Beikostplan für Babys – Einfache Schritt für Schritt Anleitung | PDF
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Bei Google gibt es monatlich über 1000 Suchanfragen zum Suchbegriff „Beikost Plan Baby“. Viele Eltern wünschen sich also eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Beikoststart.
Sie ebenfalls? Dann lesen Sie gleich weiter. Sie bekommen Antworten auf häufig gestellte Fragen und können sich am Ende des Artikels den vollständigen Beikostplan als PDF herunterladen.
Hinweis: Dieser Blogartikel beinhaltet lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Er ersetzt auf keinen Fall eine individuelle Beratung durch einen Kinderarzt.
Inhaltsverzeichnis
Ist die Einführung nach einem Beikostplan überhaupt sinnvoll?
Jein… jedes Baby entwickelt sich in seiner individuellen Geschwindigkeit, daher ist es schwer dafür einen Plan aufzustellen, nach dem strikt vorgegangen werden kann. Grundsätzlich durchlaufen aber alle Babys die gleichen Entwicklungsschritte, wenn auch eventuell in einer anderen Reihenfolge oder Geschwindigkeit. Dies betont auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Ein Plan, der Überblick verschafft, ist sinnvoll, wenn er an die individuelle Entwicklung des Kindes angepasst wird. Alle Pläne in diesem Artikel sind als Anhaltspunkte zu verstehen. Sie müssen, aber trotzdem selbst die Entwicklung Ihres Babys beobachten.
Entspricht dieser Beikostplan den Empfehlungen des Bundesministeriums?
Mein Beikostplan zeigt die Empfehlungen des Regierungsnetzwerks gesund ins Leben im Überblick. Er ist in drei Übersichten unterteilt, die ich Ihnen in diesem Artikel zeige und erläutere. Bitte klicken Sie zum Vergrößern auf die Bilder. Am Ende des Artikels können Sie sich den kompletten Plan als PDF herunterladen.
Ernährungsphasen im 1. Lebensjahr des Babys: Wann fängt man mit Beikost an?
Aus Sicht der körperlichen Entwicklung Ihres Babys sollten Sie bis mindestens zum Ende des 4. Monats sollte voll stillen bzw. ausschließlich die Flasche gegeben werden, da die Verdauung bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit für andere Lebensmittel ist. Ihr Baby bekommt also tagsüber und nachts ausschließlich Milchmahlzeiten.
Zwischen dem Beginn des 5. und 7. Monats ist Ihr Baby körperlich für den Beikoststart bereit. Der Speiseplan Ihres Babys kann nun erweitert werden, so dass es neben der Milch auch noch andere Lebensmittel bekommt.
Aus Sicht der in 2026 aktualisierten AWMF S3-Leitlinie zum Thema Stillen, sollten Babys bis zum Ende des 6. Monats ausschließlich gestillt werden. Nur, wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt, sollten Sie laut AWMF S3-Leitlinie zur Allergieprävention ggf. früher mit Brei beginnen.
Der richtige Zeitpunkt ist unabhängig vom Alter Ihres Babys erst gekommen, wenn Ihr Baby die sogenannten Reifezeichen zeigt. Bei Frühchen sollte zusätzlich Rücksprache mit dem Kinderarzt gehalten werden.
Die Übersicht zeigt, wie die Ernährung des Babys nach erfolgter Beikosteinführung aussieht. In der Umstellungsphase kann es immer wieder auch mal nur Milch geben.
Die Einzelschritte bis zur vollständigen Beikosteinführung sind in der nächsten Übersicht dargestellt.
Reifezeichen
- das Baby kann mit Unterstützung aufrecht sitzen und den Kopf selbst halten (wichtigstes Reifezeichen)
- es interessiert sich dafür, was andere essen
- es steckt sich selbst Dinge in den Mund
- es öffnet den Mund, wenn Nahrung angeboten wird
- es drückt die Nahrung nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund
Eine detaillierte Beschreibung der Reifezeichen finden Sie in meinem Artikel Beikostreifezeichen: Welches ist das Wichtigste, das Ihr Baby zeigen sollte?
