Familienessen, Familie
Pinnbild Welches Obst und Gemuese in der Stillzeit meiden

Welches Obst und Gemüse sollten Sie in der Stillzeit meiden?

Blähungen und ein wunder Po sind unangenehm für Babys – keine Frage. Alle stillenden Mamas möchten sie ihren Babys gerne ersparen. Einige Mütter leiden nach der Entbindung auch selbst an Blähungen.

In diesem Artikel lesen Sie, wie lange es dauert bis die Nahrung, die Sie essen, in die Muttermilch übergeht und beim Stillbaby ankommt und welche Obst- und Gemüsesorten Sie meiden sollten.

Inhaltsverzeichnis

Wie schnell kommt das Es­sen der Mut­ter in der Mut­ter­milch an?

Um diese Frage zu beantworten ist es notwendig, dass Sie zunächst verstehen, wie Blähungen entstehen.

Sie entstehen bei der Verdauung von Ballaststoffen aus Gemüse oder Obst im Darm. Genau – im Darm! Muttermilch wird aber aus Blut gebildet. Da weder Ballaststoffe noch Darmgase ins Blut übergehen, können sie auch nicht in die Muttermilch übergehen.

Gemüse oder Obst können also nur bei Ihnen zu Blähungen führen, nicht beim Baby.

Gleiches gilt für säurehaltige Obstsorten. Der pH-Wert der Muttermilch ändert sich nicht, wenn Sie Obst essen, das viel Säure enthält.

Trotzdem haben Babys oft Blähungen – wie kann das sein?

Blähungen bei Babys entstehen, wenn das Baby

  • häufig weint und dadurch viel Luft schluckt. Früher sprach man von Dreimonatskoliken und ging davon aus, dass Babys vermehrt weinen, weil sie Blähungen haben. Heute weiß man, dass es umgekehrt ist: Viele Babys schreien in den ersten Lebensmonaten häufiger, weil sie sich noch nicht selbst beruhigen können, und bekommen dadurch Blähungen.
  • beim Trinken Luft verschluckt z. B. durch eine ungünstige/s Stillposition, Anlegetechnik, Saugverhalten, einen ungeeigneten Flaschensauger oder zu hastigem Trinken.
  • kein Bäuerchen nach dem Trinken macht.
  • gestresst und angespannt ist.

Außerdem ist der Darm des Babys noch unreif. Mehr als die Hälfte der Neugeborenen haben Verdauungsbeschwerden, völlig unabhängig davon, was die Mutter in der Stillzeit isst. Flaschenbabys leiden sogar noch häufiger an Blähungen, weil die Milch schneller aus dem Sauger kommt und der Mund des Babys „nicht so dicht“ um den Sauger liegt, wie es bei der Brust der Fall ist.

Ein Teil der Stillbabys reagiert auf ganz bestimmte Lebensmittel mit Blähungen oder einem wunden Po. Sie haben also phasenweise eine „Unverträglichkeit“. Manche Babys reagieren nicht mit Verdauungsbeschwerden, sondern mit Hautauschlag. Wenn Sie ein solches Obst oder Gemüse erkannt haben, sollten Sie eine Weile darauf verzichten. Vermeiden Sie es aber nicht dauerhaft. Der Darm Ihres Babys entwickelt sich und wird es mit der Zeit vertragen.

Wie lange braucht Essen bis es beim Baby ankommt

Auf welches Obst oder Gemüse Babys reagieren ist sehr individuell. Sie müssen also ausprobieren, ob Ihr Baby überhaupt reagiert und auf welche Sorten.

Auf keinen Fall sollten Sie vorsorglich auf alle blähenden und säurehaltigen Gemüse- und Obstsorten verzichten. Ihr Speiseplan würde dadurch viel zu sehr eingeschränkt werden.

Hier gilt: Besser ab und zu ein wunder Po und Blähungen, als zu wenig Nährstoffe durch eine einseitige Ernährung.

Und glauben Sie mir: Sie werden nicht verhindern können, dass Ihr Stillkind Beschwerden hat – völlig egal wie vorsichtig Sie sind!

Aber Sie müssen mir gar nicht glauben :-)… die La Leche Liga (Seite 3) bestätigt es ebenfalls.

So, nun aber zur Frage, wie lange es braucht, bis Sie eine Reaktion des Babys auf das was Sie essen feststellen können.

