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Pinnbild Welche Babynahrung Unterschiede Babymilch

Welche Babynahrung? Die Unterschiede zwischen Pre-, 1er- und Folge-Babymilch?

Schon mal vor einem Regal mit Babynahrung gestanden und völlig überfordert wieder umgedreht? Jede Menge Auswahl unterschiedlicher Marken mit kryptischen Bezeichnungen? Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, kennen Sie die Unterschiede und wissen ganz genau welche Babymilch Sie kaufen wollen!

Inhaltsverzeichnis

Ab wann und wa­rum brau­chen Babys Fla­schen­nah­rung?

Viele Mütter gehen davon aus, dass es eine Phase zwischen dem Stillen und dem normalen Essen geben muss, in der man auf Flaschenmilch zurückgreifen sollte. Manche haben sogar den Eindruck, Ihr Baby wäre mit Pulvermilch besser versorgt oder länger satt, als es mit Muttermilch der Fall ist.

Diese Mamas fragen sich wie lange sie stillen können, bevor ihre Muttermilch nicht mehr sättigt. Grundsätzlich können Babys gestillt werden, solange Mutter und Kind es möchten. Wenn Sie stillen, bis Ihr Baby am Familientisch mitisst, braucht es keinen Muttermilchersatz aus der Flasche. Muttermilch ist immer die beste Wahl! Flaschenmilch sättigt nicht besser und Ihr Baby ist damit auch nicht besser versorgt.

Andere Mamas stillen nicht gerne und wollen wissen, wie lange sie stillen müssen. Sie müssen natürlich gar nichts.

Aber Kinder sind bis zum ersten Geburtstag Säuglinge. In dieser Zeit sollten sie Milchmahlzeiten bekommen. Diese werden zwar mit Einführung der Beikost und Umstellung aufs Familienessen weniger, fallen aber durch die feste Nahrung zunächst nicht weg.

Bis wann stillen

Babymilch aus der Flasche kommt nur zum Einsatz, wenn

  • Sie von Anfang an nicht stillen können oder möchten.
  • das Stillen generell oder nach der Geburt nicht sofort klappt.
  • Ihr Baby die Muttermilch nicht verträgt.
  • Sie abstillen müssen oder nicht mehr stillen wollen, bevor Ihr Baby keine Milchmahlzeiten mehr braucht.

Auch wenn Säuglingsmilchnahrung meist auf Kuhmilchbasis hergestellt wird, entspricht ihre Zusammensetzung nicht der von Kuhmilch. Die Zusammensetzung wird bei der Herstellung so verändert, dass sie der Muttermilch möglichst ähnlich ist. Was erlaubt ist und was nicht ist gesetzlich geregelt.

Normale Kuhmilch, andere Tiermilch oder Pflanzenmilch wie Nuss- oder Reismilch ist für Babys nicht geeignet. Ihre Zusammensetzung ist weit von der der Muttermilch entfernt. Babys würden mit diesen Milcharten entweder zu viel oder zu wenig Nährstoffe bekommen. Während zu viel Nährstoffe die Nieren belasten und generell mehr Nach- als Vorteile haben, führen zu wenig zu Nährstoffmangel.

Sowohl Stillkinder als auch Flaschenkindern, brauchen übrigens keine zusätzliche Flüssigkeit wie Wasser oder Tee und sollten auch keine bekommen, da es bei zu großen Mengen zu einer sogenannten Wasservergiftung kommen kann. Das in der Flaschenmilch enthaltene Wasser reicht vollkommen aus, auch bei Hitze. Hat das Baby Durst, trinkt es Milch. Erst gegen Ende der Beikosteinführung sollten Babys etwas Wasser oder Tee bekommen.

Flaschennahrung Baby

Wa­rum gibt es so viele un­ter­schie­dli­che Be­zeich­nun­gen für Baby­nah­rung?

Der Begriff Babynahrung bzw. Säuglingsnahrung umfasst nicht nur die Flaschenmilch, sondern auch z. B. Breigläschen. Die korrekte Bezeichnung für die Babymilch ist Säuglingsmilchnahrung und wird unterteilt in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung. Diese Begriffe sind im Gespräch aber recht sperrig und auch nicht jedem bekannt.

Aus diesem Grund werden umgangssprachlich jede Menge anderer Begriffe verwendet, die letztendlich aber immer das gleiche in unterschiedlichen Varianten meinen.