Wenn Ihr Baby den Brei verweigert, muss das nicht heißen, dass es noch nicht bereit für die Beikost ist. In meinem Blogartikel Ihr Baby will keinen Brei (mehr)? 15 Probleme + Lösungen finden Sie mehr Informationen dazu.
Viele Eltern machen sich Sorgen etwas falsch zu machen, denken dabei aber oft an ganz wesentliche Punkte gar nicht. Ich habe Ihnen ein paar Fehler, die oft gar nicht erkannt werden, im meinem Artikel Vermeiden Sie die 6 häufigsten Fehler bei Einführung der Beikost zusammengestellt.
Wie viel Stillen oder Flasche geben neben der Beikost?
Egal, ob Sie stillen oder die Flasche geben kann Ihr Baby laut Regierungsnetzwerk gesund ins Leben neben der Beikost so viel Milch bekommen wie es möchte. Anfangs ist die Breimenge so gering, dass es wahrscheinlich genau so viel Milch trinken wird wie bisher.
Mit der Zeit nehmen die Beikostmahlzeiten zu und die Milchmenge sinkt – sofern Ihr Baby nicht gerade einen Entwicklungsschub macht und daher mehr Kalorien benötigt. Irgendwann bekommt Ihr Baby mittags, nachmittags und abends Brei und ein Getränk aus dem Becher. Morgens, nachts und zwischendurch bekommt es Milchmahlzeiten. Häufigkeit und Menge richten sich weiter nach dem Bedarf des Babys.
Ab wann gibt es Familienkost für Babys?
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats ist Ihr Baby bereit am Familienessen teilzunehmen (siehe auch Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)). Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie daran, dass das Baby reges Interesse an allem, was Sie selbst oder andere essen, zeigt.
In der Übersicht ist die Ernährung des Babys nach erfolgter Umstellung auf das Familienessen zu sehen.
Die meisten Kinder benötigen 5 Mahlzeiten pro Tag, da sie pro Mahlzeit noch nicht so große Mengen essen. Manche Kinder kommen aber auch schon mit nur 3 Mahlzeiten zurecht (siehe auch Grafik des Regierungsnetzwerks gesund ins Leben).
Die Mahlzeiten bestehen aus dem Frühstück, Mittag- und Abendessen (Hauptmahlzeiten) und jeweils einer Zwischenmahlzeit am Vor- und Nachmittag. Zu jeder Mahlzeit und zwischendurch sollte es Getränke geben.
Während der Übergangsphase kann zwischen Brei bzw. Milchmahlzeiten und Familienkost gewechselt werden.
Bis zum ersten Geburtstag sind Babys Säuglinge und sollten laut S3-Leitlinie zum Thema Stillen Milchmahlzeiten bekommen. Wenn Sie nicht oder nicht so lange stillen möchten, können Sie Pre-Babymilch geben.
Sie können auch nach dem 1. Geburtstag weiter stillen, solange Sie selbst und das Baby es möchten. Zahnärzte empfehlen die Flasche ab dem 1. Geburtstag abzugewöhnen (siehe auch Bundesverband der Kinderzahnärzte (BUKIZ)).
Überblick über den Ablauf der Beikosteinführung inklusive Breirezepte für 0 € als PDF herunterladen.
Ernährungsphasen in der Beikostzeit: Reihenfolge der Breie
In dieser Übersicht sind die Einzelschritte der Breieinführung zu sehen.
Wie schnell die Breie letztendlich eingeführt werden bestimmt das Baby. Bei manchen Kindern dauert es drei Monate bei anderen geht es langsamer, so dass sich die Einführung über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Der Beikoststart ist der erste Schritt zu einer gesunden Ernährung. Die Ernährung in den ersten 10 Lebensjahren prägt die Ernährung bis ins hohe Alter. Es ist also wichtig, dass dieser erste Schritt richtig gemacht wird und Ihr Kind positive Erfahrungen mit dem Essen sammelt.