Innerhalb von einigen Stunden bis zu 24 Stunden nach dem Essen wissen Sie Bescheid. In diesem Zeitraum treten die Beschwerden üblicherweise auf.

Eine genauere Zeitangabe ist leider nicht möglich. Wie lange es dauert, bis sich Ihre Ernährung auf die Muttermilch und anschließend auf Ihr Baby auswirkt, hängt davon ab, welche Kombination von Lebensmitteln Sie essen und wie schnell sie verdaut werden können.

Blähungen nach der Geburt

Wa­rum lei­den vie­le Mamas nach der Ge­burt an Blä­hun­gen?

Viele Mamas leiden nach der Entbindung an Blähungen. Die Gründe dafür sind nicht genau bekannt.

Besonders unangenehm für viele Mütter ist, dass sie im Wochenbett oder länger die Blähungen oft nicht unterdrücken können. Das liegt daran, dass der Beckenboden sich noch nicht wieder von den Belastungen in der Schwangerschaft erholt hat.

Generell können Blähungen entstehen durch

  • Sorgen
  • Stress
  • Angst
  • zu hastiges Essen
  • weniger Bewegung

Alles Umstände, die nach der Geburt an der Tagesordnung sein können.

Auch Verstopfung kann der Grund für einen Blähbauch sein.

Gründe für Verstopfung bei Stillenden

  • Durch die Hormonumstellung nach der Geburt kann die Verdauung verlangsamt sein.
  • Der Darm hat nach der Geburt wieder mehr Platz – wie auch alle anderen Organe. Es dauert einige Wochen, bis alles wieder seinen Platz gefunden hat. Auch diese Veränderung kann zu Verstopfung führen.
  • Flüssigkeitsmangel durch die Geburt und schwitzen.
  • Schmerzen beim Stuhlgang im Wochenbett durch Geburtsverletzungen, Kaiserschnitt oder Hämorrhoiden.

 Was Sie bei Verstopfung tun können

  • ausreichend Trinken
  • sobald Hebamme oder Arzt es erlauben regelmäßig bewegen z. B. ein Spaziergang
  • ballaststoffreiches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sowie saure Milchprodukte wie Joghurt und Trockenfrüchte essen

In den nächsten Absätzen dieses Artikels finden Sie eine Liste mit blähendem bzw. nicht blähendem Obst und Gemüse.

Sie werden feststellen, dass viele Obst- und Gemüsesorten, die gegen Verstopfung helfen eine blähende Wirkung haben. Das liegt daran, dass sie sehr ballaststoffreich sind. Ballaststoffe helfen gegen Verstopfung können, aber auch Blähungen verursachen.

Welche Obst- und Gemüsesorten blähend wirken, ist aber bei jedem Menschen unterschiedlich, daher müssen Sie es leider ausprobieren.

Welches Gemuese in der Stillzeit

Wel­ches Ge­mü­se in der Still­zeit?

Dieser Überblick ist für Mütter, die selbst an Blähungen leiden gedacht. Gemüse, auf das manche Babys mit Beschwerden reagieren, obwohl es nicht bläht, habe ich mit einem „B“ gekennzeichnet.

Da jeder Mensch auf Gemüse unterschiedlich reagiert, werden Sie immer wieder unterschiedliche Informationen dazu finden, ob ein Gemüse nun bläht oder nicht. Auch die Zubereitung des Gemüses und was Sie sonst noch dazu essen, wirkt sich darauf aus, ob es zu Blähungen führt oder nicht.

Unter der Tabelle finden Sie einige Tipps, wie Gemüse besser verträglich wird.

Nochmals der Hinweis: Blähungen verursachende Ballaststoffe können – wie im ersten Absatz erläutert – nicht in die Muttermilch übergehen und damit beim Baby auch nicht zu Blähungen führen. Auch, wenn Babys auf einzelne Lebensmittel mit Beschwerden reagieren, weil ihr Darm noch unreif ist, sollten Sie nicht generell alle blähenden Gemüsesorten weglassen.

blä­hen­des Ge­mü­se

Hülsenfrüchte

  • Bohnen / grüne Bohnen
  • Erbsen
  • Kidneybohnen
  • Kichererbsen
  • Linsen

Kohl

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Grünkohl
  • Kohlrabi
  • Rotkraut / Rotkohl / Blaukraut
  • Rosenkohl
  • Romanesco
  • Spitzkohl
  • Weißkraut / Sauerkraut
  • Wirsing

