Was essen Babys mit 7 und 8 Monaten?
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Wichtiger Hinweis vorab
Im Februar 2026 wurde die aktualisierte S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung veröffentlicht. In dieser Leitlinie wird empfohlen, erst mit Beginn des 7. Monats mit der Beikost zu beginnen (auch, wenn das Baby schon früher die Beikostreifezeichen zeigt). Nur wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt, sollte entsprechend der bisherigen Empfehlung zwischen dem Beginn des 5. und 7. Monats, wenn das Baby die Beikostreifezeichen zeigt, mit Beikost begonnen werden.
Ich habe diesen Artikel nicht vollständig umgeschrieben, weil die Beispiele den Empfehlungen nach wie vor entsprechen, wenn ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt.
Ich erkläre im Artikel aber ebenfalls, wie Sie nach den neuen Empfehlungen vorgehen sollten.
Nach dem Beikoststart fragen sich viele Eltern, wie es jetzt mit der Ernährung Ihres Babys weiter geht. Was bekommt ein Baby zu essen, wenn es älter wird? Wann kommt der 4. Brei? Wann das Frühstück? Im Artikel erfahren Sie, wie es weiter geht und warum das Alter des Babys nicht das richtige Kriterium für seine weitere Ernährung ist.
Inhaltsverzeichnis
Was Babys mit 7 oder 8 Monaten essen können, hängt nicht vom Alter ab
Leider werden Ernährungsempfehlungen noch immer häufig an Altersangaben gekoppelt. Das ist aber nicht sinnvoll, weil sich Kinder sehr unterschiedlich entwickeln.
Sicher wissen Sie, dass es Babys gibt, die mit 9 Monaten laufen können und andere, die das erst mit über einem Jahr beherrschen.
Bei der Ernährung ist es genauso. Was ein Baby mit 7 Monaten bereits essen kann, ist für ein anderes mit 8 Monaten noch lange nicht geeignet. Sie sollten sich daher nicht am Alter, sondern daran, wann Sie mit der Beikost gestartet haben, orientieren.
Die Beikosteinführung beginnt bei erhöhtem Allergierisiko frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats, wenn das Baby die Beikostreifezeichen zeigt. Wird der erste Brei mit 4 Monaten (4. Monat vollendet) eingeführt, kommt der zweite Brei frühestens mit 5 Monaten dazu. Wird der erste Brei erst mit 5 Monaten eingeführt, kommt der zweite erst mit 6 Monaten dazu.
Starten Sie entsprechend der neuen S3-Leitlinie zum Stillen erst mit dem vollendeten 6. Monat mit Beikost, beginnen Sie erst mit 6 Monaten mit dem Zufüttern und führen den zweiten Brei frühestens mit 7 Monaten ein. Der dritte Brei kommt dann erst mit 8 Monaten dazu.
Außerdem brauchen Babys für die Beikosteinführung unterschiedlich lange. Bei manchen Babys kann der ersten Brei innerhalb von 4 Wochen eingeführt werden, andere brauchen 8 Wochen dafür. Ein Baby, bei dem mit Beginn des 5. Monats mit der Beikost begonnen wird und die Einführung sehr gut klappt, kann daher mit 7 Monaten schon 3 Breimahlzeiten bekommen.
Ein anderes Baby, bei dem ebenfalls mit Beginn des 5. Monats mit der Beikost begonnen wird, die Einführung aber länger dauert, isst daher mit 7 Monaten vielleicht erst 2 Breimahlzeiten.
Bei einem unterschiedlicher Start kombiniert mit einer unterschiedlicher Geschwindigkeit ergeben sich noch mehr unterschiedliche Varianten. Ein paar Beispiele finden Sie in der nachfolgenden Grafik.
Was Babys mit 7 Monaten essen können
Im ersten Absatz habe ich bereits erklärt, warum es sehr unterschiedlich sein kann, was Baby mit 7 Monaten (vollendet) essen können.
Babys, die z. B. wegen erhöhtem Allergierisiko früh mit der Beikost gestartet haben und bei denen die Einführung gut geklappt hat, essen mit 7 Monaten die folgenden 3 Breimahlzeiten, manche Babys auch in Form von Fingerfood oder kombiniert mit Fingerfood.