Hier ein paar Beispiele

  • Anfangsmilch / Anfangsmilchnahrung
  • Babymilch / Babymilchnahrung / Baby-Pulver / Babymilchpulver / Milchpulver
  • Ersatzmilch / Milchersatz / Muttermilchersatz
  • Fertigmilch / trinkfertige Babymilch
  • Flaschenmilch / Flaschennahrung
  • Folgemilch / Folgenahrung
  • Formulamilch / Formulanahrung
  • Pre-Milch / Pre-Nahrung
  • Säuglingsmilch / Säuglingsanfangsnahrung / Säuglingsnahrung

In dieser Liste sind auch Bezeichnungen unterschiedlicher Sorten von Säuglingsmilchnahrung enthalten, die oft als Synonym verwendet werden, obwohl das eigentlich nicht korrekt ist.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sorten. Nach dem Lesen wissen Sie Bescheid und haben keine Fragezeichen mehr im Gesicht, wenn das Thema aufkommt.

Milchpulver Baby

We­lche Sor­ten Baby­milch­pulver gibt es?

Es gibt einige unterschiedliche Sorten von Säuglingsnahrung, die für verschiedene Situationen gedacht sind, daher auch die unterschiedlichen Bezeichnungen und Milchnummern auf den Verpackungen.

Überblick Arten von Milchpulver für Babys

  • Anfangsmilch, Anfangsmilchnahrung oder Anfangsnahrung (Pre oder 1)
  • Hypoallergene Säuglingsmilchnahrung (HA Pre oder HA 1)
  • Spezialnahrung z. B. Anti-Reflux, bei Koliken, laktosefrei oder milchfrei, also ohne Kuhmilch / Kuhmilcheiweiß
  • Folgemilch, Folgemilchnahrung oder Folgenahrung (2 oder 3)
  • Kindermilch (1+ oder 2+)

Alle Sorten gibt es auch als Bio-Varianten zu kaufen.

Meistens wird Flaschenmilch in Form von Milchpulver angeboten, dass Sie selbst mit Wasser zubereiten. Inzwischen gibt es aber auch trinkfertige Babymilch auch Fertigmilch genannt.

Das sind kleine Fläschchen mit bereits angerührter Milch. Sie sind deutlich teurer und da sie nach dem Öffnen umgefüllt und erwärmt werden müssen, verstehe ich nicht, welchen Vorteil sie haben sollen. Geöffnete Fläschchen dürfen nur sehr kurzzeitig aufbewahrt werden, während eine geöffnete Packung Pulver deutlich länger verwendet werden kann.

Und damit es noch ein bisschen komplizierter wird, haben alle Hersteller ihre ganz eigenen zusätzlichen Produktbezeichnungen auf den Verpackungen. Ich erkläre Ihnen später noch warum und was sie bedeuten.

Kommt Ihnen immer noch spanisch vor? Lesen Sie weiter! Sie werden sehen, es ist gar nicht sooo kompliziert :-).

We­lche Baby­nah­rung ist die Rich­ti­ge?

Säug­lings­an­fangs­nah­rung

Diese Babymilch ist für Neugeborene von Geburt an und im gesamten 1. Lebensjahr geeignet, wenn nicht oder nicht ausreichend gestillt wird. Es gibt sie in den Varianten Pre und 1. Sie sind in Ihrer Zusammensetzung fast vergleichbar.

Wieviel Anfangsnahrung darf ein Baby bekommen? Wie beim Stillen richtet sich die Milchmenge auch beim Füttern mit Pre- oder 1er-Nahrung nach dem Bedarf des Babys. Das bedeutet, dass es immer wieder vorkommen kann und darf, dass das Baby bei Wachstums- und Entwicklungsschüben zeitweise mehr oder öfter Milch trinkt.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Warum „nur“ im gesamten 1. Lebensjahr? Diese Empfehlung hat zwei Gründe:

  • Nach dem 1. Geburtstag darf das Kind ca. 300 g normale Kuhmilch bzw. Milchprodukte bekommen, so dass keine Pulvermilch mehr notwendig ist. Vor dem 1. Geburtstag sollten es max. 200 ml normale Kuhmilch sein, die als Milch-Getreide-Brei im Rahmen der Beikosteinführung dazu kommen. Mehr Information finden Sie in meinem Artikel zum Thema Kuhmilch ab wann?
  • Zahnärzte raten dazu ab dem 1. Geburtstag die Flasche abzugewöhnen.
Wie lange Pre Milch

Was ist Pre-Milch und wie lan­ge gibt man Babys Pre-Milch?