Salat

  • Rucola
  • Kopfsalat

Sonstiges

  • Aubergine
  • Avocado
  • Bärlauch
  • Pilze / Champignons*
  • Gurke
  • Knoblauch
  • Lauch / Porree
  • Mais
  • Oliven
  • Paprika
  • Radieschen
  • Rettich
  • Sellerie
  • Spargel / grüner Spargel
  • Schwarzwurzeln
  • Zwiebeln / Frühlingszwiebeln

nicht blä­hen­des Ge­mü­se

  • Artischocke
  • Chicorée wg. Bitterstoffen
  • Radicchio wg. Bitterstoffen
  • Fenchel
  • Karotten
  • Kartoffel
  • Kürbis
  • Spinat
  • Mangold
  • rote Bete / rote Beete
  • Tomaten (B)
  • Zucchini

*Wildpilze gehören zu den wenigen Lebensmitteln, die Sie wegen der Belastung mit Schwermetallen beim Stillen nicht essen sollten. Pfifferlinge und Steinpilze sind immer Wildpilze, sie können nicht gezüchtet werden. Welche Lebensmittel Sie ebenfalls meiden sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Ich weiß natürlich, dass Avocado, Oliven, Paprika und Tomaten eigentlich Obst sind… und Mais ist Getreide… aber die meisten suchen sie beim Gemüse… daher habe ich sie in dieser Tabelle eingefügt.

 

Was Sie tun können, damit Gemüse besser verträglich wird

  • Bei Blumenkohl und Brokkoli den Strunk abschneiden.
  • Rote oder gelbe Linsen wählen, sie sind besser verträglich, weil sie geschält sind.
  • Getrocknete Hülsenfrüchte über Nacht einweichen und das Einweichwasser wegschütten.
  • Hülsenfrüchte in der Dose kaufen und Dosenwasser wegschütten.
  • Mit Kümmel würzen.
  • Gemüse nicht als Rohkost, sondern gegart essen.
  • Salat als Beilage zu warmen Gerichten essen oder als Zutat im Nudelsalat.
  • Gemüse kombinieren mit Fleisch und Beilagen wie Reis, Nudeln, Kartoffeln.
  • Gut kauen und langsam essen.
  • Nicht anbraten, rösten oder frittieren, sondern kochen, dünsten, dämpfen, garen.
  • Nicht zu große Mengen auf einmal essen. Eventuell auf 3 kleine Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten umstellen, statt 3 große Hauptmahlzeiten zu essen
Welches Obst in der Stillzeit meiden

Wel­ches Obst in der Still­zeit mei­den?

Hier finden Sie blähende und nicht blähende Obstsorten im Überblick, falls Sie selbst an Blähungen leiden sollten. Obstsorten, die bei manchen Babys zu Beschwerden führen können, obwohl sie nicht blähen, habe ich mit einem „B“ gekennzeichnet.

Insbesondere unreifes und Obst mit viel Fruchtzucker ruft häufig Blähungen hervor.

Sie werden sich widersprechende Angaben dazu finden, welche Obstsorten blähen und welche nicht. Da jeder Mensch unterschiedlich reagiert, können keine exakten Angaben gemacht werden. Außerdem hängt die Wirkung des Obsts auch davon ab, was sie was sie sonst noch dazu essen.

Unter der Tabelle finden Sie Tipps, wie Obst besser verträglich wird.

Nochmals der Hinweis: Blähungen verursachende Ballaststoffe und Fruchtsäure können – wie im ersten Absatz erläutert – nicht in die Muttermilch übergehen. Auch, wenn Babys auf einzelne Lebensmittel mit Beschwerden reagieren, weil ihr Darm noch unreif ist, sollten Sie nicht generell alle Obstsorten weglassen, die blähen oder viel Fruchtsäure enthalten.

blä­hen­des Obst

  • Ananas
  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Beeren wie Erdbeeren, Blaubeeren / Heidelbeeren, Himbeeren
  • Birnen
  • Feigen
  • Kirschen
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Trauben / Weintrauben
  • Trockenobst wie getrocknete Aprikosen, Datteln, Rosinen
  • Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Mandarinen, Orangen, Zitronen
  • pure Fruchtsäfte wie Apfelsaft, Orangensaft, Smoothie, Traubensaft

nicht blä­hen­des Obst

  • Kaki / Sharon
  • Kiwi (B)
  • Mango
  • Melone / Wassermelone (B)
  • Papaya

Melonen und Rhabarber gehören natürlich eigentlich zum Gemüse… aber wer sucht sie dort schon :-).