- Mittagsbrei = Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei
- Nachmittagsbrei = Getreide-Obst-Brei
- Abendbrei = Milch-Getreide-Brei
Morgens, zwischendurch und teilweise auch nachts bekommen Babys mit 7 Monaten weiterhin Muttermilch oder Säuglingsmilch. Das bleibt auch bis zum 1. Geburtstag so, da Babys bis zu diesem Zeitpunkt Säuglinge sind. Nach dem 1. Geburtstag sollten Sie die Flasche laut Bundesverband der Kinderzahnärzte (BUKIZ) abgewöhnen, um Karies und Zahnfehlstellungen zu vermeiden.
Babys, die später mit der Beikost gestartet haben und/oder bei denen die Einführung länger gedauert hat, essen mit 7 Monaten oft nur 2 Breimahlzeiten oder das entsprechende Fingerfood.
- Mittagsbrei
- Nachmittagsbrei ODER Abendbrei
Wenn Sie entsprechend der neuen Empfehlungen der S3-Leitlinie zum Stillen erst mit 6 Monaten mit der Beikost starten, bekommt Ihr Baby mit 7 Monaten (also zu Beginn des 8. Monats) nur den Mittagsbrei und ansonsten ausschließlich Mutter- oder Säuglingsmilch. Gleiches gilt, wenn Sie zwar früher gestartet haben, aber die Einführung länger gedauert hat.
Manche Kinder möchten auch nur Mutter- oder Säuglingsmilch.
Hier finden Sie passende Babybrei-Rezepte für Babys mit 7 Monaten
Das Grundrezepte für den Mittagsbrei – auch in der vegetarischen Variante – finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Wenn Sie sich ganz konkrete und alltagstaugliche Praxistipps für die Beikosteinführung wünschen, finden Sie jede Menge in meinem Praxis-Workbook:
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Was Babys mit 8 Monaten essen können
Auch hier hängt es, wie im ersten Absatz erklärt, davon ab, wann mit der Beikost begonnen wurde.
Bei Babys, bei denen mit der Beikost mit Beginn des 6. Monats begonnen wurde und bei denen die Einführung gut geklappt hat, essen mit 8 Monaten die folgenden 3 Breimahlzeiten, manche Babys auch in Form von Fingerfood oder kombiniert mit Fingerfood.
- Mittagsbrei = Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei
- Nachmittagsbrei = Getreide-Obst-Brei
- Abendbrei = Milch-Getreide-Brei
Wenn Sie entsprechend der neuen Empfehlungen der S3-Leitlinie zum Stillen erst mit 6 Monaten mit der Beikost starten, bekommt Ihr Baby mit 8 Monaten (also zu Beginn des 9. Monats) die folgenden 2 Breimahlzeiten oder das entsprechende Fingerfood. Gleiches gilt, wenn Sie zwar früher gestartet haben, aber die Einführung länger gedauert hat.
- Mittagsbrei = Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei
- Nachmittagsbrei ODER Abendbrei
Einige Kinder essen auch nur den Mittagsbrei oder möchten ausschließlich gestillt werden oder die Flasche bekommen. Auch diese Varianten sind völlig in Ordnung – Babys sind bis zum 1. Geburtstag Säuglinge und sollten Milch ganz nach ihrem Bedarf bekommen. Es gibt viele Babys – insbesondere gestillte – die lange ausschließlich Milchmahlzeiten möchten.
Lebensmittel-Check für kleine Kinder
Was kleine Kinder (1. bis 6. Geburtstag) noch nicht essen dürfen für 0 € als PDF herunterladen.
Wann kommt der 4. Brei? Wann das Frühstück?
Wann kommt eeeendlich der Frühstücksbrei bzw. der 4. Brei dazu? Diese Frage wird mir öfter gestellt. Irgendwie ist für viele Eltern das Frühstück gaaaanz besonders wichtig :-). Meine Antwort: Welcher 4. Brei? In der Beikostzeit werden nur die folgenden 3 Milchmahlzeiten durch Beikost ergänzt:
- Mittagessen = Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Nachmittagsmahlzeit = Getreide-Obst-Brei
- Abendessen = Milch-Getreide-Brei
Zum Frühstück und als Snack für zwischendurch wird Ihr Baby gestillt oder bekommt Flaschenmilch.
Die meisten Babys essen morgens noch nicht so gerne Brei, weshalb nur mittags, nachmittags und abends Brei empfohlen wird. Es spricht aber nichts dagegen, eine der Breimahlzeiten als Morgenmahlzeit zu füttern, wenn Ihr Baby lieber morgens Brei essen möchte.