Pre-Milch ist die Babymilch, deren Zusammensetzung Muttermilch am ähnlichsten ist. Sie enthält nur ein einziges Kohlenhydrat – natürlichen Milchzucker (Laktose).

Zusammenfassung

  • Pre-Milch Ja oder Nein? Ja, wenn Sie nicht oder nicht ausreichend stillen.
  • Ab wann Pre-Milch? Ab Geburt geeignet, wenn nicht oder nicht ausreichend gestillt wird.
  • Bis wann Pre-Milch? Im gesamten 1. Lebensjahr.
Unterschied Pre und 1

Was ist der Un­ter­schied zwi­schen Pre- und 1er-Milch?

1er-Nahrung enthält im Unterschied zu Pre-Milch neben Laktose andere Kohlenhydrate wie z. B. Stärke, Maltose oder Maltodextrin. Die Milch ist etwas dickflüssiger als Pre-Milch – und auch als Muttermilch. Es wird unterstellt, dass sie dadurch mehr sättigt, was aber nicht erwiesen ist und auch viele Mütter nicht bestätigen können. Sie enthält nicht mehr Kalorien als Pre-Milch.

Wann sollten Sie von Pre- auf 1er-Milch umstellen? Es ist nicht notwendig umzusteigen und Anfangsmilch 1 statt Pre zu geben.

Zusammenfassung

  • 1er Milch Ja oder Nein? Eher Nein. Nicht notwendig,  Pre-Milch reicht. Sättigt auch nicht mehr. Einziger Nachteil ist aber, dass sie Muttermilch nicht mehr ganz so sehr ähnelt wie Pre-Nahrung.
  • Ab wann 1er-Milch? Ab der Geburt geeignet, wenn nicht oder nicht ausreichend gestillt wird.
  • Bis wann 1er-Milch? Im gesamten 1. Lebensjahr.
Pre HA Nahrung

Was ist der Un­ter­schied zwi­schen Pre- und HA-Nah­rung?

HA steht für „hypoallergen“. HA-Milch wird für Babys mit erhöhtem Allergierisiko empfohlen, die nicht oder nicht ausreichend gestillt werden. Stillen beugt Allergien deutlich besser vor als HA-Nahrung.

Es gibt HA-Milch – genau wie „normale“ Anfangsmilch – in den Varianten Pre und 1. Sie ist meist etwas teurer und wird genau wie die meisten Pre-Milch-Produkte auf Basis von Kuhmilch hergestellt. Im Unterschied zur „normalen“ Pre-Milch bzw. 1er-Milch wird das in der Milch enthaltene Eiweiß durch Hydrolyse gespalten.

Der Grund dafür ist, dass Kuhmilch bei Kindern mit erhöhtem Allergierisiko eine Lebensmittelallergie auslösen kann. Die Spaltung des Eiweißes dient also der Allergievorbeugung. Kinder mit nachgewiesener Kuhmilch- bzw. Kuhmilcheiweißallergie erhalten keine HA-Nahrung. Sie bekommen nach Absprache mit dem Kinderarzt Spezialnahrung.

HA-Milch bekommt durch die Spaltung des Eiweißes einen leicht bitteren Geschmack. Babys, die ab Geburt HA-Nahrung erhalten, akzeptieren diesen Geschmack meist. Soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt werden, ist der bittere Geschmack häufig ein Problem. Babys verweigern die Milch in vielen Fällen.

Wie lange sollte HA-Nahrung gefüttert werden? Bei Einführung der Beikost wird das Baby mit vielen Allergenen konfrontiert, was im Rahmen der Allergievorbeugung auch sinnvoll ist. Ab diesem Zeitpunkt ist keine HA-Nahrung mehr notwendig. Es kann normale Pre- oder 1er-Milch verwendet werden.

Es ist aber auch kein Problem, wenn Sie weiterhin HA-Milch füttern möchten. Viele Babys reagieren mit Unmut über einen Wechsel ihrer gewohnten Flaschenmilch, den sie sich und Ihrem Baby vielleicht ersparen wollen. In diesem Fall müssen Sie abwägen: Geld sparen oder kein Stress mit dem Baby.

Sie wissen nicht, ob Ihr Baby ein erhöhtes Allergierisiko hat? Hier können Sie es selbst ermitteln.

