Familienessen, Familie

Vermeiden Sie die 6 häufigsten Fehler bei Einführung der Beikost

Viele Mütter sorgen sich, bei der Einführung der Beikost Fehler zu machen, doch meist machen sie sich über die falschen Dinge Gedanken.

Fehler können am besten durch gute Vorbereitung vermieden werden. Das Basiswissen zur Beikosteinführung finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich als eBook im PDF-Format herunterladen können.

Inhaltsverzeichnis

1. Bei­kost­fe­hler >> Zu früh be­gin­nen <<

Einige Mütter haben schon in den ersten Lebensmonaten des Babys das Gefühl ihr Baby wird von Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung nicht mehr satt. Manche haben auch Bedenken, ob das Baby „nur über die Milch“ mit genügend Nährstoffen versorgt wird.

Auch manche Kinderärzte drängen aus Gründen der Allergieprävention möglichst früh Beikost einzuführen. Die AWMF-Leitlinie zur Allergieprävention sowie die Fachgesellschaften wie die DGKJ betonen jedoch ganz klar, dass ein Start vor dem vollendeten vierten Lebensmonat absolut ungeeignet ist. 

Die Mütter möchten aus eigenem Interesse oder weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen möglichst bald mit der Einführung der Beikost beginnen.

Wird zu früh begonnen, ist es sehr schwierig das Baby überhaupt zu füttern, da es die Nahrung mit der Zunge wieder aus dem Mund schiebt. Landet doch etwas im Magen hat das Baby dadurch Verdauungsbeschwerden.

Für das Baby ist es also sehr unangenehm, wenn Sie zu früh beginnen. Beginnen Sie daher erst, wenn das Baby bereit ist, um einen entspannten Beikoststart zu haben. Ihr Baby ist erst bereit, wenn es die Reifezeichen zeigt.

Das soll übrigens nicht heißen, dass Sie so lange wie möglich warten sollten bis Sie mit Beikost beginnen. Auch das wäre ein Fehler. 

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2. Bei­kost­fe­hler >> Zu schnell um­stel­len <<

Manchmal habe ich in meinen Kursen das Gefühl, die ein oder andere Mutter denkt, sie beginnt am Montag mit der Beikost und das Kind ist am darauf folgenden Sonntag mittags, nachmittags und abends jeweils eine Schüssel Brei.

Das ist jetzt natürlich übertrieben, aber, dass das nach spätestens ein paar Wochen der Fall ist wird schon gelegentlich erwartet.

Auf Basis dieser Erwartungshaltung gehen die Mütter viel zu schnell vor und setzen das Baby, wenn auch unbeabsichtigt, unter Druck.

Auch das ist ein Fehler und führt in der Regel dazu, dass Mutter und Kind schnell gestresst sind und sich in eine verfahrene Situation gebracht haben, aus der es nun gilt wieder herauszukommen.

Beginnen Sie besser ganz langsam.

Anfangs wird nur eine einzige Gemüsesorte angeboten. Es dauert teilweise schon mehr als eine Woche, bis davon überhaupt eine relevante Menge gegessen wird. Erst dann werden weitere Lebensmittel ergänzt. Wird der erste Brei vollständig gegessen, sollten bis zur Einführung des zweiten Breis wieder einige Wochen vergehen.

Haben Sie Geduld für Ihr Baby ist die Umstellung auf die neuen Lebensmittel ein großer Schritt.

Einerseits muss sich seine Verdauung erst daran gewöhnen und das kann anfangs schon mal unangenehm sein. Andererseits ist es für Ihr Baby auch neu, dass es beim Essen nicht mehr in Mamas Armen liegt. Die beruhigende Wirkung des Saugens fehlt und das Essen an sich geht langsamer und ist für Ihr Baby auch anstrengender.

Wie Sie sehen ist die Einführung der Beikost kein kurzes Projekt, sondern zieht sich über ein paar Monate hin. Ausnahmen bestätigen die Regel. 