Was Sie tun können, damit Obst besser verträglich wird

  • Obst nur reif essen.
  • Obst gedünstet oder als Kompott essen, enthält aber weniger Vitamine, da diese beim Erhitzen verloren gehen.
  • Obst zusammen mit Joghurt, Quark, Hüttenkäse oder Dickmilch essen. Bei manchen führen aber auch Milchprodukte zu Blähungen.
  • Keine zu großen Mengen Obst auf einmal essen max. 50 – 100 g.
  • Gut kauen und langsam essen.

Wei­te­re Le­bens­mit­tel, die ebenfalls Blä­hun­gen aus­lös­en kön­nen

  • Milchprodukte insbesondere mit hohem Fettgehalt wie Käse und Sahne, außerdem Schimmelkäse.
  • Hefe z. B. in Pizza oder Brot. Quark-Öl-Teig ohne Hefe oder altbackenes Brot ist besser verträglich, da die Hefe hier nicht im Darm noch weiter aufgeht.
  • Vollkornprodukte mit ganzen Körnern, wie Vollkornbrot oder Müsli und teilweise auch Knäckebrot. Vollkornbrot aus feinvermahlenem Mehl ist besser verträglich. Dabei ist es egal um welche Getreidesorte es sich handelt z. B. Weizen, Hafer / Haferflocken, Hirse, Dinkel oder Roggen. Normalerweise gut vertragen werden Nudeln, Bulgur oder Couscous.
  • Eier insbesondere hartgekocht, aber auch in Form von anderen Eierspeisen.
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Still- und Milchbildungstee führen tatsächlich oft zu Blähungen, auch wenn sie bei anderen eine entblähende Wirkung haben. Mehr zum Thema „Milchfördernde Lebensmittel“ lesen Sie in diesem Artikel.
  • Zu viel Fett in Form von Butter oder Ölen wie Leinöl, Olivenöl oder in fettem Fleisch, fetter Wurst, Geflügelhaut, Chips.
  • Zu viel Zucker und Schokolade, Pralinen, Nougat, Marzipan, Sahnebonbons.
  • Zu starker Kaffee. Er wird leichter verdaulich, wenn er mit Milch und nach dem Essen getrunken wird.
  • Fast Food wie Pommes, Fertiggerichte, Chips, Kaugummis, da sie viele Zusatzstoffe, Zuckeraustauschstoffe enthalten.
  • Scharfe Gewürze
  • Nüsse, Kerne und Samen wie Cashewkerne, Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse, Leinsamen. Sesam dagegen bläht nicht.

Fazit

Blähendes oder säurehaltiges Obst und Gemüse, das stillende Mütter essen, führt nicht generell zu Blähungen oder einem wunden Po beim Baby. Ballaststoffe und Darmgase können nicht in die Muttermilch übergehen. Säurehaltiges ändert ebenfalls nichts am pH-Wert der Muttermilch.

Stellen Sie fest, dass ein Baby einzelne Lebensmittel nicht verträgt, liegt es an der Unreife des Darms. Diese Lebensmittel können Sie eine Weile weglassen und nach einiger Zeit wieder ausprobieren. Der Darm des Babys entwickelt sich und kommt immer besser zurecht.

Sie werden nicht verhindern können, dass Ihr Baby ab und zu Blähungen oder einen wunden Po hat!

Verdauungsprobleme sind unangenehm, aber nicht so schlimm, wie zu wenig Nährstoffe durch einseitige Ernährung.

Auch wenn Sie selbst an Blähungen leiden, sollten Sie nicht alle blähenden Lebensmittel weglassen. Jeder Mensch reagiert anders: Was beim einen zu einem Blähbauch führt, ist beim anderen kein Problem. Wenn Sie alles potentiell Blähende weglassen, bleibt kaum etwas übrig, was sie essen können und das ist weder für Sie noch Ihr Baby gut.

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