beim Essen gemacht.
  • Es ist zu müde zum Löffeln.
  • Es möchte lieber Milch.
  • Es hat zu großen Hunger.
  • Es hat keinen Hunger.
  • Es befindet sich in einer Phase oder macht einen Schub.

Nein, Sie müssen sich in der Regel keine Sorgen machen, dass Ihr Kind nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist, weil es keinen Brei mag.

Es gibt viele Kinder, die bis zum Ende des ersten Lebensjahres keine oder nur wenig andere Lebensmittel neben der Milch essen.

Normalerweise entsteht dadurch kein Defizit. Solange Ihr Baby aufmerksam und fit ist, sich altersgerecht entwickelt und gerne spielt, geht es ihm gut. Sollten Sie sich dennoch sorgen, befragen Sie bitte Ihren Kinderarzt.

Wenn Ihr Baby den Mund nicht auf macht, wenn der Breilöffel kommt, können Sie eine kleine Menge Brei auf seine Lippen streichen und abwarten. Viele Babys lecken den Brei irgendwann von den Lippen und für einen ersten Probierversuch ist das völlig ausreichend.

Würgt Ihr Baby beim Brei essen, achten Sie darauf, dass Sie Ihr Baby in einer aufrechten Position füttern, damit es sich nicht so leicht verschlucken kann. Eine Babyschale oder Wippe ist zu flach. Kann Ihr Baby noch nicht sitzen, sollten Sie es auf Ihrem Schoß füttern, auch wenn das etwas umständlich ist.

Versuchen Sie außerdem den Löffel gerade in den Mund zu schieben und wieder herauszuziehen, ohne ihn am Gaumen oder der Oberlippe abzustreifen.

Der Würgereiz ist bei Babys stärker als bei Erwachsenen. Sie würgen manchmal schon, obwohl sich das Essen noch weit vorne im Mund befindet. Durch das Würgen kann es auch zum Erbrechen kommen. Das ist eine Schutzfunktion, damit nicht so leicht Stücke oder kleine Gegenstände verschluckt werden können.

Deshalb würgen viele Babys anfangs sogar bei super glatt püriertem Brei.

Manche Babys würgen aber auch, weil sie keine pürierten Lebensmitteln mögen und andere, weil Stückchen für sie eine Zumutung sind. Hier hilft nur unterschiedliche Konsistenz auszuprobieren.

Es gibt auch Kinder, die eine Weile ganz bewusst völlig grundlos würgen. Sie probieren sich aus und finden es super, wenn Mama sofort angerannt kommt und guckt, was los ist. Manche husten auch vor sich hin. Man muss schließlich zeigen, was man da Neues gelernt hat :-).

Das Einzige was Sie tun können ist Geduld haben. Bei der Beikosteinführung geht es in erster Linie darum das Baby an den Geschmack neuer Lebensmittel zu gewöhnen. Die Menge, die gegessen wird, ist zunächst gar nicht so wichtig.

Wer bestimmt außerdem, was nicht viel, wenig, nur wenig oder zu wenig ist? Jedes Baby hat einen unterschiedlichen Bedarf und trinkt parallel unterschiedlich viel Milch. Daher macht vergleichen mit anderen keinen Sinn.

Isst ein Baby plötzlich weniger, kann das auch daran liegen, dass es zuvor einen Wachstumsschub gemacht hat und deutlich mehr als sonst gegessen hat. Gesunde Babys haben die Menge, die sie brauchen sehr gut im Griff, da muss man sich keine Gedanken machen.

Im zweiten Lebensjahr essen viele Kinder oft weniger Brei oder auch Familienkost als im ersten. Sie wachsen nicht mehr ganz so rasant und haben daher einfach keinen so hohen Bedarf mehr. Manche bewegen sich aber auch deutlich mehr, weil sie jetzt laufen können und essen weiterhin viel oder sogar mehr.

