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Warum und ab wann Kuhmilch für Babys empfohlen wird

Viele Eltern sind sich unsicher, ob Kuhmilch für Babys überhaupt geeignet ist und wenn ja, ab wann Kuhmilch für Babys empfohlen wird. In diesem Artikel gehe ich detailliert ein, warum Kuhmilch für Babys vorteilhaft ist und ab wann und wie viel Kuhmilch sie bekommen dürfen. Und was gilt, wenn Ihr Baby ein erhöhtes Allergierisiko hat. Außerdem erfahren Sie, ob Sie auch auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen können.

Inhaltsverzeichnis

Ist Kuhmilch für Babys überhaupt geeignet?

Viele Eltern fragen sich, ob Kuhmilch grundsätzlich für Babys oder auch für Menschen im Allgemeinen geeignet ist. Schließlich hat die Natur diese Milch für Kälber und nicht für Menschen vorgesehen. Diese Frage bezieht sich auf Säuglingsmilchnahrung, da diese auf Kuhmilchbasis hergestellt ist, und später dann auf den Abendbrei – den Milch-Getreide-Brei – mit dem das Baby zum ersten Mal normale Kuhmilch aus dem Supermarkt bekommt.

Ei­gnet sich Säug­lings­milch­nah­rung auf Ba­sis von Kuh­milch für Babys?

Bei der Säuglingsmilchnahrung sind Bedenken aus meiner Sicht völlig unnötig. Die Produkte basieren zwar auf Kuhmilch, haben aber eine völlig andere Nährstoffzusammensetzung. Man muss sich das vereinfacht so vorstellen, dass die Industrie die normale Kuhmilch in ihre Bestandteil zerlegt und dann neu zusammensetzt. Hierbei wird versucht die Zusammensetzung der menschlichen Muttermilch möglichst genau nachzuahmen. Das heißt beispielsweise der enthaltene Milchzucker oder auch das Fett kommt zwar aus der Kuhmilch, ist in der Säuglingsmilchnahrung aber in einem anderen Verhältnis als in normaler Kuhmilch enthalten. Die Kuh würde ihre Milch praktisch nicht wiedererkennen :-). Zusätzlich gibt es die sogenannte HA-Säuglingsmilchnahrung, deren Verwendung für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko empfohlen wird.

Ich habe die Zusammensetzung von Säuglingsnahrung und Kuhmilch für Sie recherchiert und die Nährstoffe auszugsweise für Sie in der folgenden Übersicht gegenübergestellt.

100 ml Säuglingsmilchnahrung
Quelle

  • kcal 66
  • Fett 3,4 g
  • Kohlenhydrate 7,3 g
  • Eiweiß 1,3 g
  • Kalzium 58 mg

100 ml Kuhmilch
Quelle

  • kcal 64
  • Fett 3,5 g
  • Kohlenhydrate 4,5 g
  • Eiweiß 3,3 g
  • Kalzium 120 mg

Ich denke, Sie sehen, was ich meine. Aus diesem Grund ist es für mich keine Frage, dass  Säuglingsmilchnahrung auf Basis von Kuhmilch für Babys geeignet ist, wenn Sie nicht oder nicht ausreichend stillen können oder es nicht möchten.

Ei­gnet sich nor­male Kuh­milch für Babys bzw. den Men­schen ganz all­ge­mein?

Kuhmilch ist für Kälber gedacht. Ist sie also für den Menschen überhaupt ein „artgerechtes“ Getränk? Der Mensch ist das einzige Säugetier, das nach dem Abstillen weiterhin Milch zu sich nimmt. Ist der Mensch aus biologischer Sicht auf Kuhmilch vorbereitet?

Für die Verdauung von Milchzucker muss im Darm das Enzym Laktase zur Verfügung stehen, ansonsten kommt es zu Blähungen und Durchfällen. Noch vor 10.000 Jahren war dies beim Menschen nach der Kindheit nicht mehr der Fall. Das änderte sich jedoch mit der Viehhaltung. Der Mensch entwickelte sich weiter, weil es für sein Überleben von Vorteil war. Frauen waren durch die zusätzliche Eiweißquelle fruchtbarer und Kinder waren weniger der Kindersterblichkeit ausgesetzt, wenn sie Kuhmilch vertrugen.

Diese Entwicklung fand jedoch nicht bei allen Völkern statt. Asiaten beispielsweise vertragen bis heute meist keine Kuhmilch. Menschen in weiten Teilen Europas vertragen sie dagegen meist schon. Für mittel- und nordeuropäische Kinder ist Kuhmilch also inzwischen eine „artgerechtes“ Lebensmittel. Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich kann hier mitreden, denn ich bin laktoseintolerant und vertrage nur kleine Mengen von Kuhmilch.

Kuhmilch ist somit grundsätzlich empfehlenswert für Kinder, insbesondere auch, weil sie das für stärkere Knochen so wichtige Kalzium enthält.

Stellt sich noch die Frage, ab wann Kuhmilch für Babys empfohlen wird, also ab welchem Alter.

Die Quelle dieser Informationen unter anderem www.wikipedia.org.

Ab wann ist Kuhmilch für Babys empfehlenswert?

Oft erzählen mir die Mütter in meinen Beikost-Kursen, dass sie gehört oder gelesen haben, dass Baby vor dem ersten Geburtstag keine Kuhmilch bekommen dürfen. Hierbei handelt es sich um eine veraltete Empfehlung. Noch vor einigen Jahren ging man davon aus, dass Kinder, die Kuhmilch vor dem ersten Geburtstag bekamen eine höheres allgemeines Allergierisiko hätten. Dies hat sich jedoch nicht bestätigt.