Sie sollten mit dem Mittagsbrei anfangen und dann mit dem Abend- oder dem Nachmittagsbrei weiter machen (siehe auch Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)).
Ich persönlich empfehle mit dem Mittagsbrei anzufangen, mit dem Abendbrei weiter zu machen und als letztes den Nachmittagsbrei einzuführen. Obst ist sehr süß und einigen Kindern fällt meiner Erfahrung nach es schwer sich an die beiden weniger süßen Brei zu gewöhnen, wenn sie schon süßes Obst probiert haben.
Wann Mittagsbrei: Wie viel Uhr? Brei vor oder nach dem Mittagsschlaf?
Zwischen Beginn des 5. und 7. Monats (Details im ersten Abschnitt) wird mit dem Mittagessen begonnen. Der Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei oder die vegetarische Variante werden als Mittagsbrei eingeführt. Die genaue Vorgehensweise für die Einführung dieses ersten Breis finden Sie in der nächsten Übersicht.
Mittags klappt das Essen anfangs oft am besten, weil Babys hier oft am probierfreudigsten sind. Sie können den Mittagsbrei aber auch abends füttern, wenn Sie möchten und Ihr Baby noch nicht zu müde zum Essen ist.
Viele Babys schlafen in der Beikostzeit noch dreimal pro Tag. So kann es vorkommen, dass sie ihren Mittagsbrei bereits um 11 Uhr bekommen. Manche sind vor dem Schlafen aber auch zu müde zum Löffeln. In diesem Fall ist es besser den Brei erst nach dem Schlafen zu geben. Ein guter Zeitraum für den Mittagsbrei ist meiner Erfahrung nach zwischen 11 – 14 Uhr, die genaue Uhrzeit ist nicht relevant.
Wann Abendbrei: Welche Uhrzeit?
Frühestens mit Beginn des 6. Monats, wenn das Essen des Mittagsbreis gut klappt, kommt der Abend- oder der Nachmittagsbrei dazu. Der erste Getreide-Brei wird also frühestens einen Monat nach dem Mittagsbrei als zweiter Brei eingeführt.
Einige Babys, reagieren mit etwas Verstopfung auf den Brei. Daher finde ich es besser als zweiten Brei den Abendbrei einzuführen, damit es erstmal nicht zwei Breie hintereinander gibt, sondern einmal Milch dazwischen.
Sie können als zweiten Babybrei entweder den Milch-Getreide-Brei oder den Getreide-Obst-Brei wählen. Viele Eltern geben als Abendbrei Milchbrei, da er etwas länger sättigt als Obstbrei, der meistens als Nachmittagsbrei gefüttert wird.
Häufig gibt es den Abendbrei zwischen 17 und 20 Uhr. Bekommt Ihr Baby den Nachmittagsbrei früher, wird es vielleicht auch den Abendbrei früher essen… oder es bekommt dazwischen noch eine Milchmahlzeit, dann findet das Abendessen erst später statt.
Wann Nachmittagsbrei: Welche Uhrzeit?
Frühestens mit Beginn des 7. Monats, wenn das Essen des ersten Getreide-Breis gut klappt, kommt der Nachmittagsbrei. Der Nachmittagsbrei wird also frühestens einen Monat nach dem Abendbrei als dritter Brei eingeführt.
Je nachdem welcher der beiden Getreide-Breie noch fehlt, kann nachmittags der Milch-Getreide-Brei oder der Getreide-Obst-Brei gefüttert werden.
In Abhängigkeit davon, wann das Baby die letzte Mahlzeit bekommen hat, kann auch der Nachmittagsbrei am früheren oder auch am späteren Nachmittag gefüttert werden. Oft bekommen Babys den Nachmittagsbrei zwischen 14 und 16 Uhr.