Wenn Ihr Baby alle Beikostreifezeichen erfüllt, den Brei aber trotzdem einmal verweigert oder weint, beenden Sie den Versuch und probieren es einfach am nächsten Tag nochmal. Weint Ihr Baby auch am nächsten Tag sofort wieder weint, wenn es den Löffel sieht, hilft es oft, mal eine Woche Breipause zu machen.

Nach dieser Woche starten Sie einen neuen Versuch und tun, als ob nichts gewesen wäre. Sie dürfen auf keinen Fall skeptisch oder besorgt gucken :-). Ihr Baby wird ein solcher Blick verunsichern und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sofort wieder verweigern wird.

Lassen Sie Ihr Baby nicht spüren, dass sie sich Sorgen machen. Essen sollte ein positive Erfahrung sein. Eine Situation in der die Mutter steile Sorgenfalten auf der Stirn hat, kann ein Baby nicht positiv finden.

Alternativ, können Sie auch ausprobieren, eine andere Person den Brei füttern zu lassen, das funktioniert manchmal auch.

Quengelt oder weint Ihr Baby, isst aber gleichzeitig weiter, kann es daran liegen, dass es großen Hunger hat und das Füttern zu lange dauert, sich Stuhlgang ankündigt oder es zahnt und sich der Brei unangenehm anfühlt. In diesem Fall müssen Sie selbst entscheiden, ob sie weiter Brei füttern oder eine Pause einlegen.

Wenn Ihr Baby den Gemüsebrei verweigert, aber schon Getreide-Obst-Brei bekommt und gerne isst, können Sie versuchen, etwas Gemüse unter den Getreide-Obst-Brei zu mischen. Steigern Sie die Gemüsemenge dann ganz langsam und reduzieren Sie die Obstmenge. Manchmal klappt das.

Die Beikosteinführung wird mit Gemüse gestartet. Das hat seinen Grund. Babys mögen evolutionsbedingt lieber Süßes, auch Muttermilch hat einen leicht süßlichen Geschmack. Das ist eine Schutzfunktion der Natur, weil Süßes seltener giftig ist.

Daher ist es einfacher mit herbem Gemüse mit der Beikost zu beginnen und dann mit Obst weiter zu machen als umgekehrt. Solange Ihr Baby noch kein Obst kennt, weiß es auch nicht, was ihm entgeht. Erst Obst und dann Gemüse einzuführen ist meistens schwieriger.

Sie können den Obst-Getreide-Brei mit Gemüse statt Obst zubereiten und dann langsam etwas Obst unter das Gemüse mischen. Steigern Sie dann die Obstmenge ganz langsam, während Sie die Gemüsemenge reduzieren.

Wenn Sie ein Rezept für den Obst-Getreide-Brei brauchen, können Sie sich meinen Beikost-Guide für 0 € herunterladen.

Das kann helfen, wenn Ihr Baby Gemüse mag, aber das süßere Obst verweigert. Meistens ist es zwar anderes herum, weil Kinder lieber Süßes essen, aber auch das kommt vor.

Nein!

Grund 1: Brei hat nicht so viel mehr Kalorien, dass er sehr viel länger satt macht als Milch.

Grund 2: Es kann sogar sein, dass Ihr Kind zunächst schlechter schläft, weil der Brei schwerer verdaulich ist als Milch und daher vielleicht ein bisschen im Bauch grummelt.

Grund 3: Ausreichend satt sein ist nur EINE Voraussetzung für längeres schlafen. Die wichtigere Voraussetzung ist, dass Ihr Baby die Schlafphasen ohne oder mit wenig Hilfe verbinden kann. Es kann also selbständig weiterschlafen, wenn es nachts kurz erwacht, was bei Kindern und Erwachsenen mehrmals pro Nacht vorkommt. Kann es das nicht, kann es satt sein, wie es will, es wird nicht durchschlafen.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihrem Baby dabei helfen können durchzuschlafen, werfen Sie einen Blick auf meinen Onlinekurs Mit weniger Hilfe ein- und durchschlafen.

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