Zusammenfassung

  • HA-Nahrung Ja oder Nein? Ja, wenn Ihr Baby ein erhöhtes Allergierisiko hat, aber keine bestätigte Allergie und Sie nicht oder nicht ausreichend stillen.
  • Ab wann HA-Nahrung? Ab der Geburt für Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko empfohlen, wenn nicht oder nicht ausreichend gestillt wird. Am besten nach Rücksprache mit dem Kinderarzt.
  • Bis wann HA-Nahrung? Bis zur Beikosteinführung (also mindestens bis zum Beginn des 5. Monats) auf Wunsch auch im gesamten 1. Lebensjahr.
Unterschied Pre und Folgemilch

Folge­milch

Folgemilch gibt es in den Varianten Folgenahrung 2 und 3 und Kindermilch 1+ und 2+.

Was ist der Un­ter­schied zwi­schen Pre- und Folge­milch?

Der wesentliche Unterschied zwischen Anfangsnahrung (Pre oder 1) und Folgenahrung ist die Nährstoffzusammensetzung. Folgenahrung enthält mehr unterschiedliche Kohlenhydrate und auch größere Mengen davon. Auch der Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist anders. Teilweise sind auch künstliche Aromen und Zucker enthalten. Folgemilch ähnelt Muttermilch nicht.

Folgemilch 2 und 3 ist erst mit der Beikosteinführung für Ihr Baby geeignet. Sie eignet sich also NICHT als Muttermilchersatz für Neugeborene ab der Geburt.

Es gibt sie trinkfertig angerührt oder als Milchpulver. Je nach Rezeptur des Herstellers wird mit unterschiedlichen zugesetzten Vitaminen und reduziertem Eiweißgehalt geworben.

Sie wundern sich jetzt vielleicht darüber, dass ich doch zur Anfangsmilch geschrieben habe, dass sie für das ganze erste Lebensjahr geeignet ist. Wozu also Folgemilch? Gut aufgepasst und gut erkannt :-). Folgemilch ist nicht notwendig oder sinnvoll und wird deswegen auch nicht empfohlen.

Sie können und sollten Pre- oder 1er-Milch verwenden, so lange Ihr Baby Milchmahlzeiten benötigt.

Sehen Sie, es wird schon einfacher, damit hat sich die Auswahl deutlich reduziert.

Zusammenfassung

  • Folgemilch Ja oder Nein? Nein. Es mag sein, dass Folgemilch besser sättigt als Pre- oder 1er-Milch, trotzdem ist die Nährstoffzusammensetzung für Ihr Baby nicht empfehlenswert. Eine bessere Sättigung führt übrigens auch nicht dazu, dass das Baby früher durchschläft. Das ist ein Mythos.
  • Ab wann Folgemilch 2 oder 3? Ab Beikosteinführung bzw. lt. Packungsangabe, ist aber nicht notwendig und nicht sinnvoll Pre- oder 1er-Milch kann im gesamten 1. Lebensjahr verwendet werden.
  • Bis wann Folgemilch 2 oder 3? Laut Packungsangabe.

Was ist Kin­der­milch?

Kindermilch soll laut den Herstellern Kuhmilch im Kleinkindalter ersetzen.

Kindermilch 1 + oder 2+ ist erst ab 1 Jahr bzw. 2 Jahren für Ihr Kind geeignet. Sie eignet sich ebenfalls NICHT als Muttermilchersatz ab der Geburt.

Kinder können bereits mit der Einführung des Milch-Getreide-Breis kleine Mengen normale Kuhmilch bekommen. Ab dem ersten Geburtstag kann die tägliche Menge auf ca. 300 g Milchprodukte erhöht werden. Eine spezielle Kindermilch ist nicht notwendig.

Verbraucherzentralen und auch die Stiftung Warentest bestätigen, dass Kindermilch nicht notwendig ist und Kuhmilch für Kinder ab 1 Jahr besser geeignet ist.

Auswahl nochmals reduziert!

Zusammenfassung

  • Kindermilch Ja oder Nein? Nein. Kindermilch ist nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Normale Kuhmilch ist für Kinder ab 1 Jahr besser geeignet.
  • Ab wann Kindermilch? Kindermilch ab 1 bzw. 2 Jahren bzw. laut Packungsangabe, ist ebenfalls nicht notwendig und nicht sinnvoll.
  • Bis wann Kindermilch? Laut Packungsangabe.
Laktosefreie Babymilch

Spe­zial­nah­rung

Spezialnahrung kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz und sollte immer nur nach Absprache mit dem Kinderarzt verwendet werden.