Mit der Einführung des 3. Breis sollte das Baby auch ca. 200 ml Wasser trinken. Die Details dazu finden Sie im Artikel Ab wann Wasser für Babys? Wie viel + Welches? TABU: Tabellen!
Die 3 Grund-Rezepte die Beikosteinführung, finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich als PDF für 0 € herunterladen können.
Ab wann Vormittagsbrei für Babys?
Viele Eltern wundern sich, wann der Vormittagsbrei kommt, da es einen Mittags-, einen Nachmittags- und einen Abendbrei gibt.
In der Beikostzeit bekommt das Baby nur drei Breimahlzeiten und ansonsten Milch. Frühstück und Vormittagsbrei bzw. Zwischenmahlzeit kommen erst mit der Umstellung auf das Familienessen dazu.
Wenn Sie oder Ihr Baby lieber vormittags eine Breimahlzeit möchten, können Sie den Milchbrei oder den Obstbrei auch als Vormittagsbrei füttern. Am Nachmittag bzw. Abend bekommt das Baby dann statt Brei Milch, so dass immer nur drei Breimahlzeiten pro Tag gefüttert werden.
Wie lange füttert man Brei?
Meistens wird bis zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats gefüttert. Erst mit der Umstellung auf das Familienessen, werden die Breimahlzeiten durch Familienkost ersetzt. In der Übergangphase vom Brei zum Familienessen kann aber jederzeit zwischen Brei und Familienkost hin und her gewechselt werden.
Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten
Die aktuellen Empfehlungen und vor allem viele Praxistipps, weil die beste Theorie nur hilft, wenn man auch weiß, wie man sie im Alltag umsetzen kann.
Einführung des ersten Breis: Wie fängt man mit Beikost an?
Zunächst fangen Sie mit wenigen Löffel einer einzigen Gemüsesorte zum Probieren an. So kann sich Ihr Baby an den neuen Geschmack und die Konsistenz des Breis gewöhnen. Dann versucht man die Menge langsam auf ca. 100 g zu steigern.
Welche Lebensmittel Sie anschließend in welcher Reihenfolge einführen können, erkläre ich in meinem Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten.
Nicht jedes Kind ist sofort Feuer und Flamme für die neuen Lebensmittel. Erschrecken Sie also nicht, wenn Ihr Kind zunächst das Gesicht verzieht. Viele Kinder müssen bis zu 10mal probieren, um sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen.
Klappt das Essen des Gemüsebreis gut, wird das Gemüse um eine Kartoffel und Öl ergänzt.
Klappt auch das gut, wird der Kartoffel-Gemüse-Brei um Fleisch und Saft ergänzt.
Durch das Vitamin C im Saft wird das enthaltene Eisen besser aufgenommen. Ebenfalls zur Verbesserung der Eisenaufnahme enthalten weder der Mittagsbrei noch der Getreide-Obst-Brei Milch.
Wie lange eine Gemüsesorte?
Die Gemüsesorte bleibt die Gleiche, bis der vollständige Mittagsbrei eingeführt wurde. Anschließend können Sie einzelne Zutaten des Mittagsbreis – auch die Gemüsesorte – austauschen.
Beikost-Zutaten: Fleisch, Fisch, Ei? Vegetarischer Babybrei möglich?
Beikostplan vegetarisch: Ist auch vegetarischer Babybrei möglich?
Sie können Ihr Baby auch vegetarisch ernähren. In diesem Fall wird Fleisch bzw. Fisch im vegetarischen Mittagsbrei durch Haferflocken ersetzt. Sowohl der Nachmittagsbrei als auch der Abendbrei sind sowieso vegetarisch.
Das Rezept für den vegetarischen Mittagsbrei finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich als eBook im PDF-Format herunterladen können.
Ich persönlich würde bei vegetarischer Ernährung für Babys noch auf ein paar andere Dinge achten, da ausschließlich Fleisch durch Haferflocken ersetzen aus meiner Sicht nicht ausreichend ist. Welche das sind, erkläre ich in meinem Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten.