Wenn Sie Hilfe bei diesem größeren Projekt wünschen, finden Sie ganz konkrete und alltagstaugliche Praxistipps für die Beikosteinführung in meinem Praxis-Workbook:

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3. Bei­kost­fe­hler >> Zu vie­le ver­schie­de­ne Le­bens­mit­tel gleich­zei­tig ein­füh­ren <<

Der nächste Fehler ist, dass gleich anfangs zu viele Lebensmittel auf einmal eingeführt werden. Es wird mit Kürbis-Karotte begonnen, dann kommt Zucchini-Hackfleisch-Kartoffel und dann Mango-Banane-Apfel mit 7-Korn-Getreideflocken.

Vielen Babys ist anfangs der Geschmack eines einzigen Lebensmittels schon zu intensiv, geschweige denn die Geschmacksexplosion, die in ihrem Mund stattfindet, wenn so viele gemischt gefüttert werden.

In meiner Ernährungssprechstunde bekomme ich öfter erzählt, dass im täglichen Wechsel viele unterschiedliche Breisorten ausprobiert wurden, aber nichts schmeckt dem Baby.

Die Geschmacksnerven des Babys sind noch sehr sensibel und nehmen den Geschmack neuer Lebensmittel viel intensiver wahr. Dazu kommt, dass Muttermilch leicht süßlich schmeckt, während Gemüse und Co. einen vergleichsweise herben Geschmack haben.

Versetzen Sie sich in Ihr Baby hinein… es hat bisher ausschließlich Milchmahlzeiten bekommen. Wenn Sie Säuglingsmilchnahrung füttern, ist der Geschmack immer gleich. Bei Muttermilch variiert der Geschmack etwas in Abhängigkeit davon, was Sie essen. Aber im Vergleich zu den neuen Lebensmitteln schmeckt auch Muttermilch immer gleich und deutlich weniger intensiv.

Beginnen Sie daher anfangs mit einer einzigen Gemüsesorte, bis davon eine gewisse Menge gegessen wird. Natürlich können sie auch noch andere Sorten ausprobieren, aber eine Gewöhnung tritt nur ein, wenn ein Lebensmittel mehrmals in kurzen Abständen probiert wird.

Pro Brei sollte anfangs nur eine Sorte aus den enthaltenen Lebensmittelgruppen enthalten sein, also beispielsweise im Obst-Getreidebrei nur eine Sorte Obst und eine Sorte Getreide.

Mit welchen Lebensmitteln Sie in welcher Reihenfolge nach der ersten Gemüsesorte weitermachen können, erkläre ich  in meinem Workbook:

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4. Bei­kost­fe­hler >> Zu ho­he Er­war­tun­gen an die Ess­fer­tig­kei­ten des Babys ha­ben <<

Optimal wäre natürlich, wenn das Baby bewegungslos in seinem Stuhl sitzt und den Mund weit öffnet, wenn der Löffel mit Brei kommt. Der Löffel sollte dann sauber abgeleckt wieder aus dem Mund kommen und weiter geht’s mit dem nächsten. Nach zehn Minuten ist die Schüssel geleert.

Das ist die Wunschvorstellung einiger Mütter. Ich muss Sie hier leider enttäuschen: Das ist totaaaal unrealistisch!

Die Realität sieht so aus: Der Löffel kommt, das Baby öffnet den Mund ein kleines Stück, so dass bereits beim Einführen des Löffels die Hälfte daneben landet. Dann dreht es den Kopf plötzlich zur Seite, weil in zwanzig Kilometer Entfernung eine Kirchenglocke schlägt, so dass der Brei über die Wange bis zum Ohr und in den Haaren klebt.

Jetzt kommt der zweite Löffel. Das Baby patscht mit beiden Händen in die Schüssel, so dass Kleidung von Mutter und Kind, der Stuhl, der Tisch und der Boden mit Brei besprenkelt sind. Anschließend verreibt es den Brei mit den Händen auf dem Tisch.

Nach dem dritten Löffel bläst das Baby die Backen auf und macht „brrrr“… ich könnte noch ewig so weiter machen :-).