Beispiele für Spezialnahrung

  • Anti-Reflux-Nahrung bei Spuckneigung
  • Säuglingsmilchnahrung bei Koliken / Blähungen
  • Laktosefreie Babymilch, wenn das Baby keinen Milchzucker verträgt (Laktoseintoleranz)
  • Kuhmilchfreies Milchpulver bei Kuhmilch- bzw. Kuhmilcheiweißallergie

Vegane Ernährung wird für Säuglinge nicht empfohlen und damit auch keine vegane Babymilch, sofern sie nicht aufgrund einer Allergie als Spezialnahrung erforderlich ist.

Zusammenfassung

  • Spezialnahrung Ja oder Nein? Ja, wenn der Kinderarzt es empfiehlt ansonsten Nein.
  • Ab wann Spezialnahrung? Individuell mit dem Kinderarzt besprechen.
  • Bis wann Spezialnahrung? Individuell mit dem Kinderarzt besprechen.
Beste Babynahrung

Wel­che Mar­ke bzw. wel­cher Herstel­ler hat die beste Baby­nah­rung?

Um die Verwirrung noch ein bisschen größer zu machen, verwenden die Hersteller von Säuglingsmilchnahrung allerlei beeindruckend klingende Begriffe auf ihren Verpackungen.

Beispiele für die zusätzlichen Bezeichnungen unterschiedlicher Hersteller

  • Pronutra
  • Profutura Duo Advance
  • Organic
  • Expert
  • Supreme
  • Combiotik
  • Comfort

Für die Herstellung von Babymilch gelten strenge gesetzliche Regelungen. Dadurch bleibt nicht so viel Spielraum für die Hersteller sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Auch die Werbung für Säuglingsmilch ist stark reglementiert.

Die zusätzlichen Bezeichnungen der Hersteller sollen wohl vor allem den Käufer beeindrucken und bieten die Möglichkeit, sich von anderen Anbietern abzugrenzen.

Welche Pre Nahrung ähnelt Muttermilch

Zu­sam­men­setzung von Säug­lings­milch

Wie schon gesagt, ist ziemlich streng gesetzlich geregelt, was in Flaschenmilch enthalten sein darf, was nicht und in welchen Mengen.

Geregelt ist unter anderem

  • Welche Zutaten und Nährstoffe enthalten sein müssen und in welchen Mengen.
  • Welche Zutaten und Zusatzstoffe optional enthalten sein dürfen und in welchen Mengen z. B. spezielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Auch Probiotika und Präbiotika können enthalten sein. Sie sollen die Darmflora positiv beeinflussen.
  • Welche Zutaten bzw. Zusatzstoffe (Farbstoffe, Süßstoffe, Konservierungsstoffe) nicht enthalten sein dürfen.
  • Welche Proteinquellen verwendet werden dürfen.
  • Wieviel Kalorien die Milch haben muss.
  • Wie die Verpackungen gekennzeichnet werden müssen.
  • Welche Hinweise auf der Verpackung stehen müssen z. B. der Hinweis, dass Stillen die beste Ernährung für Babys ist.

So ist sichergestellt, dass jede zugelassene Babymilch völlig unabhängig von der Marke und vom Preis wie vorgeschrieben zusammengesetzt ist.

Beispielhafte Zutaten von Pre-Milch

Ich habe Ihnen beispielhaft Zutaten, die in Pre-Milch enthalten sein können, aufgelistet. Bei fettgedruckten Zutaten handelt es sich um Allergene, die gekennzeichnet werden müssen. Meine Erklärung habe ich Ihnen jeweils nach dem = dahinter geschrieben.

Mit Ausnahme der Zusatzstoffe sind die genannten Inhaltsstoffe in Pre-Nahrung auch in Muttermilch enthalten  – wenn natürlich auch zum Teil in anderer Form. Pre-Milch soll Muttermilch soweit wie möglich ähneln. Die Hersteller haben nicht die Möglichkeit irgendwelche anderen Zwecke durch die Zugabe von Zutaten zu verfolgen.