Eine vegane Ernährung von Kindern wird nicht empfohlen, da sie aufgrund ihres schnellen Wachstums einen hohen Nährstoffbedarf haben, so dass eine vegane Ernährung zu Nährstoffmangel führen kann. Diese Empfehlung gibt das Regierungsnetzwerk gesund in Leben.
Fleisch oder Fisch im Babybrei: Was Sie beachten sollten
Ab wann dürfen Babys Fleisch oder Fisch essen?
Babys dürfen mit dem Beikoststart auch Fleisch und Fisch als Zutat des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis bekommen. Das heißt Sie bereiten den Brei sobald Ihr Baby ihn einige Zeit mit allen Zutaten isst manchmal mit Fisch statt Fleisch zu. Falls Ihr Baby mit Beikoststart bereits in der Lage sein sollte, Fingerfood zu essen, können Sie Fleisch und Fisch auch z. B. als Bratling anbieten.
Die Empfehlung Fisch ab Beikoststart anzubieten gilt auch, wenn Ihr Baby ein erhöhtes Allergierisiko haben sollte. Sie finden diese Empfehlung in der S3-Leitlinie zur Allergieprävention (Seite 26). Sollte es in Ihrer Familie Fischallergien geben, sollten Sie sich vorher mit Ihrem Kinderarzt abstimmen.
Welches Fleisch bzw. welchen Fisch für Babys?
Welche Fleischsorten sich für Babys eignen hängt zunächst davon ab, ob Sie sie als Brei oder als Fingerfood anbieten wollen.
Für Babybrei eignen sich magere Fleischsorten wie Rinder-/Kalbsfilet, Tafelspitz, Rinderhüftsteak, Schweineschnitzel, Schweinefilet, Putenbrut/-schnitzel, Hühnerbrust/-schnitzel, Lammlende, reines Rinderhackfleisch (kein gemischtes Hackfleisch aus Schwein und Rind, da es sehr fett ist).
Für Fingerfood (wie Hackfleischbratlinge) eignen sich diese Fleischsorten grundsätzlich ebenfalls, vor allem aber als Hackfleisch. Geflügel ist jedoch nicht als Hackfleisch erhältlich. Wenn Sie das Fleisch „natur“ anbieten wollen (also nicht in Form von Bratlingen oder ähnlichem) eignet sich nur sehr weiches Fleisch. Aber auch weiches Fleisch kann nicht von jedem Baby als Fingerfood gegessen werden, die Essfertigkeiten sind sehr unterschiedlich.
Welche Fischsorten sich für Babys eignen hängt davon ab, ob Sie nur einmal pro Woche oder öfter Fisch anbieten möchten.
Sollte Ihr Baby nur einmal pro Woche Fisch bekommen, sollten Sie fetten Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering, weil diese Sorten viele Omega-3-Fettsäuren enthalten. Mir ist allerdings unklar, wie man frische Makrele oder Hering grätenfrei bekommen soll, wenn man hier nicht sehr geübt ist.
Wenn Sie Ihrem Baby öfter als einmal pro Woche Fisch anbieten möchten, können Sie auch Kabeljau, Seelachs oder Seehecht verwenden.
Am einfachste können Sie Fisch als Zutat im Mittagsbrei anbieten. Alternativ können Sie vollständig durchgegarten und sehr gut auf Grätenfreiheit überprüften Fisch auch als Fingerfood anbieten, da er sehr weich ist.
Babys sollten laut BfR keinen Fisch mit hohem Schadstoffgehalt z. B. Quecksilber essen. Große Meeresfische wie z. B Hai, Barsch, Aal, Rotbarsch, Steinbeißer, Schwertfisch, Marlin, Thunfische, Heilbutt, Blauleng, Seeteufel oder Hecht haben leider einen höheren Schadstoffgehalt.