Inzwischen lautet die Empfehlung des deutschen Allergie und Asthmabundes potente Allergieauslöser, zu denen auch Kuhmilch gehört, zusammen mit der Beikost einzuführen. Diese Empfehlung gilt für Kinder mit und ohne erhöhtem Allergierisiko. Insbesondere, wenn gleichzeitig weiter gestillt wird, hilft das Allergien vorzubeugen.

Aber ab wann nun ganz genau? Kuhmilch wird im Rahmen der Beikosteinführung zusammen mit dem Milch-Getreide-Brei in der Regel als Abendbrei eingeführt. Diesen Brei sollte Ihr Baby frühestens ab Beginn des 6. Monats bekommen. Gleiches gilt somit auch für Kuhmilch. Für den Abendbrei wird empfohlen Vollmilch also mit 3,5 % Fett zu verwenden, da sie mehr fettlösliche Vitamine enthält als fettereduzierte Sorten. Rohmilch ist für Babys und Kleinkinder nicht geeignet.

Wenn mit der Beikost begonnen wird, kann auch bei Kindern mit erhöhtem Allergierisiko von der HA-Säuglingsmilchnahrung auf normale Pre oder 1er Säuglingsmilchnahrung umgestellt werden. Der Grund dafür ist, das Ihr Baby mit der Beikosteinführung zwangsläufig mit möglichen Allergenen in Kontakt kommt. Das ist zu diesem Zeitpunkt auch im Hinblick auf die Vorbeugung von Allergien sinnvoll. Daher kann auch auf die HA-Säuglingsmilchnahrung verzichten werden. Viele Eltern begrüßen das, weil die normalen Produkte günstiger sind. Die Babys sind jedoch nicht alle von einer Umstellung begeistert, da der Geschmack sich unterscheidet. Sie können die HA-Säuglingsmilchnahrung also mit der Beikosteinführung durch normale Säuglingsmilchnahrung ersetzen, müssen es aber nicht.

Stellt sich nun die Frage wie viel Kuhmilch Ihr Baby bekommen sollte.

Wie viel Kuh­milch für Babys ist sinn­voll?

Weiter oben im Artikel habe ich schon erklärt, dass die Zusammensetzung von Säuglingsmilchnahrung an die der Muttermilch angepasst wird. Bei im Supermarkt erhältlicher Milch ist das jedoch nicht der Fall, auch wenn ihre Zusammensetzung nicht mehr ganz frisch gemolkener Milch entspricht. Unter anderem wird der gewünschte Fettgehalt industriell eingestellt. Ausführliche Informationen zur Herstellung von Milch finden Sie in diesem Artikel der Verbraucherzentrale.

Der Nährstoffgehalt normaler Vollmilch, die Sie im Supermarkt kaufen können, ist also auf ein Kalb ausgelegt, das doch deutlich größer ist als unsere Babys. Sie enthält sehr viele Proteine, was grundsätzlich super ist. Bekommt Ihr Baby aber sehr viel Kuhmilch, muss ein Teil dieser Proteine über die Nieren wieder ausgeschieden werden, was diese belasten kann. Aus diesem Grund werden vor dem ersten Geburtstag maximal 200 ml Vollmilch pro Tag empfohlen. Das ist genau die Menge, die im Rezept für den Milch-Getreide-Brei enthalten ist. Darüber hinaus sollte Ihr Baby also keine weitere Milch oder Milchprodukte bekommen. Ab dem ersten Geburtstag kann Ihr Baby dann ca. 300 g Milch bzw. Milchprodukte pro Tag bekommen.

Als nächstes gilt es zu klären, ob anstelle oder zusätzlich zu Kuhmilch auch pflanzliche Alternativen gewählt werden können.

Sol­lten Babys pflanz­li­che Kuh­milch-Al­ter­na­ti­ven be­kom­men?

Wenn man sich damit beschäftigt, aus was diese pflanzlichen Alternativen bestehen, ergibt sich die Antwort auf diese Frage von selbst. Im Wesentlichen bestehen sie aus Wasser mit ein wenig z. B. pürierter Mandel. Wenn man Glück hat ist Kalzium und ein paar Vitamine zugesetzt, wenn man Pech hat enthalten sie viel Zucker, Aromen und andere Zusätze.

Hier das Beispiel einer Alternative aus Haselnuss, die mehr Zucker als Haselnüsse enthält: 
Wasser, Zucker, Haselnüsse (2,8%), Tricalciumphosphat, Meersalz, Stabilisatoren (Johannisbrotkernmehl, Gellan), Emulgator (Lecithine (Sonnenblumen)), Vitamine (B2, B12, E,D2)

Soja steht außerdem im Verdacht, Allergien auszulösen und hat eine hormonähnliche Wirkung. Daher wird es für Babys und und Kleinkinder generell nicht empfohlen. In jedem Fall sind diese pflanzliche Alternativen stark industriell verarbeitet und enthalten in der Regel auch Zusätze wie Verdickungsmittel, um eine milchähnliche Konsistenz zu erreichen. Kuhmilch ist sehr viel natürlicher und hat von Natur aus mehr Nährstoffe als die pflanzlichen Alternativen. Sie enthalten in der Regel deutlich weniger Fett und auch Eiweiß als Kuhmilch

Wenn Sie zusätzlich oder an Stelle von Kuhmilch eine Alternative benötigen, sollten Sie Pre oder 1er Säuglingsmilchnahrung oder Muttermilch verwenden.

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