Trinkmenge Neugeborene: Trinkt mein Baby genug Milch?
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Wie viel Muttermilch oder Pre-Milch sollten Babys jeden Tag trinken? Wie viele Milchmahlzeiten sollten es sein? Wie erkennt man, ob sie genug getrunken haben? Vor allem wenn gestillt wird, ist das eine häufige Frage von Eltern. Im Artikel erfahren Sie, wie Sie es herausfinden, ganz ohne Tabellen mit ml Angaben und auch, wenn Sie nicht wissen, wie viel ml Ihr Baby trinkt.
Falls Sie nach der Wassermenge suchen, die Babys trinken sollten, finden Sie diese in meinem Artikel Ab wann Wasser für Babys? Wie viel + Welches? TABU: Tabellen?.
Inhaltsverzeichnis
Die richtige Trinkmenge für Neugeborene
Die kurze Antwort ist: Ihr Baby sollte immer dann Milch bekommen, wenn es Hunger hat – egal, ob Sie stillen oder die Flasche geben, also ganz nach Bedarf (siehe Regierungsnetzwerk gesund ins Leben).
Wie viel ml Milch pro Tag für Babys? Nein zu Trink-Tabellen!
Die Trinkmengen von Babys sind sehr unterschiedlich und können auch täglich oder phasenweise völlig anders sein.
Wie viel Milch ein Baby braucht, ist laut Still-Lexikon abhängig von
- seinem Körpergewicht
- seiner Wachstumsrate (die von Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung abhängt)
- seinen Aktivitäten (viel oder wenig Bewegung)
- seinem Verhältnis an Muskel- und Fettmasse
- den Temperaturen (Sommer oder Winter)
- seinem aktuellen Wohlbefinden (z. B. nach einer Impfung)
Selbstverständlich gilt das auch, wenn Ihr Baby Pre-Milch aus der Flasche bekommt.
Da es so viele Einflussgrößen gibt, können zwei Babys, die gleich alt sind sehr unterschiedlich viel Milch benötigen. Beispielsweise kann ein Baby nur 500 ml pro Tag brauchen und ein anderes mehr als 1.300 ml pro Tag.
Aus diesen Gründen ist es nicht sinnvoll, sich an einer der vielen im Internet kursierenden Trink-Tabellen mit ml-Angaben zu orientieren.
Dosierung und Menge: Wie viel Pre-Nahrung darf ein Baby trinken?
Babys dürfen laut Regierungsnetzwerk gesund ins Leben – genau wie beim Stillen – so viel Pre-Nahrung trinken, wie sie möchten, also ganz nach Bedarf. Wichtig ist dabei, dass die Pre-Nahrung immer mit der auf der Packung angegebenen Dosierung angemischt wird. Sie darf weder verdünnt noch „angedickt“ werden.
Wie oft muss man ein Neugeborenes füttern?
Was für die Menge in ml gilt, gilt auch für die Anzahl der Milchmahlzeiten pro Tag: Sie können sehr unterschiedlich sein.
Der Magen eines Neugeborenen ist noch sehr klein, so dass es keine großen Milchmengen trinken kann und deshalb öfter trinken muss, um satt zu werden. Neugeborene sollten daher innerhalb von 24 Stunden 8 – 12mal trinken, manche Babys wollen aber auch öfter trinken.
Einige wollen stündlich stillen oder gefühlt durchgehend, ganz ohne Pausen. Das ist nicht ungewöhnlich und auch sinnvoll, da das häufige Anlegen wichtig ist, damit die Milchproduktion in Schwung kommt und sich einspielt.
Es ist normal, dass Ihr Baby in den ersten Tagen an Gewicht verliert, bis es mit der neuen Nahrungsaufnahme einigermaßen klappt.
Gesunde Babys haben ein sehr gutes Hunger- und Sättigungsgefühl, so dass sie die Trinkmenge selbst am besten bestimmen können. Aufgabe der Eltern ist es also nicht die Trinkmenge zu beschränken oder zu erhöhen, sondern auf die Hunger- und Sättigungssignale des Babys zu achten.
Die Kunst ist also nicht zu wissen, wie viel Milch das Baby trinken sollte, sondern herauszufinden, wann genau es Hunger hat und wann es satt ist.
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Hungersignale: Wie Sie erkennen, wann Ihr Baby Hunger hat
- Das Baby wird unruhig und macht suchende Bewegungen mit dem Kopf
- Die Hände sind zu Fäusten geballt.
- Das Baby zieht an seinen Ohren, strampelt vermehrt, fuchtelt mit den Armen.
- Der Körper ist angespannt.
- Es steckt die Hände in den Mund bzw. bewegt sie in Richtung des Gesichts.
- Es schmatzt, leckt sich die Lippen macht andere Mundbewegungen.
- Es wimmert oder quietscht.