Verarbeitetes/r Fleisch/Fisch (z. B. Wurstwaren, Fischprodukte wie eingelegte Makrele aus der Dose) sind für Babys ungeeignet, da sie viel Salz enthalten und Babys noch kein zugesetztes Salz essen sollten.
Es gibt auch andere Lebensmittel, die Babys und kleine Kinder noch nicht essen dürfen. Welche das sind, erkläre ich in meinem Lebensmittel-Check für kleine Kinder (0 Euro), den Sie sich gerne herunterladen können.
Wichtig ist, dass das Fleisch bzw. der Fisch vollständig durchgegart ist, da rohes/r Fleisch/Fisch Krankheitserreger enthalten kann (z. B. Sushi). Auch kalt- oder heißgeräucherten Fisch sollten Babys nicht essen, weil Bakterien bei diesen Formen des Räucherns nicht zuverlässig abgetötet werden und Ihr Baby eine Magen-Darm-Infektion bekommen könnte. Das Immunsystem von Babys ist noch nicht vollständig ausgereift und kann die Erreger noch nicht so gut abwehren. Außerdem führen Durchfall und/oder Erbrechen immer zum Verlust von Flüssigkeit und Salzen, daher kann eine Infektion für Babys und Kleinkinder (insbesondere bis 2 Jahre) schnell gefährlich werden, weil sie bei den Kleinen schnell zur Austrocknung des Körpers führen kann. Je jünger das Kind, desto gefährlicher ist der Wasserverlust.
Solange Fisch oder Fleisch gut durcherhitzt (im Innern mindestens für 2 Minuten auf mindestens 70 C erhitzen) wird und nicht gebräunt ist, ist es egal, ob sie ihn kochen, dünsten, dämpfen, braten oder backen. Am einfachsten ist es ihn zusammen mit den anderen Breizutaten zu dünsten und anschließend zu pürieren.
Überblick über den Ablauf der Beikosteinführung inklusive Breirezepte für 0 € als PDF herunterladen.
Achten Sie beim Kauf von Fleisch und Fisch darauf, dass es
- ein klares und frisches Aussehen hat.
- keine angetrockneten Ränder oder Verfärbungen hat.
- einen unaufdringlicher Geruch hat.
- die Kühlkette nicht unterbrochen wird (Kühltasche).
Fisch kann frisch gekauft oder tiefgekühlt sein. Frischer Fisch sollte genau wie Hackfleisch am gleichen Tag für Babys zubereitet werden.
Für Babys, die Fleisch noch nicht „natur“ essen können, aber schon am Familienessen teilnehmen (wollen), gibt es einige ganz einfach Möglichkeiten Mahlzeiten mit Fleisch kindgerecht abzuwandeln, so dass sie auch mit wenig Zähnen und mit den Händen gegessen werden können ohne ständig Bratlinge oder ähnliches zubereiten zu müssen… das wäre mir viiiel zu aufwändig 😊…. Sie finden diese Möglichkeiten in meinem Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, wie mach ich das?
Wie viel und wie oft Fleisch bzw. Fisch für Babys?
Babys dürfen fast jeden Tag (5 – 6 mal pro Woche) Fleisch essen. Der Grund dafür ist, dass die Mengen, die Babys pro Mahlzeit essen können noch nicht sehr groß sind (der Magen ist noch ziemlich klein), so dass die wöchentliche Fleischmenge auf eine größere Anzahl an Tagen verteilt wird, als das bei Erwachsenen der Fall ist (Erwachsene sollten nur 2 – 3 mal pro Woche Fleisch essen). Außerdem kann das enthaltene Eisen besser aufgenommen werden, wenn es in kleineren Mengen über mehr Tage verteilt gegessen wird, als wenn es in größeren Mengen über weniger Tage verteilt gegessen wird.