Kohlenhydrate

  • Laktose (aus Milch) = Milchzucker, als einziges Kohlenhydrat

Kuhmilch als Eiweißquelle

  • L-Carnitin = Aminosäure, Eiweiß
  • L-Tryptophan = Aminosäure, Eiweiß
  • Taurin = Abbauprodukt der Aminosäuren Methionin und Cystein
  • Magermilch
  • Molkeneiweiß (aus Milch)
  • Molkenerzeugnis (aus Milch)
LCP Babynahrung

Fette

  • pflanzliche Öle (Sonnenblumen-, Kokosnuss-, Rapsöl) = gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Fischöl = enthält mehrfach ungesättigte, langkettige Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure = DHA, Eicosapentaensäure = EPA) auch LCP oder LC-PUFA (Long-Chain Polyunsaturated Fatty Acids) genannt
  • Öl aus Mortierella alpina = mehrfach ungesättigte, langkettige Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren auch LCP oder LC-PUFA (Long-Chain Polyunsaturated Fatty Acids) genannt

Mineralstoffe

  • Calciumcarbonat
  • Eisen-II-sulfat
  • Kupfersulfat
  • Kaliumchlorid
  • Kaliumjodid
  • Magnesiumchlorid
  • Mangan-II-sulfat
  • Natriumcitrat
  • Natriumselenit
  • Zinksulfat

Vitamine

  • Vitamin A
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Niacin = Vitamin B3
  • Pantothensäure = Vitamin B5
  • Vitamin B6
  • Biotin = Vitamin B7
  • Folsäure = Vitamin B9
  • Vitamin B12
  • Vitamin C
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Vitamin K

Probiotika = lebende Mikroorganismen für eine gesunde Darmflora (optional)

  • Milchsäurekulturen, Laktobazillen, Bifidobakterien

Präbiotika = Ballaststoffe, die als Nahrung für die Mikroorganismen dienen (optional)

  • Fructooligosaccharide = abgekürzt FOS
  • Galactooligosaccharide (aus Milch) = abgekürzt GOS
  • 2´-Fucosyllactose/Difucosyllactose-Gemisch (mit Laktose) = Humanes Milch-Oligosaccharid, abgekürzt HMO, Herstellung nur mit Hilfe von Gentechnik möglich, daher in Bio-Säuglingsmilch nicht erlaubt

Zusatzstoffe (optional)

  • Antioxidationsmittel (Ascorbylpalmitat) = für längere Haltbarkeit
  • Emulgator (Sojalecithin) = für bessere Mischbarkeit

Fazit

Nun wissen Sie Bescheid oder?

Schritt 1: Welche Babynahrung?

  • Sie müssen sich im Normalfall nur zwischen Pre- und 1er-Milch entscheiden. Ich persönlich würde Pre-Milch verwenden, da sie der Muttermilch am ähnlichsten ist und man bei Muttermilch schließlich auch nicht mal eben von Pre auf 1 umstellen kann.
  • Hat Ihr Kind ein erhöhtes Allergierisiko, sollten Sie sich nach Absprache mit dem Kinderarzt zwischen HA Pre oder HA 1 entscheiden. Mit Beikosteinführung können Sie auf „normale“ Pre- oder 1er-Milch umstellen, müssen aber nicht.
  • Nur im Ausnahmefall vor allem bei Kuhmilch- bzw. Kuhmilcheiweißallergie oder Laktoseintoleranz ist Spezialnahrung notwendig. In diesem Fall befragen Sie den Kinderarzt, welche Babynahrung Sie verwenden sollen.
  • Folgemilch und Kindermilch ist nicht notwendig und nicht sinnvoll.

Nun hat sich die Auswahl im Regal mit Babynahrung schon deutlich reduziert oder?

Schritt 2: Welcher Hersteller?

Da die Zusammensetzung von Säuglingsmilchnahrung gesetzlich geregelt ist, können Sie im Prinzip jede Marke nehmen, die Ihnen sympathisch ist. Lassen Sie sich von den vielen Zusatzbezeichnungen der Hersteller nicht aus der Ruhe bringen.

Wenn Sie Bio-Babymilch verwenden möchten, reduziert sich die Auswahl deutlich. Bio-Produkte schneiden in Produkttests aber nicht automatisch besser ab.

Ich persönlich würde mir den jeweils aktuellen Testbericht der Stiftung Warentest bzw. Öko-Test ansehen und auf dieser Basis entscheiden, welche Marke ich nehme. In diesen Tests wird auch berücksichtigt, ob empfehlenswerte optionale Zutaten (mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Probiotika, Präbiotika) und nicht empfehlenswerte Zusatzstoffe enthalten sind.

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