- Es schreit lauthals – das ist allerdings ein sehr spätes Hungerzeichen. Besser wäre, wenn Ihr Baby Milch bekommt, bevor es schreit.
Jedes Baby zeigt laut La Leche Liga ganz individuelle Hungerzeichen und viele der genannten Signal können auch andere Gründe haben. Wenn Sie Ihr Baby intensiv beobachten, werden Sie seine Hungersignale mit der Zeit ohne Probleme erkennen können.
Sättigungssignale: Wie Sie erkennen, dass Ihr Baby satt ist
- Es lässt Brust oder Flasche los und dreht den Kopf weg.
- Es macht den Mund nicht mehr auf, wenn Brust oder Flasche angeboten werden.
- Die Lippen sind feucht von Milch und das Baby hat eine rosige Gesichtshaut.
- Die Hände sind leicht geöffnet und Arme und Beine locker.
- Das Baby schläft ein (bei sehr kleinen Babys nicht immer ein Sättigungssignal)
Sobald Ihr Babys Sättigungssignale zeigt, sollten Sie die Mahlzeit beenden, egal wie viel Milliliter es getrunken hat. Natürlich können auch die genannten Sättigungssignale andere Ursachen haben. Auch hier müssen Sie Ihr Baby genau beobachten, um seine individuellen Signale herauszufinden.
Baby trinkt plötzlich weniger?
Je älter das Baby ist, desto größer können die Abstände zwischen den Mahlzeiten sein, weil sie pro Mahlzeit eine größere Menge Milch trinken können. Phasenweise trinken aber auch ältere Babys oft wieder deutlich öfter. Das ist bei Entwicklungs- oder Wachstumsschüben der Fall.
Babys, die zahnen oder kränkeln z. B. aufgrund einer Impfung, trinken phasenweise sehr oft plötzlich weniger.
Trinkt mein Baby genug Milch?
Hinweise, dass ein Baby genug Mutter- oder Pre-Milch trinkt sind
- Ihr Baby wächst und gedeiht gut und entwickelt sich altersgerecht. Die Gewichtszunahme wird regelmäßig von Hebamme und Kinderarzt kontrolliert.
- Hörbares Schlucken beim Stillen.
- Neugeborene haben ca. 5 – 8 nasse Windeln innerhalb von 24 Stunden und in den ersten 6 Wochen 3mal Stuhlgang. Bei älteren Babys geht die Anzahl der nassen Windeln auf ca. 4 – 5 Stück zurück, dafür wird die enthaltene Urinmenge größer.
- Die Haut ist rosig und elastisch.
- Es ist lebhaft und munter.
Kann man ein Baby überfüttern?
Gesunde Babys kann man nicht überfüttern, wenn man ihnen die Muttermilch oder Säuglingsmilch nicht regelrecht aufdrängt bzw. einflößt, z. B. indem die Flasche zur oder mit Ablenkung oder zum Spielen gegeben wird. Gesunde Babys haben laut Regierungsnetzwerk gesund ins Leben ein sehr gutes Sättigungsgefühl. Wenn Sie dieses beim Stillen und Flasche geben (später natürlich auch bei der Beikost) beachten, können Sie Ihr Baby nicht überfüttern.
Trinkt mein Baby zu wenig Milch?
Hinweise, dass ein Baby zu wenig Mutter- oder Pre-Milch trinkt sind
- Keine oder zu geringe Gewichtszunahme oder Entwicklung nicht altersgemäß. Die Gewichtszunahme kann von Baby zu Baby sehr unterschiedlich sein. Bitte suchen Sie daher nicht nach Gewichtstabellen, sondern sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt, wenn Sie sich Sorgen machen.
- Mund und Zunge sind trocken.
- Zu wenig nasse Windeln.
- Die Haut ist blass und unelastisch.
- Baby schläft zu viel bzw. ist apathisch.
Mehr Informationen finden Sie auch im Infoblatt der La Leche Liga Deutschland e. V.
Was passiert, wenn ein Baby zu wenig trinkt?
Wenn ein Baby dauerhaft zu wenig Mutter- oder Pre-Milch trinkt, wird es Gewicht verlieren. Spätestens dann, sollten Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Kinderarzt wenden.
Übrigens:
- Babys können bis zur Abgewöhnung der Flasche Pre-Milch oder 1er-Milch bekommen. Ich persönlich würde bei Pre-Milch bleiben. Andere Folgemilch ist nicht empfehlenswert oder sinnvoll. Mehr Infos dazu finden Sie in meinem Artikel Babynahrung.
- Bis zum 1. Geburtstag sind Babys Säuglinge und sollten Muttermilch oder Pre-Milch bekommen. Irgendwann im zweiten Lebenshalbjahr brauchen Babys aber nachts keine Milch mehr. Mehr Infos dazu finden Sie in meinem Artikel Wie lange brauchen Babys (nachts) Milchmahlzeiten und ab wann keine mehr?
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.