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats kann auf das Familienessen umgestellt werden. Im Rahmen der Umstellung wird auch die Anzahl der Tage pro Woche, an denen es Fleisch geben kann, verändert. Mit Umstellung auf das Familienessen wird der wöchentliche Fleischverzehr auf die Empfehlung für Erwachsene umgestellt. Die Empfehlung für Erwachsene und Kleinkinder lautet: 2 – 3 mal pro Woche Fleisch.
Babys sollten 1 mal pro Woche fetten Fisch bekommen. Sie können aber auch 2 mal pro Woche Fisch anbieten und in diesem Fall 1 mal fetten Fisch und 1 mal fettarmen Fisch verwenden. Sollten Sie 2 mal pro Woche Fisch verwenden, bekommt Ihr Baby 5 Mal Fleisch, sofern Sie keinen vegetarischen Brei anbieten.
Ab wann dürfen Babys Eier essen?
Babys dürfen und sollten ab Beikoststart Eier essen, sofern das Ei stark erhitzt wurde (hart gekocht oder gebacken). Wenn Babys, am besten während sie noch gestillt werden, stark erhitztes Ei bekommen, senkt das das Allergierisiko. Sie finden diese Empfehlung in der S3-Leitlinie zur Allergieprävention (Seite 2). Wenn in Ihrer Familie Allergien vorliegen, sollten Sie die Einführung von Ei mit Ihrem Kinderarzt besprechen.
Welche Eier eignen sich ? So bieten Sie Ihrem Baby Ei am besten an
Sie können Ihrem Baby hart gekochtes Ei (mindestens 10 Minuten gekocht, je nach Größe) anbieten oder als Teil von stark erhitztem, vollständig durchgebackenem Gebäck.
Babys können grundsätzlich auch vollständig durchgegartes Rührei essen. Rührei wird im Gegensatz zu hart gekochtem Ei aber keine allergievorbeugende Wirkung zugesprochen und es wird für unter 1jährige nicht empfohlen (siehe S3-Leitlinie zur Allergieprävention).
Babys dürfen keine rohen oder nicht vollständig durchgegarten Eier wie Spiegelei, weich gekochte Eier, flüssiges Eigelb oder „glibberiges“ Rührei (wie häufig auch im Restaurant der Fall) essen, weil sie nicht vollständig durchgegart sind und daher Krankheitserreger wie z. B. Salmonellen enthalten kann. Das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht vollständig ausgereift und kann die Erreger noch nicht so gut abwehren. Außerdem führen Durchfall und/oder Erbrechen immer zum Verlust von Flüssigkeit und Salzen, daher kann eine Infektion für Babys und Kleinkinder (insbesondere bis 2 Jahre) schnell gefährlich werden, weil sie bei den Kleinen schnell zur Austrocknung des Körpers führen kann. Je jünger das Kind, desto gefährlicher ist der Wasserverlust.
Ab ca. dem 6. Geburtstag kommt das Immunsystem von Kindern mit Krankheitserregern besser zurecht und die Gefahr der Austrocknung des Körpers ist nicht mehr so groß.
Wie viel Eier dürfen Babys und Kleinkinder essen?
Leider habe ich noch keine konkrete Empfehlung gefunden, wie viel Ei unter 1jährige bekommen können. Für Kleinkinder (ab 1 Jahr) werden 1 – 2 Eier pro Woche (inklusive der verarbeiteten Eier) empfohlen. Ich persönlich würde Babys daher eher wenig Ei geben. Eier enthalten viel Eiweiß (Protein). Der Eiweißbedarf von Babys ist noch nicht so hoch und kann schnell überschritten werden, wenn zu viel Ei gegessen wird. In diesem Fall müssen die Nieren das überschüssige Eiweiß wieder ausscheiden, was sie belastet, weil die Nieren bei Babys noch nicht voll entwickelt sind.
Für die Allergieprävention ist es ausreichend, Babys regelmäßig kleine Mengen Ei zu geben. Hier ist eher die Regelmäßigkeit, als die Menge relevant.
Welche Breimenge sollten Babys bekommen? Tabellen mit Gramm-Angaben sind unnötig!