Sowohl der Nachmittagsbrei als auch der Abendbrei eignen sich auch als Frühstücksbrei. Insgesamt sollten es in der Beikostzeit aber nur 3 Breimahlzeiten pro Tag sein.
Wenn Sie nicht mehr stillen möchten oder können, sollte Sie bis zum Ende des ersten Lebensjahres zusätzlich zur festen Nahrung Säuglingsmilch aus der Flasche füttern.
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats können Sie auf das Familienessen umstellen. Die meisten Babys möchten dann das essen, was auch der Rest der Familie isst. Bis auf wenige Ausnahmen können sie es auch bekommen, auch wenn die Gerichte natürlich entsprechend der individuellen Essfertigkeiten etwas abgewandelt werden müssen, insbesondere, wenn Ihr Baby noch wenig Zähne hat.
Wie Sie Ihre Rezepte am besten anpassen können, so dass sie keine für Babys ungeeigneten Zutaten enthalten und die Essfertigkeiten berücksichtigen, erkläre ich in meinem Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, wie mach ich das? Werfen Sie gerne einen Blick ins Buch.
Praxis-Workbook Kleinkind isst mit, wie mach ich das?
Alltagstauglich von der Beikost aufs Familienessen umstellen. Ab Beginn des 10. Monats.
Wie viel Brei sollten Babys mit 7 oder 8 Monaten essen?
Babys sollten ab dem vollendeten 6. Monat mindestens eine Breimahlzeit pro Tag bekommen. Manche bekommen aber auch schon drei Breimahlzeiten pro Tag, wenn z. B. wegen erhöhtem Allergierisiko früher mit der Beikost gestartet wurde. In der Beikostzeit sollten insgesamt nur drei Milchmahlzeiten durch Babybrei ersetzt werden.
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monat können Sie mit der Umstellung auf das Familienessen beginnen. Mit der Umstellung kommen weitere Mahlzeiten wie das Frühstück und die Vormittags-Zwischenmahlzeit dazu.
Pro Mahlzeit sollten Babys in jedem Alter so viel Brei essen, wie sie möchten. Babys haben ein gutes Hunger- und Sättigungsgefühl und sollte ganz nach Bedarf gefüttert werden, egal ob mit Brei oder mit Mutter- oder Pre-Milch. Manche Babys essen gerne Brei, andere nicht.
In meiner Ernährungssprechstunde spreche ich immer wieder mit Eltern, die sich Sorgen machen, weil Ihr Baby z. B. mit 8 Monaten immer noch keinen Brei essen möchte. Manche Babys wollen bis zum Ende des ersten Lebensjahres nur Mutter- oder Pre-Milch. Das ist alles ganz normal, wie in allen Bereichen verläuft die Entwicklung von Babys unterschiedlich schnell.
Nicht nur der Beikoststart und die Dauer der Beikosteinführung ist sehr unterschiedlich, sondern auch die Breimenge pro Mahlzeit, die Babys essen. Orientieren Sie sich nicht an Grammangaben, sondern geben Sie Ihrem Baby genau so viel Babybrei, wie es essen möchte… nicht mehr und nicht weniger. Gesunde Babys haben ein sehr gutes Hunger- und Sättigungsgefühl und essen normalerweise genau so viel, wie sie brauchen.
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Fazit
Was Babys mit 7 oder 8 Monaten essen können, hängt nicht vom Alter ab, sondern davon wann mit der Beikost gestartet wurde und wie lange die Einführung dauert.
Babys sind bis zum 1. Geburtstag Säuglinge und können Milch ganz nach ihrem Bedarf und zusätzlich bis zu 3 Beikostmahlzeiten bekommen. Einen 4. Brei bzw. Frühstücksbrei gibt es nicht, da muss ich Sie leider enttäuschen :-).
Es gibt einige Babys, die lange kein Interesse an fester Nahrung zeigen und nur Muttermilch oder Säuglingsmilch trinken möchten. Beikost sollte in diesem Fall weiterhin immer wieder angeboten werden, aber ohne Druck auszuüben.
Wenn Sie nicht mehr Stillen können oder möchten, sollten Sie bis zum Ende des ersten Lebensjahres zusätzlich zur festen Nahrung Säuglingsmilch aus der Flasche füttern. Welche die richtige Babynahrung ist, erfahren Sie in meinem separaten Artikel zu diesem Thema.