Die Mahlzeit inklusive der anschließend dringend notwendigen Grundreinigung dauert so schnell mal 45 Minuten.

Hört sich für viele schrecklich an, gehört aber einfach dazu und es kann nicht verhindert werden, dass das Essen anfangs eine riesige Sauerei ist. Wenn nicht der Fütternde, das Kind und die Umgebung im Umkreis von einem Meter – eher zwei – nach der Mahlzeit mit Brei kontaminiert sind, machen Sie irgendetwas falsch.

Kinder lernen mit dem Mund und den Händen. Sie müssen auch lernen wie es sich anfühlt, wenn der Brei zwischen den Fingern durchgedrückt wird, wie er sich auf einer Fläche verteilen lässt und wie es sich anhört, wenn Brei, Löffel oder Schüssel auf den Boden fallen… und natürlich, wie die Mama darauf reagiert… und, ob das beim 30. Mal immer noch so ist oder nur bei den ersten 29 Versuchen :-).

Ich habe ein kurzes Video zur Beikosteinführung bei kindergesundheit-info.de gefunden, dass Sie sich ansehen können, um einen Eindruck zu gewinnen.

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5. Bei­kost­fe­hler >> Zu schnell auf­ge­ben <<

Häufig ist der Ablauf wie folgt: Es gibt erstmals ein neues Lebensmittel. Die Mutter schiebt dem Baby erwartungsvoll einen Löffel in den Mund. Das Baby verzieht das Gesicht und öffnet den Mund nicht mehr. Die Mutter kommt zu dem Ergebnis, das ihr Kind dieses Lebensmittel nicht mag und streicht es künftig vom Speiseplan.

Das ist ein Fehler und bei manchen Babys würde auf diese Weise kaum etwas übrig bleiben, was sie gerne essen.

Für Babys ist alles, was nicht Milch ist, gewöhnungsbedürftig. Manche Babys sind eher neugierig und offen für Neues und kommen schneller auf den Geschmack. Andere sind eher vorsichtig und brauchen länger, um sich an Neues zu gewöhnen.

Geben Sie daher nicht so schnell auf! Manche Kinder müssen ein und dasselbe Lebensmittel bis zu 10mal oder öfter probieren, bevor sie es akzeptieren. Das bestätigt auch das Regierungsnetzwerk gesund-ins-leben.de.

Bieten Sie neue Lebensmittel mit kurzen Abständen immer wieder an, ohne das Kind zum Essen zu zwingen. Es reicht, wenn das Lebensmittel die Lippen berührt, so dass eine kleine Menge im Mund landet und das Baby probiert. Der Abstand, in dem probiert wird, sollte hierbei nicht viele Wochen, sondern eher einige Tage betragen.

Die wichtigsten Tipps für die Beikosteinführung finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich als PDF für 0 € herunter laden können.

6. Bei­kost­fe­hler >> Zu we­nig Ge­duld ha­ben <<

Für manche Mütter ist es eine Geduldsprobe, wenn das Essen der Beikost nicht immer gleich gut klappt. Es ist aber völlig normal, dass das Baby mal sehr gut, mal nicht so gut isst und ab und zu den Brei auch einfach komplett verweigert. 

Babys machen in der Zeit der Einführung der Beikost viele Entwicklungsschübe, sie zahnen, kränkeln vielleicht mal oder sind nach einer Impfung nicht so fit. Das sind alles Gründe dafür, dass es mit dem Beikost essen mal besser und mal schlechter klappt.

Manchmal sind sie auch einfach zu müde fürs Löffeln, hatten einen aufregenden Tag oder brauchen einfach so mal eine Breipause.

Insbesondere, wenn Kinder eine sehr anhängliche Phase haben, verweigern sie oft auch den Brei. Aus meiner Sicht können sie dann einfach nicht auf die Nähe zur Bezugsperson und das beruhigende Saugen beim Essen verzichten. Das kann zum Beispiel auch in der Phase der Eingewöhnung in einer Kinderbetreuungseinrichtung der Fall sein.

Üben Sie sich also in Geduld, es wird sich für Sie und Ihr Baby auszahlen.

Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Baby will keinen Brei, lesen Sie gerne meinen Blogartikel Ihr Baby will keinen Brei (mehr)? 15 Probleme + Lösungen.

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Häu­fig ge­stellte Fra­gen

Wenn Sie zu früh mit der Beikost beginnen, ist es wahrscheinlich, dass Sie es gar nicht schaffen Ihrem Kind Brei zu füttern. Der Zungenstreckreflex verhindert, dass Ihr Baby die noch ungeeigneten Lebensmittel isst. Das Baby schiebt den Brei mit der Zunge wieder aus dem Mund. Würde es Ihr Baby trotzdem irgendwie schaffen den Brei zu essen, kann es Verdauungs- und andere Gesundheitsprobleme bekommen. Laut S3-Leitlinie zum Stillen sollten Sie erst mit Beginn des 7. Monats mit der Beikost beginnen (bei erhöhtem Allergierisiko ggf. etwas früher), wenn Ihr Baby die Beikostreifezeichen zeigt. Mehr Infos finden Sie in meinem Artikel Können Babys auch schon ab dem 3. Monat Babybrei essen?

Beginnt man zu spät mit der Beikost, kann sich das negativ auf das Allergierisiko des Babys auswirken. Die Einführung von Allergenen im Rahmen der Beikosteinführung spätestens mit Beginn des 7. Monats und gleichzeitiges Stillen senkt lt. dem Deutschen Allergie- und Asthmabund das Allergierisiko Ihres Babys. Außerdem haben Babys in diesem Zeitraum das größte Interesse an den neuen Lebensmitteln. Wenn Sie zu lange warten, kann das Interesse wieder nachlassen und es wird möglicherweise schwierig Ihrem Baby den Brei schmackhaft zu machen. Daher sollten Sie nicht zu spät mit der Beikost starten, sondern beginnen, wenn Ihr Baby die Beikostreifezeichen zeigt.

Bei jedem Baby dauert es unterschiedlich lange, bis es sich an den Geschmack des Breis gewöhnt hat. Manche Babys müssen ein neues Lebensmittel bis zu 10mal mit nicht allzu großen Abständen probieren, bevor sie es akzeptieren.

Es ist wichtig, Beikost langsam einzuführen, weil sich die Geschmacksnerven und die Verdauung Ihres Babys erst an die neuen Lebensmittel gewöhnen müssen. Gehen Sie zu schnell vor, kann es passieren, dass Ihr Baby es als schlechte Erfahrung empfindet und den Brei verweigert oder Verdauungsprobleme bekommt.

Da es sehr viele verschiedene Gründe dafür geben kann, warum Ihr Baby keinen Brei essen will und vielleicht den Mund gar nicht erst aufmacht, gibt es auch viele unterschiedliche Möglichkeiten, was Sie tun können. Hier ein paar Bespiele:

  • Wenn Ihr Baby keinen Brei mag, können Sie es mit Fingerfood versuchen.
  • Wenn Ihr Baby während des Zahnens keinen Brei essen möchte, können Sie den Brei kalt anbieten, das mögen viele Babys lieber, wenn der Kiefer schmerzt.
  • Wenn von Anfang an Schwierigkeiten oder Probleme bei der Beikosteinführung auftreten, kann es sein, dass Ihr Baby noch nicht bereit für die Beikost ist. In diesem Fall warten Sie einfach noch ein paar Wochen.
  • Wenn Ihr Baby phasenweise mal keinen Brei mag, können Sie eine Breipause machen.

Mehr Tipps finden Sie in meinem Artikel Ihr Baby will keinen Brei (mehr)? 15 Gründe + Lösungen

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Kom­men­ta­re

8 Gedanken zu „Vermeiden Sie die 6 häufigsten Fehler bei Einführung der Beikost“

    • Ja, Geduld ist mit Sicherheit seeehr wichtig… und nicht ganz einfach für viele, was ich gut verstehen kann 🙂

      Antworten

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Hallo, ich bin Barbara Eder.

Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.

Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.

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