Breimengen-Tabellen: Wie viel Gramm pro Mahlzeit Babys essen ist nicht relevant!
Ich bin kein Fan von Tabellen mit Breimengen. Die Breimengen, die Babys essen, sollten nicht verglichen werden. Manche Babys essen größere Mengen Brei und trinken weniger Milch, andere essen kleinere Mengen Brei und trinken mehr Milch. Auch die Milchmenge, die Babys vor der Beikosteinführung trinken, kann sich enorm von der Menge anderer Babys unterscheiden.
Die gegessene oder getrunkene Menge kann sich sogar von Tag zu Tag unterscheiden.
Ein gesundes Kind isst genau so viel, dass sein Kalorienbedarf und der Bedarf an Nährstoffen gedeckt ist. Isst es phasenweise mehr oder weniger sollten sie nicht eingreifen. Deshalb empfiehlt auch das Regierungsnetzwerk gesund ins Leben, sowohl Milch als auch Brei ganz nach Bedarf zu geben.
Trotzdem habe mich entschlossen eine Übersicht mit durchschnittlichen Breimengen je Brei in diesen Artikel einzufügen. Die nachfolgend angegebenen Mengen sollen jedoch nur dazu dienen Ihnen ein Gefühl dafür zu geben, womit sie ungefähr rechnen können.
Bitte machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn Ihr Baby mehr oder weniger isst. Ihr Baby sollte genau so viel Brei bekommen, wie es essen möchte.
Die genauen Breirezepte mit Mengen und Anleitung für die Zubereitung sind Teil meines Beikost-Guides, den Sie sich als eBook im PDF-Format herunterladen können.
Beikostmenge am Anfang: Wie viel Löffel bzw. Gramm Brei am Anfang?
Manche Babys essen gleich beim ersten Mal 50 g Gemüsebrei, andere haben bereits nach einem Löffel genug. Beobachten Sie genau und richten Sie sich nach Ihrem Baby. Essen soll eine positive Erfahrung, also etwas Schönes sein. Wird ein Baby zum Essen gedrängt oder davon abgehalten, ist es keine schöne Erfahrung.
Wie viel Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei | Mittagsbrei?
Bei vielen Babys steigert sich die Menge des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis bzw. Mittagsbreis wie folgt
- zum Beikoststart 3 – 5 Löffel = ca. 5 – 30 g reiner Gemüsebrei
- nach einigen Tagen oder Wochen ca. 100 g reiner Gemüsebrei
- wenn die Kartoffel dazukommt ca. 160 g Gemüse-Kartoffel-Brei
- wenn Fleisch und Fisch dazukommen ca. 190 g Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- wenn der vollständige Mittagsbrei schon einige Zeit gegessen wird ca. 200 g – 250 g Mittagsbrei
Wie viel Milch-Getreide-Brei | Abendbrei?
Einige Zeit nach der Einführung essen viele Babys ca. 200 – 250 g des Milch-Getreide-Breis bzw. Abendbreis.
Wie viel Getreide-Obst-Brei | Nachmittagsbrei?
Einige Zeit nach der Einführung essen viele Babys ca. 200 – 250 g des Getreide-Obst-Breis bzw. Nachmittagsbreis.
Beikostplan als PDF herunterladen
Wie versprochen, können Sie sich hier den Beikostplan mit allen drei Übersichten als PDF herunterladen.
Je besser Sie sich auf die Beikosteinführung vorbereiten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie und Ihr Baby stressfrei von Milch auf Brei umstellen und alles richtig machen. In meinem Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten, finden Sie jede Menge Praxis-Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Beikosteinführung und natürlich Antworten auf alle häufig gestellten Fragen (FAQ).
Praxis-Workbook Einfach Beikost einführen mit nur 3 Rezepten
Die aktuellen Empfehlungen und vor allem viele Praxistipps, weil die beste Theorie nur hilft, wenn man auch weiß, wie man sie im Alltag umsetzen kann.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.