Mehr Informationen zum Ablauf der Beikosteinführung finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Zwischen dem Beginn des 10. und 12. Monats können Sie mit der Umstellung auf das Familienessen beginnen. Babys dürfen ab diesem Alter mit wenigen Ausnahmen schon viel von dem essen, was auch der Rest der Familie isst – auch, wenn sie noch keine oder wenig Zähne haben. Mehr dazu erfahren Sie in diesen Artikeln:
Häufig gestellte Fragen
Mit 7 oder 8 Monaten darf Ihr Baby Breimahlzeiten oder Fingerfood oder eine Kombination aus beidem zusätzlich zur Mutter- oder Säuglingsmilch essen. Manche Babys essen bereits 2 – 3 Breimahlzeiten andere nur eine. Manche Babys möchten auch weiterhin ausschließlich gestillt werden oder Flaschenmilch trinken.
Mit 7 oder 8 Monaten kann Ihr Baby Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und ggf. auch Milch-Getreide-Brei und Getreide-Obst-Brei bekommen (die Details finden Sie im Artikel). Ihr Baby darf Mittagsbrei mit unterschiedlichen Gemüsesorten wie Karotte, Kürbis, Zucchini, Kartoffeln oder Pastinake bekommen.
Mehr Informationen zum Ablauf der Beikosteinführung finden Sie in meinem Beikost-Guide, den Sie sich für 0 € als PDF herunterladen können.
Bis zum 1. Geburtstag sollten Babys zusätzlich Muttermilch oder Säuglingsmilch nach Bedarf bekommen. Ab dem 1. Geburtstag sollte die Flasche zur Vermeidung von Karies und Zahnfehlstellungen abgewöhnt werden. Wenn Sie stillen, können Sie weiter stillen solange Sie und das Kind es möchten.
Mit 7 oder 8 Monaten kann Ihr Baby maximal 3 Breimahlzeiten pro Tag bekommen. Außerdem bekommt es so viele Milchmahlzeiten wie es möchte. Voraussetzung dafür ist aber, dass es die Beikostreifezeichen erfüllt. Pro Mahlzeit sollten Babys in jedem Alter so viel Brei essen, wie sie möchten. Babys haben ein gutes Hunger- und Sättigungsgefühl und sollte ganz nach Bedarf gefüttert werden, egal ob mit Brei oder mit Mutter- oder Pre-Milch. Manche Babys essen gerne Brei, andere nicht.
Ein 7 oder 8 Monate altes Baby bekommt zum Frühstück immer noch Muttermilch oder Säuglingsmilch. Es werden in diesem Alter nur max. 3 Milchmahlzeiten durch Brei ersetzt. Meistens mittags, nachmittags und abends. Sie können eine der Breimahlzeiten aber auch als Frühstück füttern. Wichtig ist nur, dass es max. 3 Breimahlzeiten pro Tag sein sollten.
Sind Gläschen mit Babynahrung mit „ab dem 8. Monat“ bzw. „ab dem 9. Monat“ gekennzeichnet, heißt dass das Gläschen für Babys, die den 7. bzw. 8. Lebensmonat vollendet haben, geeignet ist. Voraussetzung ist, dass Ihr Baby mit Beginn des 5. Monats die Beikostreifezeichen gezeigt hat und Sie auch direkt mit der Beikosteinführung begonnen haben. Zeigt Ihr Baby die Reifezeichen erst später oder klappt das Brei essen nicht gleich so gut, sind auch die Gläschen erst später geeignet. Beispiel: Beginnen Sie mit Beginn des 7. Monats mit der Beikost, sind Gläschen „ab dem 8. Monat“ für Ihr Baby erst mit vollendetem 9. Monat geeignet, weil sie erst 2 Monate nach Beginn des 5. Monats mit der Einführung begonnen haben.
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Kommentare
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Hallo, ich bin Barbara Eder.
Ich begleite und berate seit über 10 Jahren Familien und weiß genau, welche Fragen sich Eltern beim Thema Ernährung stellen. Für meine Artikel übersetze ich viele Seiten Fachchinesisch aus AWMF-Leitlinien, Empfehlungen der Bundesministerien, der DGE und des BfR für Sie.
Mein Ziel ist es, möglichst vielen Kindern von Anfang an einen guten Start mit einer gesunden Ernährung zu verschaffen, die einfach ist und schmeckt. Besonders wichtig ist mir, dass der Ernährungsalltag in den Familien unbeschwert und stressfrei bleibt und die besten Grundlagen für das Erwachsenenalter gelegt werden.